Netflix Aktie: Bewertung im Fokus
26.01.2026 - 14:18:32Netflix erlebt eine der unruhigsten Phasen der vergangenen Jahre. Operativ wächst der Streaming-Anbieter weiter deutlich, gleichzeitig belastet die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery den Kurs. Eine frische Hochstufung durch Phillip Securities sorgt nun für einen Gegenakzent im angeschlagenen Chartbild.
Analysten sehen Turnaround-Chance
Phillip Securities Research hat die Aktie heute von „Sell“ auf „Accumulate“ hochgestuft und das Kursziel auf 100 US‑Dollar angehoben. Begründet wird die Neubewertung mit starken Fundamentaldaten, die aus Sicht der Analysten derzeit von der Unsicherheit rund um den Warner-Deal überlagert werden. Am Freitag hatte die Aktie bei 86,07 US‑Dollar geschlossen, ein Plus von 3,02 % gegenüber den jüngsten Tiefstständen.
Im Fokus der Analyse stehen mehrere operative Kennzahlen:
- Umsatzwachstum: Im vierten Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um 17 % zu und lag damit im Rahmen der internen Planung.
- Abonnenten: Netflix überschritt still die Marke von 325 Millionen zahlenden Kunden und stärkt damit seine Position als Marktführer.
- Werbegeschäft: Die Werbeerlöse haben sich binnen eines Jahres auf das 2,5‑Fache erhöht.
Die Hochstufung deutet darauf hin, dass zumindest ein Teil der institutionellen Beobachter die aktuelle Bewertung trotz Übernahmerisiken wieder als interessant einstuft.
Warner-Übernahme drückt Stimmung
Trotz der soliden Zahlen notiert die Aktie rund 36 % unter ihrem Hoch aus der Mitte des Jahres 2025. Hauptgrund ist der geplante Kauf von Warner Bros. Discovery im Volumen von rund 82,7 Milliarden US‑Dollar. Um kritische Aktionäre zu besänftigen, hat das Management das Angebot zuletzt auf eine reine Bartransaktion umgestellt.
Die Finanzierung dieser Transaktion bindet erhebliche Mittel. Netflix hat dafür sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt, um die Barmittelbasis zu stärken. Der Kurs pendelte in der Folge nahe dem 52‑Wochen‑Tief von 81,93 US‑Dollar, da der Markt vor allem die Integrationsrisiken und mögliche Belastungen für die Margen im Blick hat.
Die Sorge: Die Eingliederung eines großen Traditionsstudios könnte Ressourcen vom Kerngeschäft Streaming abziehen und die Profitabilität zumindest vorübergehend schmälern.
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Zahlen mit gemischter Signalwirkung
Mit den jüngsten Quartalszahlen vom 20. Januar 2026 untermauert Netflix dennoch seine Ertragskraft. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,56 US‑Dollar leicht über der Konsensschätzung von 0,55 US‑Dollar. Der Umsatz erreichte 12,05 Milliarden US‑Dollar und übertraf damit die erwarteten 11,97 Milliarden US‑Dollar.
Für 2026 stellt das Management ein Umsatzwachstum von 12 bis 14 % in Aussicht bei einer operativen Marge von 31,5 %. Diese Werte gelten zwar als solide, blieben aber hinter den ambitionierteren Erwartungen mancher Investoren zurück, die mit einem stärkeren Margenausbau gerechnet hatten. Entsprechend fielen die Reaktionen auf die Prognose verhalten aus.
Charttechnik und Marktbild
Technisch versucht die Aktie nach einem monatelangen Abwärtstrend einen Boden auszubilden. Die Erholung bis auf 86,07 US‑Dollar zum Wochenschluss signalisiert, dass der Bereich um 82 US‑Dollar derzeit als Unterstützungszone fungiert. Das Chartbild bleibt jedoch anfällig; ein Durchbruch unter das 52‑Wochen‑Tief könnte zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen.
Auffällig ist die Diskrepanz zwischen Geschäftsentwicklung und Kursverlauf. Während das operative Geschäft mit zweistelligen Wachstumsraten und einem Rekord bei den Nutzerzahlen vorankommt, dominiert an der Börse die Unsicherheit rund um die Warner-Transaktion. Die Einschätzung von Phillip Securities legt nahe, dass das Bewertungsniveau aus ihrer Sicht inzwischen einen Abschlag enthält, der die zentralen Risiken teilweise reflektiert.
Nächste Weichenstellung
Kurzfristig dürfte die Aktie stark von Nachrichten zur geplanten All-Cash-Übernahme von Warner Bros. Discovery abhängen. Entscheidend wird sein, ob der Abschluss des Deals ohne zusätzliche regulatorische oder finanzielle Hürden gelingt. Bis zu einer endgültigen Klärung bleibt die Kursentwicklung deshalb eng an Fortschritt und Struktur dieser Transaktion gekoppelt.
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