Kreml sieht Kriegsziele in der Ukraine nicht erreicht
24.02.2026 - 13:54:01 | dpa.deAbsatz)
MOSKAU (dpa-AFX) - Der Kreml hat eingerĂ€umt, dass auch nach vier Jahren Angriffskrieg gegen die Ukraine die anfĂ€nglich gesteckten Aufgaben bisher nicht umgesetzt wurden. "Vollkommen, ja, sind die Ziele bisher nicht erreicht, deshalb geht die militĂ€rische Spezialoperation weiter", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. MilitĂ€rische Spezialoperation ist die offizielle Bezeichnung Moskaus fĂŒr den Krieg gegen das Nachbarland.
Zugleich sagte Peskow, dass Russland bereit sei, eine diplomatische Lösung bei den Verhandlungen mit der Ukraine zu finden. "Jetzt hÀngt alles von den Handlungen des Kiewer Regimes ab", sagte Peskow. Russland habe seine Bedingungen auf den Tisch gelegt, sie seien hinreichend bekannt.
Peskow: Konflikt mit Ukraine wurde zu Konfrontation mit Westen
Moskau verlangt etwa, dass Kiew seine Truppen auch aus jenen Teilen des Gebiets Donezk abzieht, die unter ukrainischer Kontrolle stehen. Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj lehnt das kategorisch ab. Zwar sollen die Verhandlungen nach ukrainischen Angaben womöglich noch diese Woche in Genf wieder aufgenommen werden. Peskow bestÀtigte aber weder einen Ort noch einen Termin. Die GesprÀche gelten als festgefahren.
Zum vierten Jahrestag des Kriegsbeginns sagte Peskow, dass aus dem Konflikt mit der Ukraine fĂŒr Russland inzwischen eine Konfrontation mit dem Westen geworden sei. Der Westen verfolge das "Ziel einer Zerstörung" Russlands, behauptete er. Moskau wirft dem Westen seit langem vor, er wolle mit seinen Waffenlieferungen an die Ukraine und seinen Sanktionen Russland eine strategische Niederlage zufĂŒgen.
Moskau warnt vor Atomwaffen fĂŒr die Ukraine
Aufhorchen lieĂ Peskow auch mit einer durch nichts belegten und von westlichen Beobachtern als abwegig eingestuften Bemerkung, dass Frankreich und GroĂbritannien der Ukraine Atomwaffen zur VerfĂŒgung stellen könnten, um im Konflikt mit Russland ein Druckmittel zu haben. Peskow berief sich auf eine Mitteilung des russischen Auslandsgeheimdienstes, wonach es in Paris und London solche PlĂ€ne gebe. Damit wĂŒrden aber beide AtommĂ€chte, wie Peskow selbst einrĂ€umte, gegen internationale VertrĂ€ge verstoĂen.
Die britische Regierung dementierte die Aussagen. Daran sei nichts wahr, sagte der Sprecher von Premierminister Keir Starmer. Es sei ein klarer Versuch des russischen PrÀsidenten Wladimir Putin, von seinen Handlungen in der Ukraine abzulenken.
Die Ukraine hatte auf ihrem Gebiet befindliche Atomwaffen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion abgegeben, den Schritt allerdings auch nach Beginn des russischen Angriffskrieges bedauert. Russland behauptet immer wieder, dass Kiew an einer Bombe mit Nuklearmaterial arbeite. Beweise dafĂŒr gibt es nicht.
Trotzdem drohte nun der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, nicht nur der Ukraine mit einem Schlag durch eine taktische Atomwaffe, sollte das Land im Krieg eine Nuklearbombe erhalten. Der Ex-Kremlchef meinte, dass auch die LÀnder, die an einem solchen Atomkonflikt beteiligt seien, von Russland eine symmetrische Antwort erhalten könnten.
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