Schritte, Nato

Schritte geplant: Nato sucht Ausweg aus Streit um Grönland

12.01.2026 - 16:28:30

Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte setzt zur Beruhigung der Grönland-Debatte auf eine stĂ€rkere BĂŒndnisprĂ€senz in der Arktis.

Man diskutiere derzeit weitere Schritte, wie man die Arktis gemeinsam sicherer machen könne, sagte Rutte bei einer Pressekonferenz zu politischen GesprÀchen in Kroatien. Die Nato sei bereits im vergangenen Jahr auf Bitten der alliierten Arktis-Anrainerstaaten USA, Kanada, DÀnemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island aktiver geworden und es habe gute Diskussionen gegeben.

Wie die möglichen Schritte aussehen, sagte Rutte zunĂ€chst nicht. Zuvor war allerdings bekannt geworden, dass mehrere BĂŒndnisstaaten sich fĂŒr den Start eines neuen Überwachungseinsatzes mit dem Namen "Arctic Sentry" (deutsch etwa: WĂ€chter der Arktis) ausgesprochen haben. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewĂ€hrleistet werden kann. UnterstĂŒtzt werden die PlĂ€ne fĂŒr eine stĂ€rkere BĂŒndnisprĂ€senz in der Arktis unter anderem von Deutschland und Großbritannien.

Geht es nur um Sicherheit?

Ob der Verstoß Erfolg hat, ist allerdings unklar. Grund ist, dass Nato-EinsĂ€tze nur gestartet werden können, wenn alle Alliierten zustimmen. Dabei stellt sich vor allem die Frage, ob es den USA bei ihrem Interesse an der offiziell zu DĂ€nemark gehörenden Insel Grönland vielleicht vor allem um deren Rohstoffreichtum geht. In diesem Fall dĂŒrfte ein neuer Nato-Einsatz die Grönland-Debatte nicht beenden.

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte zuletzt wieder mehrfach deutlich gemacht, dass er die grĂ¶ĂŸte Insel der Erde unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will. Dabei verwies er auf deren große strategische Bedeutung und eine zuletzt große PrĂ€senz von russischen und chinesischen Schiffen in der Region.

FĂŒr Aufsehen und Beunruhigung sorgt Trumps Äußerungen vor allem, weil er bislang auch militĂ€rischen und wirtschaftlichen Zwang nicht ausschloss, um Kontrolle ĂŒber Grönland zu erlangen. Die Insel ist zu vier FĂŒnfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.

@ dpa.de