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Frankfurt Schluss: Dax unter Druck - Anleiherenditen und Ölpreise

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 18:13 Uhr | dpa.de

Nach seinem in der vergangenen Woche erreichten Rekordhoch orientiert sich der Dax DE0008469008 in der neuen Woche weg von seinem Gipfel.

Neben schwachen Vorgaben dämpften am Dienstag höhere Anleiherenditen und steigende Ölpreise das Interesse der Anleger an Aktien, während sich die sehnlichst erhoffte Lösung im Iran-Krieg weiterhin nicht abzeichnet.

Der deutsche Leitindex verstärkte seine Vortagsverluste mit einem Abschlag von 0,80 Prozent auf 26.128,36 Punkte. Damit entfernte er sich weiter von seiner am vergangenen Mittwoch erreichten Bestmarke von knapp 26.574 Punkten. Der MDax DE0008467416 sank sogar noch deutlicher um 1,60 Prozent auf 31.839,83 Zähler. Der Index mit den mittelgroßen Werten erreichte damit den tiefsten Stand seit mehr als drei Wochen.

Experten begründeten die Talfahrt mit der größer werdenden Attraktivität von Anleihen als konkurrierende Anlagemöglichkeit. Marktanalystin Daniela Hathorn von Capital.com machte dies am starken Anstieg langfristiger Renditen von Staatsanleihen fest. Treiber dafür seien anhaltende Inflationsrisiken, die am Dienstag auch vom steigenden Ölpreis verstärkt wurden. Hinzu kämen eine hohe staatliche Kreditaufnahme und zusätzlicher Kapitalbedarf im Zusammenhang mit dem KI-Investitionsboom.

Das Ausbleiben diplomatischer Fortschritte im Iran-Krieg trieb den Preis für die Nordsee-Ölsorte Brent am Dienstag wieder deutlich über 90 US-Dollar je Barrel. Nachdem die Mitte Juni in einem Rahmenabkommen vereinbarte Frist mittlerweile abgelaufen ist, teilte der US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social mit, dass derzeit weder Gespräche stattfinden noch welche geplant sind.

Bei den zuletzt deutlich erholten KI- und Chipwerten wurde am Dienstag in zunehmendem Maße Kasse gemacht. Unter den deutschen Einzelwerten fielen die Papiere von Siemens Energy DE000ENER6Y0 um 5,2 Prozent, nachdem sie in den vergangenen Tagen auf dem höchsten Niveau seit Anfang Juli angekommen waren. Noch etwas stärker unter Druck waren Chipwerte wie Infineon DE0006231004 sowie Branchenausrüster wie Aixtron DE000A0WMPJ6 und Suss Microtec DE000A1K0235. Dieses Bild zeigte sich so auch in den USA an der Nasdaq-Börse.

Gute Nachrichten hatte Asta Energy Solutions AT100ASTA001 für seine Anleger. Die Titel des SDax DE0009653386-Neulings lösten sich sprunghaft vom zuvor erreichten Viermonatstief nach einer erhöhten Gewinnprognose. Mit einem Plus von 7,3 Prozent holten sie aber nur einen Teil ihrer Schwäche seit der SDax-Aufnahme DE0009653386 im Juni wieder auf.

Noch vor Asta schob sich die 1&1-Aktie < DE0005545503> mit einem Kurssprung um mehr als acht Prozent. Am Vorabend wurde durch eine Mitteilung bekannt, dass der Mutterkonzern United Internet DE0005089031 beziehungsweise dessen Vorstandschef Ralph Dommermuth einen Kaufauftrag für bis zu 6 Millionen 1&1-Papiere platziert haben.

Einhell DE000A40ESU3 gab am Dienstag detaillierte Halbjahreszahlen bekannt, in deren Rahmen der Umsatzausblick auf das Gesamtjahr bestätigt wurde. Mit einem Kursrutsch um fast sechs Prozent konnte der Kurs des Werkzeugherstellers davon nach zuletzt gutem Lauf aber nicht profitieren. Umsatz und Vorsteuerergebnis seien knapp unter seinen Prognosen geblieben, schrieb der Warburg-Analyst Philipp Kaiser.

Einige Aktien wurden stärker von Umstufungen durch Analysten bewegt. So stuft Analyst David Dymonds von der französischen Investmentbank Exane BNP dem Spezialchemiekonzern Lanxess DE0005470405 jetzt mit "Underperform" ein. Die Titel büßten daraufhin im MDax 3,7 Prozent ein.

Bei Sixt DE0007231326 ließ der Schwung nach einer Hochstufung durch die Privatbank Berenberg deutlich nach. Schott Pharma DE000A3ENQ51 legten nach einer positiven Erwähnung der Barclays Bank um 2,6 Prozent zu. Nach drei Jahren sinkender Gewinnprognosen erwartet Jonathon Unwin nun eine Trendwende bei dem Pharma-Verpackungsspezialisten.

Der EuroStoxx EU0009658145 verlor ein Prozent. Außerhalb der Eurozone legten die Länderbörsen in Zürich und London leicht zu. In New York verlor der Dow Jones Industrial US2605661048 zuletzt ein halbes Prozent, während der Nasdaq 100 US6311011026 dort um 1,7 Prozent nachgab.

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