Bundeswehr fliegt nach Grönland - wie reagiert Trump?
15.01.2026 - 06:15:06Die Bundeswehr will am Morgen einige Soldaten in die Hauptstadt Nuuk fliegen. Erste französische Soldaten machten sich bereits am Abend auf den Weg in das von den USA beanspruchte Grönland. Unterdessen wird auf eine Reaktion von US-PrÀsident Donald Trump zu dem Treffen mit Vertretern aus DÀnemark und Grönland gewartet.
Das GesprĂ€ch in Washington zu dem Konflikt um die Arktisinsel war am Mittwoch ohne eine Lösung gegangen. Dem dĂ€nischen AuĂenminister Lars LĂžkke Rasmussen zufolge offenbarte das Treffen mit US-AuĂenminister Marco Rubio und US-VizeprĂ€sident JD Vance "fundamentale" Meinungsverschiedenheiten. US-PrĂ€sident Donald Trump war nicht dabei. Weder Trump noch Vance oder Rubio Ă€uĂerten sich bisher. Trump sagte vor Journalisten zunĂ€chst nur, dass er sich ĂŒber das GesprĂ€ch informieren lassen wolle.
Bundeswehr schickt 13 Soldaten
Das Verteidigungsministerium in Berlin teilte am Abend mit, ein Transportflugzeug vom Typ A400M werde am Morgen 13 Bundeswehrsoldaten in die grönlĂ€ndische Stadt Nuuk fliegen. Die Erkundung vor Ort werde zusammen mit Vertretern weiterer Partnernationen stattfinden. "Ziel ist, die Rahmenbedingungen fĂŒr mögliche militĂ€rische BeitrĂ€ge zur UnterstĂŒtzung DĂ€nemarks bei der GewĂ€hrleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden, beispielsweise fĂŒr FĂ€higkeiten zur SeeraumĂŒberwachung."
Das Ministerium wies darauf hin, dass sich die Soldaten auf Einladung DĂ€nemarks und bis Samstag auf der Arktisinsel aufhalten werden.
Die AnkĂŒndigung folgt auf mehrfache ĂuĂerungen von US-PrĂ€sident Trump, der die riesige Arktisinsel kaufen oder mit anderen Mitteln unter die Kontrolle der USA bringen will. Trump begrĂŒndet das mit der Sicherheit fĂŒr die Region und die US-Bevölkerung, er macht eine Bedrohung durch China und Russland geltend. Grönland ist Teil des Königreichs DĂ€nemark und damit auch Teil der Nato und BĂŒndnispartner der USA. Grönland und DĂ€nemark stemmen sich gegen die Ambitionen der USA.
DÀnemark wappnet sich im Konflikt um Grönland
Die DĂ€nen erhöhten mit UnterstĂŒtzung von Schweden und Norwegen bereits am Mittwoch ihre MilitĂ€rprĂ€senz in Grönland.
Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron schrieb am Abend auf der Plattform X, die ersten MilitĂ€rangehörigen seien unterwegs. "Weitere werden folgen." Es sprach von "gemeinsamen Ăbungen", die DĂ€nemark organisiert habe und die unter dem Namen "Operation Arctic Endurance" (auf Deutsch etwa: "Einsatz Arktische Ausdauer") liefen.
Trump bleibt hart: "Alles andere ist inakzeptabel"
Die USA unterhalten in Grönland auf Grundlage von Abkommen mit den DĂ€nen die MilitĂ€rbasis Pituffik Space Base - Trump reicht das aber nicht. Seit Tagen wiederholt der US-PrĂ€sident seine BesitzansprĂŒche. Alles andere als ein Grönland in der Hand der Vereinigten Staaten sei "inakzeptabel", hatte Trump am Morgen vor dem KrisengesprĂ€ch auf seiner Plattform Truth Social geschrieben.
Die dĂ€nische und grönlĂ€ndische Delegation war laut dem dĂ€nischen AuĂenminister Rasmussen nach "einer Reihe (...) bemerkenswerter öffentlicher ĂuĂerungen zur Sicherheit Grönlands und der Arktis" nach Washington gereist. "Unser Ziel war es, einen gemeinsamen Weg zu finden, diese Sicherheit zu erhöhen."
Arbeitsgruppe als Ergebnis des Treffens
Rasmussen sprach von der Bildung einer Arbeitsgruppe auf höherer Ebene, um herauszufinden, ob ein gemeinsamer Weg gefunden werden könne, der sowohl die amerikanischen Sicherheitsinteressen als auch die roten Linien des Königreichs DĂ€nemark berĂŒcksichtige. Diese Arbeitsgruppe solle innerhalb von Wochen erstmals zusammenkommen.
Nato-Oberbefehlshaber sieht Bedrohung durch China
Trump hatte auch erklĂ€rt, die Zugehörigkeit zur Nato sei kein ausreichender Schutz, weder fĂŒr Grönland noch die USA. Die Insel sei elementar fĂŒr den Aufbau der geplanten Raketenabwehr "Golden Dome", die Nato solle daher den Weg fĂŒr eine US-Ăbernahme der Insel bereiten, schrieb Trump.
Westlichen MilitĂ€rs bereitet vor allem China Sorgen. Der Oberbefehlshaber der Nato-StreitkrĂ€fte in Europa, Alexus G. Grynkewich, sagte jĂŒngst zu möglichen Bedrohungen durch China, das Land trete vor allem im hohen Norden immer aggressiver auf. So schickten die Chinesen Forschungsschiffe in die Region, die dann unter wissenschaftlichem Deckmantel vermutlich militĂ€rische Erkundungen vornĂ€hmen. In der jĂŒngsten eisfreien Jahreszeit seien Schiffe auĂerordentlich lange vor der NordkĂŒste Alaskas geblieben. Zudem gebe es gemeinsame Patrouillen mit den Russen.

