Betrugswelle, Dating-Apps

Neue Betrugswelle nutzt Dating-Apps für Finanzbetrug

26.01.2026 - 13:23:12

Organisierte Betrüger nutzen Dating-Plattformen und gefälschte Trading-Apps, um Opfer um hohe Summen zu bringen. Die BaFin warnt vor der als Pig Butchering bekannten Masche.

Eine neue, hochprofessionelle Welle von Smartphone-Betrug rollt über Deutschland. Polizeidienststellen melden einen drastischen Anstieg sogenannter „Hybrider Betrugsfälle“. Dabei verschmelzen emotionale Manipulation auf Dating-Plattformen und technischer App-Betrug zu einer gefährlichen Masche.

International ist diese Methode als „Pig Butchering“ (Schweineschlachten) bekannt. Sie zielt darauf ab, das gesamte Vermögen der Opfer zu erbeuten. Die Täter operieren oft aus organisierten Callcentern in Südostasien und nutzen KI-gestützte Übersetzungstools für fehlerfreie Kommunikation auf Deutsch.

Vom Flirt zum Finanzruin: So läuft die Masche ab

Der Kontakt beginnt meist auf Dating-Apps wie Tinder oder Bumble und verlagert sich schnell auf private Messenger wie WhatsApp. Über Wochen bauen die Betrüger ein intensives Vertrauensverhältnis auf. Erst dann lenken sie das Gespräch auf Finanzen und Kryptowährungen.

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Das Ziel ist stets dasselbe: Das Opfer soll eine spezifische App installieren. Diese verspricht hohe Renditen durch KI-gesteuertes Trading. Die Anwendungen sind oft nicht in offiziellen App-Stores zu finden oder führen auf täuschend echte Web-Apps.

Das systematische „Schlachten“ der Opfer

Die gefälschten Apps simulieren ein komplettes Handelsumfeld. Sie gaukeln den Nutzern in Echtzeit steigende Kurse und wachsende Gewinne vor. Oft dürfen Opfer zunächst kleine Beträge investieren und erhalten sogar kleine Auszahlungen, um Vertrauen zu schaffen.

Sobald jedoch größere Summen – oft im fünf- oder sechsstelligen Bereich – investiert sind, schnappt die Falle zu. Für eine Auszahlung verlangt die App plötzlich „Gebühren“, „Steuern“ oder „Sicherheitsnachweise“. Diese Nachforderungen hören erst auf, wenn das Opfer finanziell ausgeblutet ist. Ein aktueller Fall aus Magdeburg endete mit einem Verlust im oberen fünfstelligen Bereich.

Kryptowährungen verwischen die Spuren

Ein zentrales Element ist der Einsatz von Kryptowährungen. Opfer werden angewiesen, ihr Geld zunächst auf legitimen Börsen in digitale Währungen wie Tether (USDT) umzutauschen. Von dort transferieren sie es auf Wallet-Adressen der Betrüger.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vermehrt vor nicht lizenzierten Plattformen. Die Täter nutzen zudem „Mixer“ und komplexe Geldwäschenetzwerke, um die Spur des Geldes zu verwischen. Für die Opfer bedeutet das meist den Totalverlust.

Warum die Betrugswelle jetzt zunimmt

Analysten sehen eine Korrelation mit der Verbreitung von KI-Tools. Diese ermöglichen es Betrügern, glaubwürdige Personas in großem Stil zu erstellen. Sogar Videoanrufe lassen sich mittlerweile mit Deepfake-Technologien manipulieren.

Die Täter nutzen auch die wirtschaftliche Unsicherheit und die Suche nach passiven Einkommensquellen aus. Der Traum vom schnellen Reichtum durch Krypto-Trading, gepaart mit der Sehnsucht nach einem Partner, bildet den perfekten Nährboden.

So können Sie sich schützen

  • Gesundes Misstrauen: Werden Online-Bekanntschaften schnell intensiv und dreht sich alles um Geldanlagen, sollten alle Alarmglocken läuten.
  • Keine App-Installation auf Zuruf: Laden Sie Apps ausschließlich aus den offiziellen Stores von Apple oder Google.
  • Bilderrückwärtssuche: Überprüfen Sie Profilbilder von Matches über Suchmaschinen, um gestohlene Identitäten zu entlarven.
  • Keine Überweisungen an Unbekannte: Überweisen Sie niemals Geld oder Kryptowährungen an Personen, die Sie nie persönlich getroffen haben.
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