Laschet: Atomfrage steht nicht direkt zur Entscheidung an
16.02.2026 - 05:59:32 | dpa.deEs sei richtig, kein Thema zu tabuisieren. "Aber dass wir jetzt als Erstes darĂŒber diskutieren mĂŒssen, wie wir eine deutsche Beteiligung an einer Atomwaffe hinkriegen, glaube ich, ist weder fĂŒr den Kanzler noch fĂŒr mich, noch fĂŒr sonst jemanden die PrioritĂ€t", sagte Laschet in der ARD-Sendung "Caren Miosga". Die Frage stehe nicht in den nĂ€chsten Wochen oder Monaten zur Entscheidung an. Laschet verwies auf dringlichere Themen - etwa, mehr Geld fĂŒr Verteidigung auszugeben und die Wirtschaft zu stĂ€rken.
Merz fĂŒhrt GesprĂ€che mit Macron
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Freitag auf der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz gesagt, dass er mit dem französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron erste GesprĂ€che ĂŒber europĂ€ische nukleare Abschreckung aufgenommen habe. Macron hatte den EuropĂ€ern bereits im Jahr 2020 eine stĂ€rkere Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung auf Basis der französischen Atomwaffen angeboten. Die damalige Kanzlerin Angela (CDU) Merkel und ihr Nachfolger Olaf Scholz (SPD) hatten das skeptisch gesehen.
Laschet erklĂ€rte, das Thema sei kompliziert. "Die Frage ist, wer am Ende die Entscheidungen fĂ€llt. Und da hat Macron immer logischerweise aus der französischen Innenpolitik heraus die Vorstellung, nur der französische PrĂ€sident und niemand anders", sagte der CDU-Politiker. "Er wird nicht dem deutschen Bundeskanzler eine Mitentscheidung geben bei dieser atomaren Bewaffnung." Laschet meinte auch, je intensiver der Bundeskanzler jetzt ĂŒber das Thema diskutieren wĂŒrde, desto mehr wirke es auf die USA, dass Deutschland von sich aus auf den amerikanischen Schutzschirm verzichte.
Auch der AuĂenminister ist skeptisch
Auch AuĂenminister Johann Wadephul hatte sich zurĂŒckhaltend geĂ€uĂert. "Es gibt, ehrlich gesagt, genug Atomwaffen auf der Welt, und wir mĂŒssen sehr darĂŒber nachdenken, ob wir immer nur noch neue zusĂ€tzlich brauchen", sagte der CDU-Politiker in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Zudem verfĂŒgten bereits Frankreich und GroĂbritannien als europĂ€ische Nato-Partner ĂŒber eine nukleare Bewaffnung. AuĂerdem gebe es den amerikanischen Schutzschirm, den niemand in Washington infrage stelle.
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