Nasdaq Composite, Iran-Krieg

Nasdaq Composite schließt fünfte Verlustwoche ab: 2,1-Prozent-Minus durch Iran-Krieg und Tech-Schwäche

28.03.2026 - 07:57:56 | ad-hoc-news.de

Der Nasdaq Composite Index fiel am Freitag, 27. März 2026, um 459,72 Punkte oder 2,1 Prozent auf 20.948,36 Punkte und beendete damit die fünfte Verlustwoche in Folge – die schlechteste seit Beginn des Iran-Kriegs. Tech-Giganten wie Amazon, Meta und Nvidia trugen stark zum Rückgang bei, während steigende Ölpreise die Risikostimmung belasteten.

Nasdaq Composite,  Iran-Krieg,  Tech-Aktien - Foto: THN
Nasdaq Composite, Iran-Krieg, Tech-Aktien - Foto: THN

Der Nasdaq Composite hat am Freitag, 27. März 2026, einen deutlichen Rückgang von 459,72 Punkten oder 2,1 Prozent hingelegt und schloss bei 20.948,36 Punkten. Dieser Verlust markiert das Ende der fünften aufeinanderfolgenden Verlustwoche für den technologieorientierten US-Index, die schwächste Seitenzug seit dem Ausbruch des Kriegs mit dem Iran. Im Vergleich zum Dow Jones Industrial Average, der um 1,7 Prozent fiel, und dem S&P 500 mit einem Minus von 1,7 Prozent zeigte der Nasdaq Composite eine stärkere Reaktion auf die anhaltende geopolitische Unsicherheit.

Stand: Samstag, 28. März 2026, 07:57 Uhr MEZ (Europe/Berlin)

Geopolitische Eskalation als Haupttreiber

Die jüngsten Entwicklungen im US-Iran-Konflikt dominieren die Marktstimmung. Wall Street schloss die Woche mit Verlusten ab, nachdem Hoffnung auf ein Kriegsende zunahm und wieder schwand. Der Nasdaq Composite, der über 3.000 Aktien umfasst und stark von Technologie- und Wachstumswerten geprägt ist, reagierte besonders sensibel. Im Gegensatz zum breiteren S&P 500, der 8,7 Prozent unter seinem Januar-Höchststand liegt, fiel der Nasdaq Composite in dieser Woche stärker, da Investoren aus risikoreichen Tech-Titeln flohen. Der direkte Übertragungsmechanismus läuft über die gestiegenen Ölpreise: Brent-Rohöl kletterte um 3,4 Prozent auf 105,32 Dollar pro Barrel, US-Crude um 5,5 Prozent auf 99,64 Dollar – ein Anstieg von rund 50 Prozent seit Kriegsbeginn von etwa 70 Dollar.

Tech-Sektor unter Druck: Mega-Caps führen den Rückgang an

Big Tech war einer der schwersten Bremsklötze. Amazon fiel um 4 Prozent, Meta Platforms ebenfalls um 4 Prozent und Nvidia um 2,2 Prozent. Diese Titel haben ein hohes Gewicht im Nasdaq Composite, da der Index marktkapitalisierungsgewichtet ist und Tech-Firmen wie diese einen Großteil der Gesamtperformance bestimmen. Drei von vier S&P-500-Aktien fielen, aber der Nasdaq, mit seinem Fokus auf Nasdaq-notierte Tech-Werte, litt unter einem überproportionalen Abverkauf. Der Unterschied zum **Nasdaq-100**, der nur die 100 größten Nicht-Finanzwerte abbildet, ist hier relevant: Während genaue Nasdaq-100-Schlussstände variieren, spiegeln Futures-Proxys (CME Nasdaq-100 Futures) ähnliche Verluste wider, sind jedoch kein direkter Ersatz für den breiteren Composite.

Vergleich zu anderen US-Indizes: Nasdaq am stärksten betroffen

Der Dow Jones schloss bei 45.166,64 Punkten nach einem Minus von 793,47 Punkten (1,7 Prozent), der S&P 500 bei 6.368,85 Punkten (-108,31 Punkte oder 1,7 Prozent). Der Russell 2000, der Small Caps misst, verlor 1,7 Prozent auf 2.449,70 Punkte. Der Nasdaq Composite schnitt damit am schlechtesten ab, was auf eine Rotation aus Growth- in Value- oder Defensive-Sektoren hinweist. Diese Divergenz unterstreicht, dass der Iran-Krieg nicht uniform alle Indizes trifft: Tech-lastige Benchmarks wie der Nasdaq leiden stärker unter Risikoaversion als der wertorientierte Dow.

