Siemens erhöht Ergebnisprognose - Aktie auf Rekordhoch
12.02.2026 - 09:58:55"Siemens ist in seinen WachstumsmĂ€rkten sehr gut positioniert. KĂŒnstliche Intelligenz ist ein starker Wachstumstreiber fĂŒr unsere GeschĂ€fte", erklĂ€rte Konzernchef Roland Busch am Donnerstag bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal. Diese fielen zum Teil deutlich besser aus als erwartet. So erholte sich die Sparte Digital Industries im Vergleich zum schwachen Vorjahresquartal weiter und lieferte höhere ErgebnisbeitrĂ€ge.
Die im Dax DE0008469008 notierte Aktie kletterte zum Handelsstart auf ein neues Rekordhoch und gewann mehr als 6 Prozent auf 273,30 Euro. Zuvor hatte der Höchststand bei 266,25 Euro gelegen. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um fast 14 Prozent zugelegt. Siemens liefert sich derzeit mit dem zuletzt schwÀchelnden Softwarekonzern SAP DE0007164600 ein Kopf-an-Kopfrennen um die Krone des wertvollsten Unternehmens im Dax.
Ein Experte sprach von einem starken Start ins GeschĂ€ftsjahr (per Ende September) bei guter Auftragslage. Die Resultate seien deutlich besser als erwartet ausgefallen, notierte Mark Fielding von der kanadischen Bank RBC. Die Analysten von Jefferies lobten dabei die bessere Entwicklung bei Digital Industries sowie dem GeschĂ€ft mit intelligenter Infrastruktur. Daniela Costa von Goldman Sachs geht davon aus, dass der Ergebniskonsens fĂŒr das Gesamtjahr im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigen dĂŒrfte.
Die fĂŒr Siemens entscheidende Gewinnkennziffer - das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten - soll 2025/26 auf 10,70 bis 11,10 Euro steigen, wie das Unternehmen am Donnerstag in MĂŒnchen mitteilte. Zuvor waren die MĂŒnchner von 10,40 bis 11 Euro ausgegangen. Der Umsatz soll dagegen weiterhin um sechs bis acht Prozent auf vergleichbarer Basis zulegen. Dabei ausgeklammert sind WĂ€hrungs- und Portfolioeffekte. Siemens erwartet einen anhaltenden Gegenwind durch den starken Euro.
Im ersten Quartal profitierte Siemens von starken ZuwĂ€chsen im DigitalgeschĂ€ft, bei Smart Infrastructure sowie in der Zugsparte Mobility. Auf vergleichbarer Basis erhöhte sich der Auftragseingang um zehn Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Dabei warb Siemens groĂe AuftrĂ€ge fĂŒr Rechenzentren fĂŒr Cloud- und KI-Infrastruktur, hauptsĂ€chlich in den USA, ein, wie Busch in einer Telefonkonferenz erlĂ€uterte. Er geht davon aus, dass der Boom dort anhalten wird. Digital Industries verzeichnete den Angaben zufolge sowohl im Automatisierungs- als auch im SoftwaregeschĂ€ft ein prozentual zweistelliges Wachstum beim NeugeschĂ€ft. Der Auftragsbestand erreichte mit 120 Milliarden Euro einen Rekordstand.
Der Umsatz des Konzerns legte auf vergleichbarer Basis um acht Prozent auf 19,1 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis des industriellen GeschĂ€fts stieg um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, was ĂŒber den Erwartungen der Analysten lag. Stark verbessert zeigte sich dabei die Sparte Digital Industries, aber auch die anderen KerngeschĂ€fte konnten deutlich zulegen.
Unter dem Strich verdiente Siemens 2,2 Milliarden Euro, und damit 43 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, in dem der Konzern allerdings von dem milliardenschweren Verkauf der Antriebssparte Innomotics profitiert hatte. Das darum bereinigte Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten stieg von 2,22 auf 2,80 Euro.
Siemens setzt seit geraumer Zeit auf den Ausbau seines DigitalgeschĂ€fts. Dazu tĂ€tigte der Konzern im vergangenen Jahr mit den US-Neuerwerbungen Altair und Dotmatics milliardenschwere ZukĂ€ufe. Diese sollen helfen, das DigitalgeschĂ€ft bis 2030 im Schnitt jĂ€hrlich um 15 Prozent wachsen zu lassen und dessen UmsĂ€tze so von 9,4 Milliarden Euro im vergangenen GeschĂ€ftsjahr zu verdoppeln, hatte der Konzern Ende des vergangenen Jahres an seinem Kapitalmarkttag angekĂŒndigt. Dazu will Siemens in den nĂ€chsten drei Jahren eine Milliarde Euro in seine KI-Angebote investieren. Vermehrt sollen dabei Gelder in die USA, China und Indien flieĂen.
Keine neuen Details gab es zur geplanten Abspaltung von Siemens Healthineers DE000SHL1006. Diese will Siemens im zweiten Quartal nennen. Der Konzern will sich von seiner Medizintechniktochter trennen. In einem ersten Schritt sollen 30 Prozent an dem ebenfalls im Dax notierten Unternehmen vorzugsweise in Form einer Abspaltung an die Siemens-AktionÀre weitergereicht werden. Investoren hatten diesen Schritt schon lÀnger gefordert, weil das GeschÀft von Healthineers keine Synergien zu Siemens aufweist und dazu viel Kapital bindet.
@ dpa.de
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