Natur richtet MilliardenschĂ€den an - besonders im SĂŒden
31.05.2025 - 09:07:34Alleine die FĂ€lle bei Sach- und Kfz-Versicherern summieren sich auf 5,7 Milliarden Euro, wie aus einer Ăbersicht des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht, die der dpa vorliegt. Das ist in etwa genauso viel wie 2023. Mehr als die HĂ€lfte davon betraf die beiden SĂŒd-LĂ€nder Bayern und Baden-WĂŒrttemberg. Dort hatte es vor einem Jahr schwere Ăberschwemmungen gegeben.
Die gesamten SchĂ€den dĂŒrften sogar deutlich höher liegen, da lĂ€ngst nicht alles versichert ist. FĂŒr das Hochwasser im vergangenen Jahr hatte es fĂŒr Bayern und Baden-WĂŒrttemberg SchĂ€tzungen gegeben, dass von insgesamt mehr als vier Milliarden Euro nur etwa die HĂ€lfte versichert war.
"Allein Starkregenereignisse und Ăberschwemmungen schlugen mit 2,6 Milliarden Euro zu Buche - rund eine Milliarde Euro mehr als im langjĂ€hrigen Durchschnitt", sagt GDV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Jörg Asmussen bezogen auf die versicherten SchĂ€den. Hier sieht er auch Folgen des Klimawandels, die in Deutschland "immer spĂŒrbarer" wĂŒrden. SchĂ€den durch Sturm und Hagel fielen vergangenes Jahr dagegen geringer aus. In der Kfz-Versicherung lagen die Leistungen wegen Naturgefahren bei rund 1,3 Milliarden Euro - das entspricht etwa dem langjĂ€hrigen Durchschnitt. Hier wird nicht zwischen Hagel, Sturm, Hochwasser oder anderen Ursachen differenziert.
3,2 Milliarden alleine in Baden-WĂŒrttemberg und Bayern
Im Vergleich der BundeslĂ€nder liegt Baden-WĂŒrttemberg mit 1,601 Milliarden Euro an versicherten SchĂ€den marginal vor Bayern mit 1,600 Milliarden. Das dĂŒrfte auch daran liegen, dass gerade ElementarschĂ€den wie Hochwasser im SĂŒdwesten sehr viel hĂ€ufiger versichert sind als im Freistaat. Daher liegt nahe, dass bei den GesamtschĂ€den mutmaĂlich in Bayern die höchste Summe erreicht wurde, Zahlen dazu liegen aber nicht vor.
Die dritthöchsten versicherten SchÀden trafen Nordrhein-Westfalen mit 613 Millionen Euro - hier waren vor allem Sturm und Hagel die Ursache, ebenso in Niedersachsen, wo 313 Millionen anfielen. In Hessen waren es 252 Millionen, im Saarland 171 Millionen und in Rheinland-Pfalz und Sachsen je 166 Millionen.
Die niedrigsten SchĂ€den fielen in Bremen mit 17 Millionen an. Auch die anderen Stadtstaaten kamen mit 39 Millionen Euro im Fall von Berlin und 67 Millionen in Hamburg relativ glimpflich davon. Das gilt auch fĂŒr das FlĂ€chenland Mecklenburg-Vorpommern, aus dem mit 34 Millionen Euro die zweitniedrigsten SchĂ€den gemeldet wurden.
Debatte um Pflichtversicherung
Insgesamt sind die 5,7 Milliarden Euro SchĂ€den bundesweit aber im langjĂ€hrigen Vergleich eher hoch. "Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Klimafolgenanpassung muss PrioritĂ€t der neuen Bundesregierung sein", sagt Asmussen vom GDV. "Eine Pflichtversicherung allein verhindert keine SchĂ€den. Was wir brauchen, ist ein Naturgefahren-Gesamtkonzept, das neben einer Versicherungslösung auch vorsorgende MaĂnahmen beinhaltet. Nur so schaffen wir mit Blick auf den Klimawandel langfristige Sicherheit - fĂŒr Menschen und fĂŒr die kommunale Infrastruktur."
Zumindest die Versicherungspflicht fĂŒr WohngebĂ€ude soll aber kommen, noch in dieser Legislaturperiode, wie Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) der "Augsburger Allgemeinen" sagte. "Der Klimawandel schreitet voran, ohne besseren Versicherungsschutz wird es in Zukunft nicht gehen."

