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New York Schluss: Rekordindizes geraten unter Druck

08.03.2024 - 22:28:18

Nach zuletzt zwei Tagen mit teils deutlichen Gewinnen sind die US-Börsen am Freitag vorerst an ihre Grenzen gestoßen.

Die anfangs rekordhohen Indizes S&P 500 US78378X1072 und Nasdaq 100 US6311011026 haben im Verlauf Federn gelassen. US-Arbeitsmarktdaten festigten im Gesamtbild zwar zunÀchst die Markterwartung einer Leitzinssenkung im Juni. In der Folge setzten aber Gewinnmitnahmen ein.

Der Nasdaq 100 schraubte seinen Rekord zunĂ€chst auf knapp 18 417 ZĂ€hler nach oben, bĂŒĂŸte dann aber 1,53 Prozent auf 18 018,45 Punkte ein. FĂŒr den marktbreit gefassten S&P 500 ging es nach dem ersten Sprung bis auf 5189 Punkte noch um 0,65 Prozent bergab auf 5123,69 ZĂ€hler. Beide Indizes verbuchten damit Wochenverluste: WĂ€hrend sie beim S&P 500 relativ knapp waren, fielen sie beim Nasdaq 100 mit eineinhalb Prozent besonders deutlich aus.

Der Dow Jones Industrial US2605661048 war den Schwankungen am Freitag nur wenig ausgesetzt, bei den dort enthaltenen Standardwerten blieben die Anleger relativ gelassen. An sie gingen Anleger zuletzt aber auch schon verhaltener ran, denn der bisherige Rekord des Kursbarometers ist zwei Wochen alt. Mit 38 722,69 Punkten schloss der Dow moderat mit 0,18 Prozent im Minus. Auch er kam damit auf eine schwache Wochenbilanz.

Bei den Jobdaten gab es zwar einen unerwartet deutlichen BeschĂ€ftigungsanstieg, die Experten der ING Bank sahen aber auch Anzeichen einer AbkĂŒhlung. Sie verwiesen auf Revisionen der Vormonatswerte nach unten, eine schwache Lohnentwicklung und eine steigende Arbeitslosigkeit. "Diese EinflĂŒsse deuten darauf hin, dass die Lage nicht ganz so robust ist, wie die erste Schlagzeile es vermuten lĂ€sst", schrieb der ING-Ökonom James Knightley.

Die Gewinnmitnahmen zeigten sich konform zum Nasdaq 100 vor allem im Technologiesektor. Nach zwei Rallytagen sanken die Aktien des Prozessorherstellers Intel US4581401001 am Dow-Ende um 4,7 Prozent. An der Nasdaq erwischte es die Anleger von Marvell Technology US5738741041 am heftigsten: Weil der Halbleiterkonzern mit seinen Zahlen enttÀuschte, sackte der Kurs um mehr als elf Prozent ab.

Die Chipbranchen-Verluste zeigten sich auch bei Broadcom US11135F1012, obwohl die vorgelegten Zahlen im Großen und Ganzen die zuletzt hoch geschraubten Erwartungen erfĂŒllten - auch an den Boom mit KĂŒnstlicher Intelligenz (KI). Nach dem zuletzt erreichten Rekordniveau reichte der Quartalsbericht aber nicht mehr, um die Anleger weiter fĂŒr die Aktien zu begeistern. Das Minus wurde auf sieben Prozent ausgeweitet.

Die Anteilsscheine des KI-Lieblings Nvidia US67066G1040 kamen denn auch an ihre Grenzen. Knapp unter der 1000-Dollar-Marke drehten sie ab und rutschten mit 5,6 Prozent ins Minus. Sie konnten sich damit auch nicht mehr weiter an den Marktwert von Apple US0378331005 annÀhern. Die Titel des iPhone-Herstellers konterten die MarktschwÀche mit einer Erholung um ein Prozent. Apple gewann damit in der Rangliste der wertvollsten Konzerne wieder etwas Abstand zu Nvidia.

Unter den Anlegern von Eli Lilly US5324571083 kam Unsicherheit auf, wie ein Minus von 2,3 Prozent zeigte. Der Arzneimittelhersteller muss womöglich noch lÀnger auf eine Zulassung seines Alzheimer-Mittels mit dem Wirkstoff Donanemab in den USA warten. Die Arzneimittelaufsicht FDA plant zunÀchst eine Anhörung mit externen Beratern, wobei es vor allem um Fragen rund um die Sicherheit und die Wirksamkeit der Therapie gehen soll.

Die Eli-Lilly-Nachrichten waren zur Freude der Biogen US09062X1037-AktionĂ€re, weil der Wettbewerber seit Juli ein Alzheimer-Medikament auf dem Markt hat. Hier zogen die Aktien um 1,8 Prozent an. "Die kommerziellen Aussichten eines wichtigen Konkurrenten könnten beeintrĂ€chtigt werden", schrieb Analyst Brian Abrahams von RBC. Er zeigte sich ĂŒberzeugt davon, dass das Potenzial des Biogen-Medikaments Leqembi von Anlegern noch nicht vollstĂ€ndig geschĂ€tzt wird.

Der Euro EU0009652759 erreichte zunĂ€chst ein Hoch seit Mitte Januar, kam dann aber mit 1,0936 US-Dollar in etwa auf sein Vortagsniveau zurĂŒck. Die EuropĂ€ische Zentralbank hatte den Referenzkurs noch vor den US-Arbeitsmarktdaten auf 1,0932 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9147 Euro.

US-Staatsanleihen bewegten sich leicht im Plus. Der Terminkontrakt fĂŒr zehnjĂ€hrige Anleihen stieg zuletzt um 0,13 Prozent auf 111,80 Punkte. Zeitweise war er noch deutlicher zugelegt. Die Rendite der Staatspapiere mit dieser Laufzeit lag zuletzt bei 4,08 Prozent./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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