Produktion/Absatz, Deutschland

EnBW nimmt erstes wasserstofffÀhiges Gaskraftwerk in Betrieb

11.04.2025 - 11:12:44

Nach erfolgreichem Probelauf will der Energiekonzern EnBW DE0005220008 sein erstes wasserstofffĂ€higes Gasturbinen-Kraftwerke in den kommerziellen Betrieb ĂŒberfĂŒhren.

Voraussichtlich ab Mitte der 2030er Jahre soll es mit bis zu 100 Prozent CO2-armem Wasserstoff betrieben werden, wie der Vorstand Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur, Peter Heydecker, erklĂ€rte. "Wenn dieser dann in ausreichendem Umfang zur VerfĂŒgung steht."

Gerade im SĂŒden Deutschlands ist der Bedarf an hochflexiblen Kraftwerken den Angaben nach besonders hoch, um die wetterabhĂ€ngig produzierenden erneuerbaren Energien zu ergĂ€nzen und die NetzstabilitĂ€t zu wahren. Die Anlage habe eine kurze Anfahrzeit, teilte der Karlsruher Konzern mit. Daher könne er mit ihr unmittelbar auf Schwankungen im Stromnetz reagieren.

Rund 1,6 Milliarden Euro fĂŒr den Umbau dreier Standorte

Am EnBW-Standort Stuttgart-MĂŒnster wird MĂŒllverbrennung zur Versorgung mit FernwĂ€rme genutzt. Reicht dies im Winter nicht mehr aus, lieferten bisher drei Kohlekessel die zusĂ€tzliche WĂ€rme. Das ersetzt nun das neue Kraftwerk.

Mit den Heizkraftwerken Stuttgart-Gaisburg und Altbach/Deizisau bildet das Heizkraftwerk den FernwÀrme-Verbund Mittlerer Neckar. Dieser versorgt laut Mitteilung mehr als 28.500 Wohnungen, 1.400 Firmen und 380 öffentliche Einrichtungen in Stuttgart und der Region mit WÀrme.

Auch die bisherigen Kohle-Standorte in Altbach/Deizisau und Heilbronn rĂŒstet EnBW auf wasserstofffĂ€hige Gaskraftwerke um. Alle drei Projekte haben nach Angaben des Karlsruher Konzerns eine GesamtkapazitĂ€t von rund 1,5 Gigawatt. Die Investitionen beliefen sich auf insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro.

Auf dem Weg zu klimaneutraler WĂ€rmeversorgung

Nach kurzem Parallelbetrieb sollen der Kohleblock und die heizölbetriebenen Gasturbinen des alten Heizkraftwerkes am Standort MĂŒnster im kommenden FrĂŒhjahr vollstĂ€ndig stillgelegt werden. Stuttgart werde damit zu einer der ersten kohlefreien StĂ€dte in Deutschland, betonte OberbĂŒrgermeister Frank Nopper (CDU). UmweltstaatssekretĂ€r Andre Baumann (GrĂŒne) sagte, wasserstofffĂ€hige Gaskraftwerke könnten je nach Standort "eine BrĂŒcke auf dem Weg hin zu einer klimaneutralen WĂ€rmeversorgung bilden".

@ dpa.de | DE0005220008 PRODUKTION/ABSATZ