Einigkeit, Knackpunkt

Einigkeit und ein Knackpunkt bei Ukraine-Slowakei-Treffen

05.09.2025 - 20:25:23

Nach einem GesprÀch des ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj mit dem slowakischen Regierungschef Robert Fico bleiben beide bei ihren Unstimmigkeiten.

Fico berichtete slowakischen Journalisten im Anschluss an das Treffen in Uschhorod im Westen der Ukraine: "Wir haben uns geeinigt, dass wir uns nicht in allem einig sind."

Selenskyj schrieb auf der Plattform X von einem inhaltsreichen GesprĂ€ch. Er habe Fico ĂŒber das Telefonat mit US-PrĂ€sident Donald Trump und die Arbeit der UnterstĂŒtzerstaaten in der sogenannten Koalition der Willigen informiert. Fico habe ĂŒber seine Kontakte zu China gesprochen.

Knackpunkt Öl

"Ein separates und wichtiges Thema war Europas EnergieunabhĂ€ngigkeit - russisches Öl, genau wie russisches Gas, hat keine Zukunft", schrieb Selenskyj. Berichten zufolge hielt US-PrĂ€sident Trump europĂ€ischen UnterstĂŒtzerstaaten der Ukraine in einem Telefonat am Vortag ÖlgeschĂ€fte mit Russland vor. Er soll die EuropĂ€er aufgefordert haben, die ÖlgeschĂ€fte zu beenden, mit denen Russland seinen Krieg gegen die Ukraine finanziere.

Im VerhĂ€ltnis der Ukraine und der Slowakei kommt es immer wieder zu Spannungen wegen der Öllieferungen. Fico hatte vor dem GesprĂ€ch mit Selenskyj angekĂŒndigt, sich ĂŒber den ukrainischen Beschuss der Ölpipeline Druschba auf russischem Gebiet zu beschweren. Die wiederholten BeschĂ€digungen der Pipeline durch das ukrainische MilitĂ€r seien ein "Angriff auf die Energiesicherheit der Slowakei". Die Leitung bringt russisches Erdöl auf dem Landweg in die Slowakei und nach Ungarn.

Einigkeit zu EU-Beitritt

Die Slowakei werde aber ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die EU-BeitrittsbemĂŒhungen fortsetzen, teilte Fico mit. Auch unterstĂŒtze die slowakische Regierung "alle Initiativen, die zu einem Waffenstillstand und einem Frieden fĂŒhren". FĂŒr 20. Oktober vereinbarten die beiden Politiker eine erneute gemeinsame Kabinettssitzung der Regierungen beider LĂ€nder.

Dass die Slowakei den Weg seines Landes in die EU unterstĂŒtze, sei wichtig, schrieb Selenskyj. Einigkeit habe darĂŒber bestanden, dass die Republik Moldau wie auch die Ukraine gemeinsam auf die EU-Mitgliedschaft hinarbeiten mĂŒssten.

Selenskyj veröffentlichte außerdem Fotos von der Eröffnung des Abschnitts Uschhorod-Tschop einer neuen Eisenbahnstrecke in der europĂ€ischen Normalspur statt der russischen Breitspur fĂŒr ZĂŒge. Uschhorod sei die erste Regionalhauptstadt, die dank einer neuen Eisenbahnstrecke mit Bratislava, Kosice, Budapest und Wien verbunden werde.

@ dpa.de