ROUNDUPNetflix, Kurs

Auf Kurs zu einer Milliarde Zuschauer

22.10.2025 - 06:35:04

Netflix US64110L1061 nÀhert sich eigenen Angaben nach der Marke von einer Milliarde Zuschauern.

Co-Chef Ted Sarandos sprach davon nach Vorlage aktueller Quartalszahlen, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Der Videostreaming-MarktfĂŒhrer geht bei seiner SchĂ€tzung davon aus, dass in Kundenhaushalten im Schnitt mehr als eine Person auf den Dienst zugreift.

Netflix gilt als die klare Nummer eins im Videostreaming - macht seit diesem Jahr aber keine regelmĂ€ĂŸigen Angaben zu Kundenzahlen. Das vergangene Jahr hatte Netflix mit 301,6 Millionen Kundenhaushalten abgeschlossen.

Als Gradmesser fĂŒrs Wachstum prĂ€sentiert Netflix den Anlegern nun die Umsatzentwicklung. Im vergangenen Quartal stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 11,51 Milliarden Dollar.

Kino zum Mitsingen

Netflix punktete bei den Zuschauern im vergangenen Quartal unter anderem mit dem Animationsfilm "KPop Demon Hunters". Die Geschichte, in der eine Girlband mit ihrer Musik die Welt vor DĂ€monen beschĂŒtzt, wurde zum meistgesehenen Film bei Netflix. ZusĂ€tzlich brachte der Dienst zeitweise auch eine Version zum Mitsingen ins Kino.

Der Kinoerfolg Ă€ndere nichts an der Strategie, Filme vorrangig auf der eigenen Plattform und nicht auf der großen Leinwand herauszubringen, betonte Sarandos. Er argumentierte, "KPop Demon Hunters" sei gerade deshalb im Kino erfolgreich gewesen, weil der Film zuvor eine Fangemeinde im Streaming aufbauen konnte.

Könnte Netflix Warner Bros. kaufen?

Nur wenige Stunden vor den Netflix-Quartalszahlen gab der Medienkonzern Warner Bros. Discovery bekannt, dass es mehrere Übernahmeinteressenten gibt. Netflix wird in Medienberichten als einer davon gehandelt. Zum Konzern gehören das Hollywood-Urgestein Warner Bros. und eine Reihe von TV-Sendern wie unter anderem auch CNN. Neben der Film- und TV-Produktion könnte fĂŒr Netflix - und Konkurrenten - der Bezahlsender HBO mit seinem riesigen Serien-Katalog attraktiv sein.

In einer Videokonferenz gaben Sarandos und der zweite Co-Chef Greg Peters nur wenige Hinweise darauf, ob Netflix im Rennen sein könnte. Sarandos sagte zwar, Netflix habe schon frĂŒher klargemacht, dass es kein Interesse am Kauf klassischer TV-Sender habe. Zugleich betonte er aber, dass der Dienst ZukĂ€ufe nicht grundsĂ€tzlich ausschließe - auch wenn man selbst alles Nötige habe, um erfolgreich zu sein.

Peters spielte zugleich generell die Bedeutung großer ZukĂ€ufe herunter. Um nachhaltig erfolgreich zu sein, mĂŒssten Unternehmen ihre FĂ€higkeiten selbst Tag fĂŒr Tag verbessern. "Man erreicht das nicht, indem man einfach ein anderes Unternehmen kauft."

Steuerstreit in Brasilien

Beim Quartalsgewinn verfehlte Netflix unterdessen die Analysten-Erwartungen. Das Ergebnis pro Aktie lag bei 5,87 Dollar, wÀhrend an der Börse im Schnitt gut ein Dollar mehr erwartet worden war. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent.

Netflix verwies zur BegrĂŒndung auf eine noch andauernde Auseinandersetzung mit den Steuerbehörden in Brasilien. Dabei geht es um eine Abgabe bei einigen Zahlungen der brasilianischen Netflix-Tochterfirma an die US-Zentrale. Der Konzern ging davon aus, dass sie nicht fĂ€llig wird - stellt sich nun aber auf eine Nachzahlung ab 2022 ein. Unter dem Strich stieg der Gewinn derweil im Jahresvergleich um fast acht Prozent auf knapp 2,55 Milliarden Dollar.

@ dpa.de