Nato-Chef, US-Streichungen

Nato-Chef bestÀtigt US-Streichungen bei StreitkrÀfteplanung

17.06.2026 - 15:13:43 | dpa.de

Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte hat bestĂ€tigt, dass die USA kĂŒnftig weniger militĂ€rische FĂ€higkeiten fĂŒr Abschreckung und Verteidigung unter Nato-Kommando in Bereitschaft halten.

Man habe die Arbeitsteilung im Bereich der konventionellen StreitkrĂ€fte ĂŒberprĂŒft und sehe, dass die europĂ€ischen VerbĂŒndeten und Kanada bereit, willens und in der Lage seien, mehr zu leisten, erklĂ€rte Rutte. Auf dieser Grundlage hĂ€tten die Vereinigten Staaten ihre Zusagen im Rahmen des sogenannten Nato Force Model angepasst. DarĂŒber wird im BĂŒndnis festgelegt, welche Mitgliedstaaten wie viele KrĂ€fte und FĂ€higkeiten bereithalten und wie schnell diese verfĂŒgbar sein mĂŒssen.

Der NiederlĂ€nder betonte, dass dies aus seiner Sicht aber kein Problem sei und nicht als RĂŒckzug der USA interpretiert werden sollte. "Die Vereinigten Staaten haben deutlich gemacht, dass sie sich zur Nato bekennen", sagte Rutte. Dieses Bekenntnis gehe jedoch mit der Erwartung einher, dass sich die VerbĂŒndeten die Verantwortung fĂŒr Sicherheit hier in Europa gerechter teilten. FĂŒr die EuropĂ€er und Kanadier bedeute dies, dass sie im konventionellen Bereich mehr leisten mĂŒssten, erklĂ€rte er. Die nukleare Abschreckung wollten die USA weiter verlĂ€sslich leisten.

Kampfjets, Drohnen und eine FlugzeugtrÀgerkampfgruppe

Den genauen Umfang der US-StreichplĂ€ne hatte bereits Anfang des Monats die "Welt" enthĂŒllt. Sie berichtete unter Berufung auf ein Geheimdokument, dass die USA unter anderem LangstreckenaufklĂ€rungsdrohnen und acht moderne Tankflugzeuge des Typs KC-46 komplett aus der Nato-Planung nehmen. Starke Reduzierungen der BeitrĂ€ge soll es zudem etwa bei Kampfjets, bewaffneten Drohnen des Typs MQ-9 sowie Kreuzer- und ZerstörerverbĂ€nden geben. Auch eine FlugzeugtrĂ€gerkampfgruppe und ein Langstreckenbomberverband sollen nicht mehr abrufbar sein.

Rutte: "Das ist fair"

Rutte betonte am Mittwoch in BrĂŒssel, historisch gesehen habe eine ĂŒbermĂ€ĂŸige AbhĂ€ngigkeit von den Vereinigten Staaten bestanden. Nun hĂ€tten die USA ihre zugesagten BeitrĂ€ge angepasst - und andere VerbĂŒndete hĂ€tten ihre BeitrĂ€ge erhöht. "Das ist fair. Das macht uns stĂ€rker."

Details nannte Rutte nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur konnten einige LĂŒcken sofort geschlossen werden, aber nicht alle. Zuletzt gab es am 2. und 3. Juni eine Konferenz zur KrĂ€ftebereitstellung.

Mit Blick auf die Gefahren durch Russland und die Bedeutung der US-Abschreckung sagte Rutte: "Es ist schon etwas seltsam, dass wir immer noch so viel Hilfe von einem anderen Land benötigen, das acht Flugstunden entfernt liegt und 350 Millionen Einwohner hat, um uns gegen ein Land mit 140 Millionen Einwohnern zu verteidigen."

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