Krieg, Verunsicherung

Krieg verstÀrkt Verunsicherung und Frust im Iran

19.03.2026 - 12:41:10 | dpa.de

Nach fast drei Wochen Krieg herrscht bei vielen Iranerinnen und Iranern Verunsicherung und Frust.

Eigentlich ist MÀrz eine der schönsten Zeiten im Iran. Am Freitag beginnt das persische Neujahrsfest Norus. Doch die Basare und Einkaufspassagen sind leer. Viele HÀndler sitzen frustriert in ihren LÀden, wie Bewohner aus der Hauptstadt Teheran erzÀhlen. Andere haben die Hoffnung aufgegeben und ihre GeschÀfte bereits geschlossen.

Viele Familien harren in ihren Wohnungen aus. "Meine Frau und ich wissen nicht, was wir machen sollen", sagt Dschawad, ein 72 Jahre alter Rentner. "Wie lange soll das noch so weitergehen? Keiner hat eine Antwort!" Der frĂŒhere Bankangestellte sagt, er befĂŒrworte eigentlich militĂ€rische Gewalt fĂŒr einen Machtwechsel. "Auch nach drei Wochen Krieg ist das Regime noch da, Land und Volk aber sind am Ende", sagt er. "Wenn sie nun auch die Polizeiwachen und Öl- und Gasfelder angreifen, kommt es zu einem wahren Chaos. Keine Sicherheit mehr, noch mehr KriminalitĂ€t und irgendwann auch kein Strom."

"Ich habe keine Hoffnung mehr in dieses Land"

Sana geht eigentlich noch zur Schule. Die 18-JĂ€hrige hatte gehofft, dass es schnell zu einem Sturz der Regierung kommt. Gut drei Wochen nach Kriegsbeginn bestimmen jedoch Sorgen und Hoffnungslosigkeit ihren Alltag. "Dieses Land wird vollstĂ€ndig zerstört", sagt sie. WĂ€hrend die Schulen geschlossen bleiben, versucht sie sich tĂ€glich mit BĂŒchern und Anime abzulenken. Nach dem Krieg will sie auswandern. "Ich habe keine Hoffnung mehr in dieses Land", sagt sie.

Amin ist ein Jahr jĂŒnger. Er hat keine Angst, wenn die Kampfjets ĂŒber die HĂ€userdĂ€cher donnern, wie er erzĂ€hlt. Trotz der Bombardierungen in der Hauptstadt trifft er sich mit Freunden noch zum Fußballtraining, geht in Parks und spielt Videogames. "Meine Generation ist furchtlos und wĂ€chst mit dem Krieg auf", erzĂ€hlt er. "Aber was mich wirklich beunruhigt, ist die Zukunft. All die PlĂ€ne, die ich fĂŒr mein Leben hatte, stehen jetzt unter dem schweren Schatten des Krieges", erzĂ€hlt er enttĂ€uscht. "Am Ende ist es unsere Generation, die die Kosten dieses Krieges tragen muss", sagt der 17-JĂ€hrige.

Banafscheh lebt im Westen der Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran. Wenn der Tod fĂŒhrender StaatsmĂ€nner verkĂŒndet wird, empfindet sie Schadenfreude. Sie ist der Meinung, man mĂŒsse den Krieg aushalten. "Das Regime wĂ€re ja nicht freiwillig mit schönen Worten gegangen, daher musste man mit ihm die Sprache sprechen, die es kennt. Und das ist Gewalt", sagt die 41-JĂ€hrige. Die Alternative wĂ€re, sich mit der StaatsfĂŒhrung abzufinden. "Wenn wir Änderungen wollen, dann sind diese harten Zeiten halt der Preis", sagt sie.

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