Nasdaq Composite schließt fünfte Verlustwoche ab: 2,1-Prozent-Rückgang auf 20.948 Punkte durch Iran-Krieg und Ölpreis-Spitze
28.03.2026 - 07:55:10 | ad-hoc-news.deDer Nasdaq Composite Index hat am Freitag, 27. März 2026, einen deutlichen Rückgang von 459,72 Punkten oder 2,1 Prozent hingelegt und schloss bei 20.948,36 Punkten. Dieser Verlust rundete die fünfte aufeinanderfolgende Verlustwoche ab, die schwächste seit dem Ausbruch des Kriegs mit dem Iran. Die Tech-lastige Börse leidet unter den Eskalationsängsten, die Ölpreise in die Höhe treiben und Inflationssorgen schüren.
Stand: Samstag, 28. März 2026, 07:54 Uhr MEZ (Europe/Berlin)
Schlusskurs und wöchentliche Bilanz des Nasdaq Composite
Der offizielle Schlusskurs des Nasdaq Composite am 27. März 2026 betrug 20.948,36 Punkte nach einem Minus von 459,72 Punkten. Dies entspricht einem Tagesrückgang von 2,1 Prozent. Über die gesamte Woche gesehen verlor der Index 699,25 Punkte oder 3,2 Prozent. Seit Jahresbeginn steht der Nasdaq Composite nun 2.293,63 Punkte oder 9,9 Prozent im Minus. Diese Entwicklung unterscheidet sich vom Russell 2000, der wöchentlich leicht zulegte, und unterstreicht die Vulnerabilität techdomizierter Indizes gegenüber geopolitischen Risiken.
Im Vergleich zu anderen US-Indizes fiel der Nasdaq Composite stärker als der S&P 500 (-1,7 Prozent am Freitag) und der Dow Jones Industrial Average (ebenfalls -1,7 Prozent). Der S&P 500 schloss bei 6.368,85 Punkten, der Dow bei 45.166,64 Punkten. Der Nasdaq, mit seinem hohen Tech-Anteil, reagierte empfindlicher auf die Ölpreisentwicklung und Kriegsunsicherheiten.
Iran-Krieg als zentraler Treiber für den Nasdaq-Rückgang
Der dominante Auslöser für den Abstieg des Nasdaq Composite ist der anhaltende Krieg mit dem Iran, der nun in seine fortgeschrittene Phase eingetreten ist. Investoren fürchten langfristige Störungen in der Energieversorgung des Persischen Golfs, was zu einer 'Strafwelle globaler Inflation' führen könnte. Brent-Rohöl stieg am Freitag um 3,4 Prozent auf 105,32 US-Dollar pro Barrel, während US-West-Texas-Intermediate (WTI) um 5,5 Prozent auf 99,64 Dollar zulegte. Vor Kriegsbeginn lagen die Preise bei rund 70 Dollar.
Diese Ölpreisexplosion wirkt sich direkt auf den Nasdaq aus, da höhere Energiekosten die Margen tech-orientierter Unternehmen drücken und die Fed-Politik komplizieren. Der Index, der über 3.000 Aktien umfasst, mit Schwerpunkt auf Technologie und Wachstumstitel, ist besonders anfällig für Inflationsschübe, die Zinserhöhungen provozieren könnten. Die Unsicherheit über das Kriegsende führte zu täglichen Umschwüngen: Gewinne und Verluste wechselten sich ab, bis der Freitag die Verluste vertiefte.
Tech-Giganten belasten den Nasdaq Composite maßgeblich
Große Technologieaktien waren die Haupttreiber des Rückgangs. Amazon fiel um 4 Prozent, Meta Platforms ebenfalls um 4 Prozent, Nvidia um 2,2 Prozent. Drei von vier S&P-500-Komponenten schlossen im Minus, was den Druck auf den Nasdaq verstärkte. Der Nasdaq Composite als breiter Tech-Index spiegelt diese Bewegungen wider, im Gegensatz zum Dow, der industriellere Werte enthält.
Beachten Sie den Unterschied zum Nasdaq-100, der nur die 100 größten nicht-finanziellen Nasdaq-Aktien abbildet und oft als Proxy via CME-Futures gehandelt wird. Der Composite umfasst alle Nasdaq-notierten Aktien und ist somit breiter, aber volatiler in risikosensiblen Phasen wie dem aktuellen.
Vergleich mit anderen US-Indizes und globale Spillover-Effekte
Der Nasdaq Composite unterperformte klar: Während der S&P 500 wöchentlich 2,1 Prozent verlor, waren es beim Nasdaq 3,2 Prozent. Der Dow fiel wöchentlich um 1,7 Prozent, der Russell 2000 stieg hingegen um 0,5 Prozent. Seit dem Januar-Höchststand liegt der S&P 500 8,7 Prozent zurück, der Nasdaq tiefer.
In Europa folgten Indizes dem Abwärtstrend nach gemischten Asien-Kursen. Für DACH-Investoren relevant: Der anhaltende Druck auf Tech-Werte belastet ETFs wie den iShares Nasdaq-100 UCITS ETF, der als Proxy dient, aber nicht den vollen Composite abbildet. Europäische Portfolios mit US-Tech-Exposition sehen hier klare Verluste.
Inflations- und Fed-Ausblick für den Nasdaq Composite
Die Ölpreissteigerung nährt Befürchtungen vor anhaltender Inflation, was die US-Notenbank zu restriktiverer Politik zwingen könnte. Der Nasdaq, als Wachstumsindex, leidet unter höheren Zinsen, da Tech-Firmen zukunftsgerichtet bewertet werden. Investoren rechnen mit verzögerter Zinssenkung, was den Abwärtstrend verlängern könnte.
Langfristig: Der Krieg könnte Lieferketten stören, Halbleiterpreise treiben und AI-Hype dämpfen. Dennoch bleibt der Nasdaq resilient durch Innovationstreiber wie Nvidia, trotz aktueller Korrektur.
Ausblick und Risiken für europäische Investoren
Für DACH-Anleger bietet der Nasdaq via ETFs Zugang, birgt aber hohe Volatilität. Aktuelle Verluste signalisieren Rotation aus Tech in Value-Sektoren. Wichtige Katalysatoren: Neue Kriegseskalationen, Ölpreisentwicklungen oder Fed-Signale. Eine Deeskalation könnte schnelle Erholung bringen.
Risiken umfassen anhaltende Energiekrise, regulatorische Hürden für Tech und geopolitische Unsicherheiten. Diversifikation bleibt essenziell.
Weiterführende Quellen
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, ETFs und Finanzinstrumente sind volatil.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.

