Börse Frankfurt-News: Wochenausblick: Die monetÀre Lockerung wird auf jeden Fall
26.02.2024 - 10:10:32Ob sich die Rekordjagd weiter fortsetzt, dĂŒrfte auch von den anstehenden Inflationsdaten abhĂ€ngen. Der Start heute fĂ€llt zunĂ€chst unspektakulĂ€r aus, wie vergangene Woche auch.
26. Februar 2023. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach einem verhaltenen Auftakt hatten die AktienmĂ€rkte zum Abschluss der vergangenen Woche dank der starken Zahlen des Chipdesigners Nvidia doch die nĂ€chste Rallye-Stufe gezĂŒndet. Der DAX markierte am Freitag bei rund 17.444 Punkten ein neues Rekordlevel und beendete mit einem Rekordschluss von 17.419 Punkten. Da die US-Indizes ihre Tageshochs am Freitag aber nicht halten konnten, startet der deutsche Aktienindex heute bei ca. 17.400 Punkten leicht schwĂ€cher in die neue Woche. In Asien hat der japanische Nikkei mit einem Plus von 0,4 Prozent seinen Höhenflug weiter fortsetzen und im Tagesverlauf ebenfalls ein neues Allzeitjoch markieren können.
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Im Fokus der MĂ€rkte stehen in den kommenden Tagen wieder Daten zur Entwicklung der Preise in den USA und der Eurozone. Die jĂŒngst veröffentlichten Verbraucher- und Produzentenpreise waren höher als erwartet ausgefallen. Die Hoffnungen auf schnelle Leitzinssenkungen haben dadurch einen DĂ€mpfer erlitten, was sich auch an den steigenden Renditen am Anleihemarkt zeigt. "Die Inflationsentwicklung ist keine EinbahnstraĂe (nach unten), und das Risiko von Verzögerungen auf dem Weg zu geldpolitischen Lockerungen steigt", konstatiert die LBBW in ihrem Wochenausblick.
Zeitpunkt der ersten Zinssenkung ist zweitrangig
Die AktienmĂ€rkte werden davon bislang aber nicht nachhaltig berĂŒhrt. Der exakte Zeitpunkt, zu dem die Notenbanken erstmals an der Zinsscheibe drehen, scheint demnach zweitrangig zu sein. Das sieht auch Ulrich Kater so, Chefvolkswirt der DekaBank: "Offenkundig zieht nach wie vor das Hauptargument, dass die Notenbanken im weiteren Verlauf dieses Jahres die Zinsen senken werden und die monetĂ€re Lockerung auf jeden Fall kommen wird.
Ebenfalls keine nennenswerten Bremsspuren hinterlĂ€sst die hierzulande schleppende Konjunkturentwicklung. Weil sich die deutsche Wirtschaft wegen sinkender Investitionen am Rande einer Rezession befindet, fahren viele Unternehmen ihre Kosten zurĂŒck. Das kommt an der Börse gut an.
Wichtig fĂŒr die Gewinnperspektiven ist nach Ansicht der Helaba zudem die Lage der Weltwirtschaft. "Hier zeichnet sich immerhin eine Besserung ab, sogar in China", versprĂŒhen die Strategen etwas Optimismus.
Hohe Bewertung, aber keine Luftschlösser
Wie nach neuen Allzeithochs ĂŒblich, stellen sich viele auch diesmal die Frage, ob Aktien nicht zu teuer geworden sind. Nach Berechnung der LBBW ist zumindest in den USA die Bewertung "historisch hoch", was die lĂ€ngerfristige Aktienmarktperformance dĂ€mpfen dĂŒrfte. Zudem gebe es einige Merkmale,wie etwa die Konzentration auf wenige Titel, die fĂŒr eine Blasenbildung sprechen. DemgegenĂŒber stĂŒnden "ĂŒberdurchschnittlich gute Gewinnentwicklungen und keine Luftschlösser wie etwa zur Dotcom-Bubble". Die Analysten kommen zu dem Schluss, dass sich die AktienmĂ€rkte "bestenfalls in einer rationalen Ăbertreibung befinden".
