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AKTIEN IM FOKUS: JPMorgan treibt Rüstungswerte an - Renk enttäuscht mit Zielen

20.11.2025 - 11:53:29 | dpa.de

Nach ihrer Vortagesschwäche haben die Rüstungswerte am Donnerstag auch dank positiver Analystenkommentare zugelegt.

Gute Quartalszahlen des KI-Chipriesen Nvidia US67066G1040 sorgten für eine allgemeine Erholung am deutschen Aktienmarkt. Für Renk DE000RENK730 ging es am Kapitalmarkttag allerdings nach positivem Start abwärts. Der Panzergetriebe-Hersteller konnte mit seinen Zielen teils nicht überzeugen.

Gegen Mittag waren die Aktien von Rheinmetall DE0007030009 mit einem Kursplus von 4,5 Prozent der Spitzenreiter im Dax DE0008469008. Deutschlands größter Rüstungskonzern konnte sich damit wieder deutlicher von seiner einfachen 200-Tage-Linie als Indikator für den langfristigen Trend absetzen.

Tags zuvor waren die Rheinmetall-Papiere noch auf das tiefste Niveau seit Mitte August gefallen. Auch für Renk und den Radar-Spezialisten Hensoldt DE000HAG0005 ging es im MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen nach unten. Sie hatten negativ auf Medienberichte reagiert, wonach die USA einen neuen Plan für ein Kriegsende in der Ukraine ausgearbeitet habe.

"Das war aus unserer Sicht eine massive Überreaktion, die eine gute Einstiegschance bietet", kommentierte Analyst David Perry von JPMorgan am Donnerstag. Dafür nennt er zwei Gründe: Zum einen habe ein Bericht der "Financial Times" nach Börsenschluss am Vortag Details der Pläne genannt. Und sie hätten gezeigt, dass der US-Plan weder für die Ukraine noch irgendeinen europäischen Unterstützer akzeptabel sei, so Perry.

Und sollte es den USA zum anderen doch gelingen, diesen Plan umzusetzen, so käme das de facto einem Sieg Russlands gleich. Dies würde die europäischen Rüstungsausgaben nur noch dynamisieren. Perry geht im Basisszenario unverändert davon aus, dass der Ukraine-Krieg "leider bis weit ins Jahr 2026 oder noch länger anhält".

Die deutschen Rüstungswerte sind Profiteure des Ukraine-Kriegs und der daraus resultierenden Aufrüstung der Nato-Staaten, die für volle Auftragsbücher und gute Geschäftsaussichten sorgt. Auch Renk peilt daher bis 2030 deutliche Zuwächse an: Der Umsatz soll auf bis zu 3,2 Milliarden Euro klettern und das bereinigte operative Ergebnis soll dann mehr als 20 Prozent der Erlöse betragen, wie Renk auf seinem Kapitalmarkttag mitteilte.

Der Umsatzausblick bis 2030 sei solide, die leichte Prognoseerhöhung für 2027 beim operativen Ergebnis falle aber eher mau aus, schrieb Jefferies-Analystin Chloe Lemarie in einer ersten Reaktion. Man habe hier und auch 2028 nur ein wenig "hochfrisiert", was etwas enttäuschen dürfte. Der Konsens für 2027 habe zuvor immerhin bereits 20 Prozent über dem bisherigen Ziel für den operativen Gewinn gelegen.

JPMorgan-Analyst Perry erwartet nun sinkende Marktschätzungen für den Zeitraum von 2025 bis 2027. Auch für 2028 und 2029 könnte dies der Fall sein. Die Aktien wirkten mittlerweile zwar wieder attraktiv, allerdings müssten die Anleger wohl zunächst die Enttäuschung wegstecken.

Die Renk-Aktien rutschten über 8 Prozent ab auf das Niveau vom Mai. Zuletzt konnten sie ihre Verluste aber auf etwa die Hälfte eingrenzen. Im Gegensatz zu Rheinmetall liegen sei inzwischen deutlich unter ihrer 200-Tage-Linie. Derweil stand für Hensoldt mit einem Kursplus von 1,5 Prozent eine etwas zögerlichere Erholung zu Buche. Auch beim Radar-Spezialisten bleibt das Chartbild in der Folge angeschlagen.

Von ihren Bestmarken Anfang Oktober haben sich die Rüstungswerte deutlich entfernt: Rheinmetall-Aktien sind von ihrem Rekord bei 2.008 Euro inzwischen um gut ein Fünftel zurückgefallen. Bei Renk und Hensoldt sind es gar mehr als ein Drittel. Im laufenden Jahr haben sie ihren Wert dennoch alle weit mehr als verdoppelt, Renk sogar verdreifacht.

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