Sonderkonferenz ĂŒber Preiserhöhung
18.09.2025 - 07:35:01Dem Vernehmen nach könnte die Fahrkarte die Nutzer im kommenden Jahr 62 bis 64 Euro pro Monat kosten, wie die Deutsche Presse-Agentur im Vorfeld des Treffens erfuhr. Zu Jahresbeginn war der Preis von 49 Euro auf 58 gestiegen.
Konferenz legt Preis fest - Bundesrat muss formell beschlieĂen
Den Preis fĂŒr das Ticket setzt die Verkehrsministerkonferenz (VMK) der LĂ€nder fest. Der Bund ist Gast. Formell beschlossen wird die Erhöhung dann noch mal im Bundesrat. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) ist bei den GesprĂ€chen in MĂŒnchen nicht dabei, er wird von einem StaatssekretĂ€r vertreten.
Die LĂ€ndervertreter hatten bereits in den vergangenen Tagen hinter den Kulissen ĂŒber einen Kompromiss verhandelt - auf einen konkreten Preis konnten sie sich aber zunĂ€chst nicht einigen. In einer Beschlussvorlage, die der dpa vorliegt, wird bei der Frage einer Preisanhebung 2026 keine Zahl genannt.
Die saarlĂ€ndische Verkehrsministerin Petra Berg hat hingegen eine genaue Preisvorstellung. "Ich denke, dass mit maximal 62 Euro ab dem kommenden Jahr eine gute Finanzierung fĂŒr das Deutschlandticket gesichert wĂ€re", sagte die SPD-Politikerin der "Rheinischen Post".
AuĂerdem könnte es laut Vorlage dazu kommen, dass die LĂ€nder sich bereiterklĂ€ren, von 2026 bis 2030 jĂ€hrlich 1,5 Milliarden Euro fĂŒr das Deutschlandticket bereitzustellen - wenn der Bund ebenfalls Bundesmittel in Höhe von mindestens 1,5 Milliarden Euro pro Jahr von 2026 bis 2030 zusichert. Bisher hat der Bund dies nur fĂŒr 2026 zugesagt.
Niedersachsen enttĂ€uscht ĂŒber Streit von Bund und LĂ€ndern
"Niedersachsen setzt sich dafĂŒr ein, dass das Deutschlandticket bezahlbar bleibt. Der Erfolg des D-Tickets steht und fĂ€llt mit dem Preis. Daher wĂ€ren wir als Land durchaus bereit, die insgesamt entstehenden Mehrkosten teilweise mit Landesgeld zu kompensieren", sagte der niedersĂ€chsische Verkehrsminister Granz Hendrik Tonne (SPD) der dpa in Hannover. Das gehe aber nur auf, wenn die anderen LĂ€nder und der Bund mitziehen wĂŒrden. "Leider zeichnet sich das bisher nicht ab, dass wir da zusammenkommen."
Tonne zeigte sich enttĂ€uscht ĂŒber das "Schwarze-Peter-Spiel zwischen Bund und LĂ€ndern". Es verstehe doch niemand, dass Milliardensummen in moderne Infrastruktur, neue StraĂen und Schienen flieĂen sollten, "und gleichzeitig ist kein Geld da fĂŒr gĂŒnstige MobilitĂ€t".
Knackpunkt sind einmal mehr die Mehrkosten
Knackpunkt ist in der Tat einmal mehr die Frage, wie erwartete Mehrkosten bei Verkehrsunternehmen ausgeglichen werden sollen - ĂŒber die drei Milliarden Euro pro Jahr hinaus, die Bund und LĂ€nder bisher zusammen bereitstellen und auch fĂŒr das kommende Jahr geben wollen. Das Deutschlandticket ist im Vergleich zu bisherigen Abos gĂŒnstiger, das sorgt fĂŒr EinnahmeausfĂ€lle. Laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen droht 2026 eine FinanzierungslĂŒcke von prognostizierten 800 Millionen Euro.
Das Deutschlandticket gibt es seit Mai 2023. Es wird nach Branchenangaben von rund 14 Millionen Menschen genutzt und ermöglicht bundesweit Fahrten im öffentlichen Regional- und Nahverkehr.
Vorwurf: Bund missachtet den eigenen Koalitionsvertrag
Seitens der LĂ€nder hatte es im Vorfeld der Konferenz in MĂŒnchen teils massive Kritik an der Bundesregierung gegeben. Schnieder hatte mehrfach erklĂ€rt, dass der Bund keine weiteren Gelder ĂŒber die zugesagten 1,5 Milliarden Euro hinaus zur VerfĂŒgung stellt. "Es ist das Gegenteil von verantwortungsvoller Politik, erst PreisstabilitĂ€t zu versprechen und sich dann, wenn es konkret wird, aus dem Staub zu machen", sagte der nordrhein-westfĂ€lische Verkehrsminister Oliver Krischer. In ihrem Koalitionsvertrag habe die Bundesregierung PreisstabilitĂ€t bis 2029 verankert. Insbesondere die SPD habe sich dafĂŒr starkgemacht.

