Netflix gewinnt acht Millionen Kunden hinzu
19.07.2024 - 06:35:04Im vergangenen Quartal gewann der Videostreaming-MarktfĂŒhrer gut acht Millionen Kundenhaushalte hinzu. Auch bei Umsatz und Gewinn gab es deutliche ZuwĂ€chse - und Netflix hat damit mehr Geld, um in neue Filme und Serien zu investieren.
Weltweit hat Netflix nun rund 277,7 Millionen Kundenhaushalte. Seit dem vergangenen Jahr geht der Dienst gegen das Teilen von Passwörtern vor. Das treibt auch das Wachstum der Nutzerzahlen an.
Denn viele bisherige Trittbrettfahrer holten sich ein eigenes Abo, statt Netflix den RĂŒcken zu kehren. Im vergangenen Quartal hielten unter anderem eine neue Staffel der Serie "Bridgerton" und Filme wie "Atlas" und "Hit Man" die Kunden bei der Stange.
Zugleich wĂ€hlen viele den gĂŒnstigsten Weg, Netflix zu schauen: Ein Abo mit Werbung. In den LĂ€ndern, wo das angeboten wird, entscheiden sich 45 Prozent der Neukunden dafĂŒr.
Unterhaltung fĂŒr 600 Millionen Zuschauer
Netflix steht vor der einzigartigen Herausforderung, ein Programm fĂŒr mehr als 600 Millionen Menschen zu gestalten, die im Schnitt mehrere Stunden tĂ€glich den Dienst nutzen, wie Co-Chef Ted Sarandos betonte.
Pro Jahr gibt der Streaming-Riese deshalb rund 17 Milliarden Dollar fĂŒr Serien, Filme und Live-Sendungen aus. Und der Betrag werde mit dem Umsatzwachstum noch steigen, sagte Sarandos. Netflix experimentierte zuletzt verstĂ€rkt mit Live-Events und wagt sich mit zwei Spielen der amerikanischen Football-Liga NFL zu Weihnachten auch ins teure GeschĂ€ft mit Sport-Ăbertragungen vor.
Bei aller Dominanz im Streaming-GeschĂ€ft habe man allerdings einen Anteil unter zehn Prozent an der TV-Nutzung, schrĂ€nkt Netflix ein. In den USA zum Beispiel liegt der Dienst damit knapp hinter Googles Videoplattform YouTube. FĂŒr weiteres Wachstum fokussiere sich Netflix auf diese restlichen 80 Prozent der Fernsehzeit, sagte Sarandos.
Umsatz und Gewinn steigen
Der Umsatz stieg im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um rund 17 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar (8,77 Mrd Euro), wie Netflix nach US-Börsenschluss mitteilte. Unterm Strich stieg der Gewinn von 1,49 auf knapp 2,15 Milliarden Dollar.
Lediglich bei der Umsatzprognose fĂŒr das laufende Quartal verfehlt Netflix leicht die Analystenerwartungen. Zugleich schrĂ€nkte der Streaming-Primus schon jetzt ein, dass der Zuwachs bei der Kundenzahl niedriger als im Vorjahresquartal ausfallen werde, da sich damals das Vorgehen gegen die Trittbrettfahrer stark niedergeschlagen habe.
FĂŒr das gesamte Jahr ist Netflix mit einem Umsatzplus zwischen 14 und 15 Prozent nun etwas optimistischer. Zuvor waren 13 bis 15 Prozent angepeilt worden. Die Aktie ging aus dem nachbörslichen US-Handel kaum verĂ€ndert, nachdem sie zunĂ€chst im Minus lag.
Kein Interesse an BĂŒndeln mit Rivalen
Netflix ist profitabel, wĂ€hrend Konkurrenten wie Disney US2546871060 und Paramount darum kĂ€mpfen, ihre Streaming-Angebote aus den roten Zahlen zu holen. Der MarktfĂŒhrer ist sich seiner StĂ€rke bewusst und erteilt BĂŒndelangeboten mit anderen Diensten, zu denen Rivalen greifen, eine klare Absage: Man sei bereits alleine eine populĂ€re Adresse fĂŒr Fernsehunterhaltung.
Einen Vorteil fĂŒr sich sieht Netflix auch darin, dass Filme und Serien in verschiedenen LĂ€ndern produziert werden. Sie erreichten sehr hohe Zuschauerzahlen in den HeimatmĂ€rkten - und werden zum Teil auch zu internationalen Hits. Ein Paradebeispiel dafĂŒr ist die sĂŒdkoreanische Serie "Squid Game", von der es in diesem Jahr eine zweite Staffel geben soll.