Marktbreite und Volatilität steigen

Die Marktstimmung verschlechterte sich merklich. Der VIX, der Angstindex, kletterte in der Vorwoche auf 27,44 (+8,3 Prozent), was auf erhöhte Unsicherheit hinweist. Im Nasdaq Composite wurden mehr neue Tiefs als Hochs notiert, ein klares Signal für breiten Verkaufsdruck. Handelsvolumen lag bei 16,50 Milliarden Aktien, unter dem 20-Tage-Durchschnitt von 20,54 Milliarden. Sektoren wie Communication Services (-3,5 Prozent), Information Technology (-2,7 Prozent) und Industrials (-2,3 Prozent) zogen den Index nach unten, während Energy (+1,6 Prozent) von höheren Ölpreisen profitierte.

Auswirkungen auf europäische und DACH-Investoren

Für europäische Anleger, insbesondere in DACH-Ländern, hat der Nasdaq-Rückgang direkte Relevanz. Viele deutsche Privatanleger halten **Nasdaq Composite**-verfolgende ETFs wie den Invesco QQQ (der jedoch Nasdaq-100-trackt) oder breitere US-Tech-ETPs über Xetra. Der Spillover-Effekt zeigte sich in europäischen Märkten: Indizes fielen nach gemischtem Asien-Handel. Steigende Energiepreise belasten die Stagflationsängste in der Eurozone, wo Inflation bereits hoch ist. Deutsche Investoren, die auf Wachstum setzen, sehen hier ein Warnsignal: Der Nasdaq, als Proxy für Innovation und AI-Hype, verliert an Glanz inmitten geopolitischer Risiken.

Ökonomischer Kontext: Arbeitsmarktdaten und Fed-Erwartungen

Neben Geopolitik spielen US-Arbeitsmarktdaten eine Rolle. Für die Woche zum 21. März stiegen die Initial Jobless Claims auf 210.000 (+5.000), die 4-Wochen-Durchschnitt auf 210.500. Continuing Claims fielen auf 1.819.000, der niedrigste Stand seit Oktober 2024. Diese Robustheit dämpft Zinssenkungserwartungen der Fed, was für zinsempfindliche Tech-Werte im Nasdaq Composite negativ ist. Der Konflikt mit Iran überlagert jedoch makroökonomische Faktoren, da höhere Ölpreise Inflationsdruck erzeugen und Rezessionsrisiken steigern.

Ausblick: Mögliche Szenarien für die kommende Woche

Die nächste Woche hängt von Fortschritten in den US-Iran-Gesprächen ab, einschließlich Trumps 10-tägiger Pause bei Iran-Energieangriffen. Sollte Deeskalation eintreten, könnte der Nasdaq Composite rebounden, getrieben von Tech-Recovery. Bleibt der Konflikt eskalieren, droht weiterer Abverkauf, potenziell unter 20.000 Punkte. Positionierung in Futures (Nasdaq-100 CME) zeigt defensive Haltung. Für DACH-Investoren: Diversifikation in Energy-ETFs oder Short-Positionen auf Tech könnte sinnvoll sein, abhängig von Risikoprofil.

Technische Analyse des Nasdaq Composite

Technisch hat der Index die 50-Tage-Linie unterschritten und testet nun die 200-Tage-SMA bei etwa 20.500 Punkten. RSI liegt bei 35, überverkauft. Widerstände bei 21.400, Support bei 20.500. Historisch erholt sich der Nasdaq nach geopolitischen Schocks schnell, sofern Fundamentaldaten halten. Der Iran-Krieg, begonnen vor Monaten, hat den Index um über 10 Prozent von Höchstständen gedrückt.

Unterschiede zu Nasdaq-100 und ETFs

Wichtig: Der **Nasdaq Composite** umfasst alle Nasdaq-notierten Aktien (über 3.000), inklusive Small Caps, während der Nasdaq-100 nur 100 Large Caps trackt. ETFs wie QQQ (ISIN: US46090E1038) folgen dem Nasdaq-100, nicht dem Composite. Nasdaq, Inc. als Börsenbetreiber ist separat und nicht Teil des Index. Futures sind Nasdaq-100-basiert (CME), kein direkter Composite-Proxy.

Weiterführende Quellen

Las Vegas Sun: US-Indizes am Freitag
LA Times: Wall Street fünfte Verlustwoche
Zacks: Stock Market News 27. März

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, ETFs und Finanzinstrumente sind volatil.

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