Thema des Tages, Aktienfokus

AKTIEN IN FOKUS: Chemie-, Rohstoff- und Autowerte wieder bergab wegen China

08.11.2024 - 10:53:01

Nach einer Erholung am Vortag haben die Kurse zyklischer europÀischer Unternehmen am Freitag wieder unter Konjunktursorgen mit Blick auf China gelitten.

Die deutschen Chemiewerte BASF DE000BASF111 und Lanxess DE0005470405 erwischte es mit AbschlÀgen von 3,2 und 3,6 Prozent relativ stark, wÀhrend der gesamteuropÀische Chemie-Sektorindex EU0009658608 mit einem halben Prozent im Minus lag. Insgesamt noch schwÀcher standen in Europa die Rohstoffwerte EU0009658624 mit einem Abschlag von 2,3 Prozent ihres Index da.

Börsianer verwiesen auf grĂ¶ĂŸere EnttĂ€uschung wegen - aus Sicht von Investoren - mangelnden Fortschritten, die China bei der StĂŒtzung seiner lahmenden Wirtschaft mache. Dies betreffe neben den nur langsamen Fortschritten bei den Konjunkturmaßnahmen auch die PlĂ€ne Chinas, die hohen Schulden der Lokalregierungen zu refinanzieren. An den RohstoffmĂ€rkten gerieten die Preise fĂŒr Rohöl, Kupfer und insbesondere Eisenerz unter Druck.

Sensibel auf jede Meldung aus China reagieren fĂŒr gewöhnlich auch europĂ€ische Autowerte EU0009658681. FĂŒr die meisten von ihnen ist China seit Jahren der wichtigste Markt. Am Freitag fiel der Stoxx Europe 600 Automobiles nach seiner Erholung vom Vortag denn auch wieder zurĂŒck.

Im Dax DE0008469008 traf es die Aktien von BMW DE0005190003 besonders deutlich mit einem Abschlag von fast drei Prozent. Mercedes-Benz DE0007100000 und Volkswagen DE0007664039 gaben um 1,2 respektive zwei Prozent nach.

Anleger verdauten ein umfassendes Programm zur Refinanzierung öffentlicher Schulden in China, das zur Ankurbelung des schwĂ€chelnden Wachstums beitragen sollte. Der in Peking vorgestellte Plan enthielt zunĂ€chst nur wenige Details. Investoren hĂ€tten sich ein vollstĂ€ndigeres Bild davon versprochen, wie China mit seinen fiskalischen Maßnahmen das Vertrauen wiederherstellen möchte.

In Frage gestellt wurde dabei auch, ob die Maßnahmen Chinas ausreichen werden, um der Bedrohung höherer Zölle in der anstehenden zweiten Amtszeit von Donald Trump zu begegnen. Die Commerzbank betonte am Freitag in einem Kommentar, der designierte US-PrĂ€sident habe mit Zöllen von 60 bis 100 Prozent auf chinesische Importe gedroht.

@ dpa.de | DE0005190003 THEMA DES TAGES