ROUNDUP, Mexiko

EU und Mexiko stÀrken Partnerschaft mit neuem Abkommen

23.05.2026 - 10:05:02 | dpa.de

Nach zehnjÀhrigen Verhandlungen haben die EuropÀische Union und Mexiko ein modernisiertes Handels- und Kooperationsabkommen unterzeichnet.

"Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage ist unsere Partnerschaft wichtiger denn je", sagte EU-RatsprÀsident António Costa in Mexiko-Stadt.

Mit dem neuen Abkommen hebt Mexiko nahezu alle bestehenden Zölle auf EU-Einfuhren auf. Zudem werden bĂŒrokratische Handelshemmnisse beseitigt. Ebenso soll der Zugang zu öffentlichen AuftrĂ€gen erleichtert werden. Das Abkommen umfasst auch den digitalen Handel.

Vor der Unterzeichnung trafen sich EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und Costa mit der linksgerichteten mexikanischen PrĂ€sidentin Claudia Sheinbaum. Es war das erste Gipfeltreffen zwischen der EU und der zweitgrĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft Lateinamerikas seit zehn Jahren. Laut von der Leyen will Europa das Abkommen mit Investitionen in Höhe von fĂŒnf Milliarden Euro unterstĂŒtzen. Diese sollen in Infrastrukturprojekte in Mexiko fließen.

Angesichts der Politik von US-PrÀsident Donald Trump und weiterer globaler Herausforderungen wollen die EU und Mexiko ihre Handelsbeziehungen diversifizieren und ihre Partnerschaft aufbauen. Neben Handelsfragen umfasst die neue Fassung auch Regelungen zu Themen wie Klimawandel, Menschenrechten und internationaler Zusammenarbeit.

Mexiko schĂŒtzt europĂ€ische Herkunftsangaben

Einem Bericht der deutschen Wirtschaftsförderungsagentur GTAI zufolge beseitigt Mexiko schrittweise Zölle auf Produkte wie GeflĂŒgelfleisch, Schweinefleisch, KĂ€se und Schokolade. GeschĂŒtzt werden mit dem Abkommen auch Herkunftsangaben wie etwa Parmaschinken, Bayerisches Bier und Tiroler Speck. Die EU sichere sich zudem den Zugang zu kritischen Rohstoffen.

Unterzeichnet wurde ebenfalls ein Interimshandelsabkommen. Nach Abschluss des Ratifizierungsprozesses innerhalb der EU soll es dann durch das Globalabkommen ersetzt werden.

Mexiko hat 130 Millionen Einwohner und ist die zweitgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft Lateinamerikas. Aufgrund der Nachbarschaft zu den USA und des nordamerikanischen Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada ist das Land ein wichtiger Produktionsstandort auch fĂŒr deutsche Unternehmen.

Positive Reaktionen aus Politik und Wirtschaft

"Das modernisierte Abkommen schafft im deutsch-mexikanischen Handel ein Plus an Rechtssicherheit und Planbarkeit in einem zunehmend disruptiven Handelsumfeld", sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrung des Bundesverbands der Deutschen Industrie.

Aus Sicht von Bernd Lange (SPD), Vorsitzender des Handelsausschusses im EuropĂ€ischen Parlament, gibt das modernisierte Abkommen offenem und fairem Handel RĂŒckenwind. "Europa setzt auch in turbulenten Zeiten auf Partnerschaft statt Isolation", sagte Lange. Rund 95 Prozent der mexikanischen Zölle auf EU-Agrarexporte wĂŒrden abgebaut.

Mehr als 70 Nichtregierungsorganisationen aus Lateinamerika und der EU, kritisierten dagegen die Vereinbarung. "Statt einer echten Modernisierung wurden vor allem die Privilegien fĂŒr Konzerne ausgeweitet", erklĂ€rte Bettina MĂŒller von der NGO PowerShift aus Berlin.

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