Nachfrage beim Diagnostikspezialisten Qiagen zieht wieder an
06.02.2025 - 09:36:38Dabei schlug sich der Konzern im Schlussquartal etwas besser als gedacht.
"Unser solides Umsatzwachstum im zweiten Halbjahr 2024 spiegelt unsere PlĂ€ne fĂŒr weiteres starkes Wachstum in 2025 wider", sagte Konzernchef Thierry Bernard zur Zahlenvorlage am Mittwochabend. Qiagen sei weiterhin gut aufgestellt, "um unsere Ziele fĂŒr 2028 fĂŒr profitables Wachstum zu erreichen", ergĂ€nzte Finanzchef Roland Sackers.
Die Börse zeigte sich indes nicht ĂŒberzeugt, dort ging es am Donnerstagmorgen abwĂ€rts. Im frĂŒhen Handel rutschte das Papier um mehr als dreieinhalb Prozent ab und setzte damit seine Talfahrt fort. Aktuell notiert die Aktie bei rund 40,50 Euro.
Der Labordienstleister und Diagnostikspezialist habe im vergangenen Quartal die Erwartungen an das organische Wachstum ĂŒbertroffen, schrieb UBS-Analyst Dan Leonard in seiner ersten Reaktion. Auch die bereinigte operative Ergebnismarge liege ein wenig ĂŒber seiner SchĂ€tzung. Die angepeilte Wachstumsrate fĂŒr das laufende Quartal liege trotz niedriger Vergleichswerte aus dem Vorjahr unter den Prognosen, was wohl auf eine nur allmĂ€hliche Erholung im KonsumgĂŒtergeschĂ€ft sowie den anhaltenden Herausforderungen bei den Investitionen geschuldet sei. Doch die Jahresziele deuteten auf eine Beschleunigung in den folgenden Quartalen hin, ergĂ€nzte der Experte.
Qiagen bietet unter anderem Probentechnologien, den Tuberkulosetest Quantiferon und diverse DiagnostikgerĂ€te fĂŒr Labore an. Nach einem zunĂ€chst schwachen ersten Halbjahr 2024 lichteten sich fĂŒr das Unternehmen die Aussichten. Im gesamten vergangenen Jahr kletterte der Umsatz dadurch im Vergleich um ein Prozent auf knapp 1,98 Milliarden Dollar (1,9 Mrd Euro), wie der Dax-Konzern DE0008469008 mitteilte. Etwas stĂ€rker mit plus zwei Prozent zog der Umsatz im Schlussquartal an, dabei profitierte der Konzern von einem stark anziehenden GeschĂ€ft mit Diagnostiklösungen, insbesondere mit Quantiferon.
An das Erlösplus aus dem Vorquartal reichte Qiagen aber in den drei Monaten von Oktober bis Dezember nicht mehr heran, denn bremsend wirkte sich unter anderem die weiterhin groĂe KaufzurĂŒckhaltung der Kunden bei Instrumenten aus. Belastend hinzu kam der Wegfall einiger Produkte. Dazu gehört etwa Testsystem Neumodx, das Qiagen mangels LukrativitĂ€t einstellt. Qiagen-Chef Bernard sprach vor diesem Hintergrund von einer "soliden Leistung" im letzten Jahresviertel und zeigte sich auch mit den Resultaten im Gesamtjahr zufrieden.
Das bereits im Jahresverlauf beschlossene Aus fĂŒr das DiagnostikgerĂ€t Neumodx wirkte sich hingegen gĂŒnstig auf die ProfitabilitĂ€t aus - Qiagen profitierte aber auch von Effizienzgewinnen: Die bereinigte operative Marge legte dadurch im Gesamtjahr 2024 um 1,8 Prozentpunkte auf 28,7 Prozent zu. Unter dem Strich musste Qiagen wegen höherer Kosten - auch fĂŒr seine Restrukturierung - allerdings einen GewinnrĂŒckgang um 76 Prozent auf 84 Millionen Dollar hinnehmen.
Laut Qiagen dĂŒrfte sich das "solide Wachstumstempo im zweiten Halbjahr" auch 2025 fortsetzen. Das Management erwartet ein Umsatzplus zu konstanten Wechselkursen von etwa vier Prozent und einen weiteren Anstieg der bereinigten operativen Marge um 1,5 Prozentpunkte auf mehr als 30 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll abseits der Wechselkurse auf mindestens 2,28 Dollar anziehen. Im vergangenen Jahr war diese Kennziffer nominal um 5 Prozent auf 2,18 Dollar geklettert, wĂ€hrungsbereinigt waren es 6 Prozent auf 2,20 Dollar gewesen. Damit fiel der Wert wie von Analysten erwartet aus.
FĂŒr das erste Quartal 2025 stellt sich Qiagen derweil auf noch etwas weniger Wachstum ein als im Gesamtjahr. Gerechnet wird mit einem Umsatzplus zu konstanten WĂ€hrungen von 3 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll auf mindestens 0,50 Dollar klettern, nach 0,46 Dollar vor einem Jahr.