Hans-JĂŒrgen Haack, Chefanalyst der Haack Börsenbriefe, bewertet die beim DAX zu beobachtende geringe Marktbreite ebenfalls als Warnsignal, dass die MĂ€rkte "kurzfristig ausgereizt sind und mal eine Pause brauchen". Mit dem nĂ€chsten nachhaltigen Schub im Zuge der "voll intakten Langfrist-Hausse" rechnet der erfahrene Börsianer erst dann, "wenn die MĂ€rkte mal Luft holen, eine Konsolidierung, RĂŒcksetzer oder Korrektur einstreuen".
Technisches Bild zeigt neues Momentum
Aus technischer Sicht ist damit zumindest kurzfristig wohl nicht zu rechnen. Jörg Scherer von HSBC jedenfalls erkennt beim DAX auf Wochenbasis eine neue AufwĂ€rtsdynamik. "Nachdem die deutschen Standardwerte einige Wochen mit der 17.000er-Marke gerungen hatten, entfacht der Sprung darĂŒber nun neues Momentum", so der erfahrene Charttechniker. Wenn Anlegerinnen und Anleger die Kursentwicklung seit Dezember als nach oben aufgelöste Schiebezone interpretieren, dann ergibt sich daraus seinen Berechnungen nach "ein kalkulatorisches Kursziel von 17.600 Punkten". Als sinnvolle Absicherungsmarken empfiehlt er die jĂŒngsten beiden KurslĂŒcken auf Tagesbasis bei 17.280/17.158 Punkten bzw. 17.004/16.958 Punkten.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche
Montag, 26. Februar
16.00 Uhr.USA: NeubauverkĂ€ufe. Im Konsens wird fĂŒr den Januar mit einem Anstieg auf 684.000 HĂ€user gerechnet, nachdem im Vormonat 664.000 gemeldet wurden.
Dienstag, 27. Februar
08.00 Uhr Deutschland: GfK-Konsumklima. Der Index dĂŒrfte weiter tief im negativen Bereich liegen. Bei einer KonsensschĂ€tzung von minus 29,0 (nach minus 29,7) ist die LBBW mit minus 28,0 etwas optimistischer, wĂ€hrend die NordLB sogar mit minus 32,9 kalkuliert.
14.30 Uhr.USA: AuftragseingĂ€nge langlebige GĂŒter. Hier rechnen Volkswirte im Durchschnitt mit einem RĂŒckgang von 4,5 Prozent gegenĂŒber dem Vormonat. Deka und Helaba fĂŒrchten sogar ein Minus von 7,0 Prozent, u.a. wegen des Einbruchs der AuftrĂ€ge fĂŒr den kriselnden Flugzeugbauer Boeing
Mittwoch, 28. Februar
11.00 Uhr. Eurozone: Economic Sentiment. Die Volkswirte der Deka erwarten eine BestĂ€tigung der jĂŒngsten Trends, wonach sich die Stimmung in der Eurozone vor allem dank Spanien und Italien langsam erholt, wĂ€hrend Deutschland mit klarem Abstand die rote Laterne trĂ€gt.
Donnerstag, 29. Februar
14.30 Uhr.USA: Deflator fĂŒr die privaten Konsumausgaben (PCE). Nach den im Januar ĂŒberraschend stark gestiegenen Verbraucherpreisen rechnet die Deka auch bei dem von der Fed als wichtigstes PreismaĂ betrachteten Deflator mit einem krĂ€ftigen Anstieg.
Freitag, 1. MĂ€rz
11.00 Uhr. Eurozone: Konsumentenpreise. Die Inflation im Euroraum dĂŒrfte nach SchĂ€tzung der Deka im Februar vor allem durch Basiseffekte auf 2,5 Prozent nachgelassen haben. FĂŒr die Kerninflationsrate rechnen die Strategen mit einem RĂŒckgang auf 2,9 Prozent.
Samstag, 2. MĂ€rz
Ab 9.30 Uhr. Börsentag in Frankfurt.
Programm und Anmeldung auf boersentag-frankfurt.de.
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

