Russische Rakete trifft Haus in Charkiw - Tote und Verletzte
07.03.2026 - 19:25:11 | dpa.deAbsatz)
CHARKIW (dpa-AFX) - Russland hat die Ukraine erneut mit Luftangriffen ĂŒberzogen und allein in der zweitgröĂten Stadt Charkiw im Osten zahlreiche Menschen getötet und verletzt. Beim Einschlag einer ballistischen Rakete in einem Wohnhaus seien mindestens zehn Menschen getötet worden, teilte der MilitĂ€rgouverneur von Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Unter den Toten waren nach Behördenangaben auch eine Lehrerin und ihr Sohn sowie eine weitere Frau und ihre 13 Jahre alte Tochter. 16 Menschen seien verletzt worden.
Die Zahl der Opfer hatte sich am Morgen immer wieder und dann am Nachmittag noch einmal erhöht, weil RettungskrĂ€fte die Leichen erst nach und nach aus den TrĂŒmmern zogen. In einigen Meldungen war von elf Toten die Rede, es handelte sich aber bisweilen nur um Teile von Leichen, die geborgen wurden. Auf den veröffentlichten Fotos waren schwere SchĂ€den an dem fĂŒnfgeschossigen Wohnhaus zu sehen. Demnach sprengte die Rakete groĂe Teile des GebĂ€udes weg.
PrÀsident Wolodymyr Selenskyj sprach von mehr als zehn Verletzten. "Russland hat 29 Raketen, davon fast die HÀlfte ballistische Raketen, und 480 Drohnen, davon die meisten vom Typ Shahed, gegen die Ukraine eingesetzt", teilte er in den sozialen Netzwerken mit. Einmal mehr sei die Energieversorgung Ziel der russischen Angriffe gewesen.
Er habe auch mit Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron ĂŒber den "massiven Angriff" gesprochen, teilte Selenskyj am Nachmittag mit. Dabei betonte er einmal mehr, dass es fĂŒr die Ukraine wichtig sei, dass die von der EU zugesagte UnterstĂŒtzung von 90 Milliarden Euro fĂŒr die nĂ€chsten zwei Jahren nun auch freigegeben werde.
SchÀden in vielen Regionen - Verletzte auch in Kiew
Betroffen waren demnach auch Kiew, die westukrainischen Regionen Chmelnyzkyj und Tscherniwzi (Czernowitz) sowie die Eisenbahn in der Region Schytomyr im Nordwesten des Landes. "Es wurden SchĂ€den in den Regionen Dnipropetrowsk, Saporischschja, Winnyzja, Odessa, Poltawa, Sumy und Tscherkassy festgestellt. Ăberall, wo es notwendig ist, sind die entsprechenden Dienste im Einsatz", teilte Selenskyj bei Telegram mit.
In Kiew hatte BĂŒrgermeister Vitali Klitschko wegen des Raketenalarms die Menschen aufgerufen, Schutz zu suchen. Er sprach am Nachmittag von drei Verletzten. 1.905 GebĂ€ude seien wegen der SchĂ€den an der Infrastruktur ohne Heizung, sagte er. Demnach stieg damit die Zahl der von der WĂ€rmeversorgung durch die russischen Angriffe abgeschnittenen GebĂ€ude auf fast 2.700.
Selenskyj: Brauchen mehr Schutz
Selenskyj appellierte einmal mehr an den Westen, Russland fĂŒr "diese brutalen Angriffe gegen das Leben" zur Verantwortung zu ziehen. "Wir zĂ€hlen auf eine aktive Zusammenarbeit mit der EU, um mehr Schutz fĂŒr unsere Bevölkerung zu gewĂ€hrleisten. Ich bin allen dankbar, die dazu beitragen, unseren Schutz zu verstĂ€rken", sagte er.
Russland fĂŒhrt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit mehr als vier Jahren. Das attackierte Land hatte von den westlichen VerbĂŒndeten zuletzt vor allem mehr Hilfe bei der Luftverteidigung verlangt. Beklagt wird immer wieder ein Mangel an Flugabwehrraketen.
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