ROUNDUPAngst, Grönland

So reagiert DĂ€nemark auf Trumps Drohungen

05.01.2026 - 16:59:32

Nach neuen Übernahme-Drohungen von US-PrĂ€sident Donald Trump wĂ€chst im dĂ€nischen Königreich die Sorge um Grönland.

Viele stellen sich die Frage: Könnte der Trump wirklich Ernst machen und die Arktisinsel unter seine Kontrolle bringen?

FĂŒr die dĂ€nische Regierungschefin Mette Frederiksen herrscht kein Zweifel daran, dass Trump es ernst meint. "Er hat es immer wieder direkt und indirekt gesagt", sagte Frederiksen in einem Interview des dĂ€nischen Rundfunks. "Aber wenn die USA ein anderes Nato-Land angreifen, dann hört alles auf." Trump hatte den Einsatz von militĂ€rischer Gewalt in Grönland in der Vergangenheit nicht ausgeschlossen.

DĂ€nische Regierungschefin: Trump meint es ernst

"Die Amerikaner zeigen jedenfalls, dass sie bereit sind, ziemlich weit zu gehen, und dass ihnen andere LĂ€nder egal sind", sagte Arktis-Forscher Jon Rahbek-Clemmensen von der dĂ€nischen Verteidigungsakademie dem Rundfunksender DR. "Sie betrachten den amerikanischen Kontinent als ihr Hinterland. Das sind schlechte Nachrichten fĂŒr DĂ€nemark und Grönland, denn dort liegt Grönland auch."

Trump hatte am Sonntagabend (Ortszeit) erneut vor Journalisten betont: "Wir brauchen Grönland mit Blick auf die nationale Sicherheit." Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung - und DĂ€nemark könne dort nicht fĂŒr Sicherheit sorgen. Um das zu unterstreichen, machte sich Trump mit einem Spruch ĂŒber den Nato-Partner lustig: "Wissen Sie, was DĂ€nemark jĂŒngst gemacht hat? Um die Sicherheit in Grönland zu verstĂ€rken, haben sie noch einen Hundeschlitten hinzugefĂŒgt. Es ist wahr. Sie dachten, das war eine großartige VerstĂ€rkung."

Regierungschefin Frederiksen wies die BesitzansprĂŒche des US-PrĂ€sidenten klar zurĂŒck. "DĂ€nemark ist immer ein guter VerbĂŒndeter gewesen", sagte sie in dem Interview. Das Land habe sich im vergangenen Jahr um AufrĂŒstung auf der Arktisinsel bemĂŒht. "Wir sind uns in der Nato einig darin, die Sicherheit im hohen Norden zu verstĂ€rken." Man könne aber nicht einfach hergehen und einen Teil des Territoriums eines anderen Landes ĂŒbernehmen. Zahlreiche Regierungschefs von EU-LĂ€ndern sowie der britische Premierminister Keir Starmer stellten sich hinter Frederiksens Aussage.

GrönlĂ€nderin ĂŒber Trumps Drohungen: "Das macht mich rasend!"

Auf den Straßen der grönlĂ€ndischen Hauptstadt Nuuk waren die neuerlichen Drohungen aus den USA GesprĂ€chsthema Nummer eins. "Das ist so respektlos, dass sie glauben, dass sie einfach unser Land ĂŒbernehmen können", sagte die GrönlĂ€nderin Mia Schmidt dem dĂ€nischen Rundfunk. "Das macht mich rasend!"

Viele GrönlĂ€nder sagten dem Sender DR, sie seien nun noch beunruhigter als zuvor. "Das ist ein klares Signal der USA, dass sie darauf bestehen, die Kontrolle ĂŒber Grönland zu ĂŒbernehmen", sagte Jesper MĂŒller aus Nuuk.

"MĂŒssen uns auf das Schlimmste vorbereiten"

Die grönlĂ€ndische Politikerin Aaja Chemnitz sitzt fĂŒr ihr Land im dĂ€nischen Parlament. Sie sagte: "Wir mĂŒssen uns auf das Schlimmste vorbereiten und das Beste hoffen." Auch dĂ€nische Politiker meldeten sich nach den neuen Drohungen zu Wort. "Ich habe immer noch nicht die Fantasie, mir vorzustellen, dass die USA eine militĂ€rische Invasion in Grönland in ErwĂ€gung ziehen", sagte der liberale Politiker Martin Lidegaard dem dĂ€nischen Rundfunk. "Aber sie rasseln mit dem SĂ€bel und deuten es an. Und das ist inakzeptabel."

Grönland ist ein autonom verwaltetes Gebiet in der Arktis und gehört zum Königreich DĂ€nemark. Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit BesitzansprĂŒche auf Grönland angemeldet. Damals hatten viele Menschen in DĂ€nemark dies noch als Scherz aufgefasst. Kurz vor Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte Trump Grönland wieder zum Thema gemacht. Seitdem droht er immer wieder mit einer Übernahme der Arktisinsel.

@ dpa.de