ROUNDUP, Maduro

Maduro wegen Drogenterrorismus in New York vor Gericht

05.01.2026 - 16:02:29

Nach seiner Gefangenennahme durch US-SpezialkrÀfte in Caracas soll Venezuelas autoritÀrem PrÀsidenten Nicolås Maduro in den USA der Prozess wegen Drogendelikten gemacht werden.

Am Montag wurde er zu einem Bundesgericht in New York gebracht. Dort sollte er um 12.00 Uhr (18.00 Uhr MEZ) erstmals zu einem Termin erscheinen.

Auf Videoaufnahmen, die vom US-Sender CNN ĂŒbertragen wurden, war zu sehen, dass fĂŒr seinen Transport neben einem gepanzerten Fahrzeug auch ein Helikopter benutzt wurde. Maduro wurde unter anderem von Beamten der US-Drogenpolizei DEA begleitet.

Maduro in Kommandoaktion gefangen genommen

Der 63-JĂ€hrige und seine Ehefrau Cilia Flores waren in der Nacht zum Samstag vom US-MilitĂ€r in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gefangen genommen und außer Landes gebracht worden. Am Wochenende kam er in einer Haftanstalt in New York an.

Die Regierung in Venezuela richtete unterdessen eine Kommission ein, die sich fĂŒr die Freilassung von Maduro und seiner Frau einsetzen soll. Der Arbeitsgruppe gehören unter anderem ParlamentsprĂ€sident Jorge RodrĂ­guez und Außenminister YvĂĄn Gil an. Beobachter halten es allerdings fĂŒr unwahrscheinlich, dass die US-Behörden Maduro wieder auf freien Fuß setzen.

USA werfen ihm "Drogenterrorismus" vor

Der seit 2013 amtierende PrĂ€sident ist in den Vereinigten Staaten unter anderem wegen des Vorwurfs des "Drogenterrorismus" angeklagt. Er soll aus Sicht der Ermittler sein Amt dafĂŒr genutzt haben, den Schmuggel Tausender Tonnen Kokain in die USA zu ermöglichen. Maduro habe daraus fĂŒr sich selbst Vorteile gezogen.

Nach EinschĂ€tzung der US-Regierung sind Maduro und ranghohe MilitĂ€rs ĂŒber das sogenannte "Cartel de los Soles" (Kartell der Sonnen) in den Drogenhandel verstrickt. Der Name ist den Sonnen auf den Schulterklappen venezolanischer GenerĂ€le entlehnt.

MilitÀrs sollen DrogenhÀndler gegen Schmiergeld gewÀhren lassen

Bei dem Kartell handelt es sich nach EinschÀtzung von Sicherheitsexperten allerdings nicht um eine hierarchisch organisierte Gruppe, die selbst mit Drogen handelt, sondern vielmehr um ein System der Patronage, in dem die MilitÀrs gegen Schmiergeld bereits etablierte Verbrechersyndikate in Venezuela operieren lassen und ihnen gegebenenfalls Schutz anbieten.

Der erste Auftritt von Maduro vor dem Bundesgericht in New York dĂŒrfte nach ĂŒbereinstimmenden Berichten von US-Medien nur kurz ausfallen. Bei der Anhörung sollen er und seine ebenfalls angeklagte Ehefrau formell ĂŒber die VorwĂŒrfe informiert werden. Es wird erwartet, dass sie auf "nicht schuldig" plĂ€dieren werden. Der zustĂ€ndige Richter werde aller Wahrscheinlichkeit nach Untersuchungshaft ohne Kaution anordnen, heißt es in mehreren Berichten.

Prozessbeginn möglicherweise erst in ĂŒber einem Jahr

US-Medien gehen zudem davon aus, dass es mehr als ein Jahr dauern könnte, bis es zu einem Geschworenenprozess kommt. In den folgenden Wochen dĂŒrfte sich das Verfahren zunĂ€chst auf rechtliche Grundsatzfragen konzentrieren: Maduros Verteidiger könnten die RechtmĂ€ĂŸigkeit seiner Festnahme und Überstellung in die USA anfechten sowie auf seine ImmunitĂ€t als Staatsoberhaupt verweisen.

Nach Auffassung der US-Regierung ist Maduro allerdings schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr der rechtmĂ€ĂŸige PrĂ€sident des sĂŒdamerikanischen Landes. Damals verlor er nach EinschĂ€tzung der Opposition und internationaler Beobachter die PrĂ€sidentenwahl. Das regierungstreue Wahlamt erklĂ€rte ihn trotzdem zum Sieger und er ließ sich fĂŒr eine weitere Amtszeit vereidigen.

Internationale Kritik an US-Angriff in Venezuela

An dem US-Angriff auf Venezuela und der Festnahme Maduros gibt es scharfe Kritik. Venezuelas VerbĂŒndete wie Russland und China, aber auch eine Reihe lateinamerikanischer Staaten und Spanien verurteilten den Einsatz als völkerrechtswidrig. Am Montag sollte sich auch der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Fall befassen.

Die Regierung in Caracas hatte die Sondersitzung beantragt. Die Attacke stelle einen Verstoß gegen die UN-Charta dar und gefĂ€hrde den Frieden in der Region und der ganzen Welt, hieß es in einem Schreiben des Außenministeriums an den stĂ€ndigen Vertreter Somalias bei den Vereinten Nationen, der im Januar dem Weltsicherheitsrat vorsteht. Der UN-Sicherheitsrat solle die Aggression verurteilen und die Einstellung der Angriffe fordern.

@ dpa.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt anmelden.