Neue Hautschutz-Leitlinie soll Berufskrankheiten eindÀmmen
03.02.2026 - 21:46:12Eine aktualisierte, wissenschaftlich fundierte Leitlinie für berufliche Hautmittel könnte die Prävention von Hauterkrankungen in deutschen Betrieben revolutionieren. Führende Fachgesellschaften haben die Empfehlungen auf ein höheres Evidenzniveau angehoben, um Unternehmen und Betriebsärzten eine verlässlichere Grundlage zu bieten.
Diese Entwicklung unterstreicht die Dringlichkeit des Themas: Berufsbedingte Hauterkrankungen, vor allem Handekzeme, zählen seit Jahren zu den häufigsten gemeldeten Berufskrankheiten. Sie verursachen nicht nur persönliches Leid, sondern auch immense Kosten durch Arbeitsausfälle. Die neue Leitlinie zielt darauf ab, die Schutzmaßnahmen an den Arbeitsplätzen effektiver zu gestalten.
S2k-Leitlinie als Meilenstein für den Hautschutz
Kern der Neuerung ist die Anhebung der Leitlinie „Berufliche Hautmittel“ von S1- auf S2k‑Niveau. Federführend waren die Deutsche Dermatologische Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin. Dieser Schritt signalisiert einen breiteren wissenschaftlichen Konsens und eine systematischere Evidenzbasierung.
Die Leitlinie bietet praxisnahe Hilfestellungen und behandelt die drei Säulen des Hautschutzes umfassend: Hautschutzmittel vor der Arbeit, Hautreinigungsmittel für die schonende Reinigung und Hautpflegemittel zur Regeneration danach. Ein Fokus liegt auf der Prävention von Handekzemen, die in Branchen mit häufiger Feuchtarbeit – wie dem Gesundheitswesen, der Reinigung oder der Metallverarbeitung – ein massives Problem darstellen.
Viele Arbeitgeber unterschätzen, wie präzise eine Gefährdungsbeurteilung den Hautschutz nach TRGS 401 verbessern kann. Die neue S2k‑Leitlinie zeigt Lücken in vielen Standard-Checklisten auf. Kostenlose Vorlagen mit praxisnahen Checklisten helfen Sicherheitsverantwortlichen und Betriebsärzten, rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen, passende Hautschutz‑ und Reinigungsmaßnahmen zu definieren und Dokumentationen für Kontrollen vorzubereiten. Gefährdungsbeurteilung‑Vorlagen kostenlos herunterladen
Praxis-Check: Wie die Leitlinie die TRGS 401 ergänzt
Die neue Leitlinie ersetzt nicht das Gesetz, sondern ergänzt es wissenschaftlich. Die zentrale rechtliche Grundlage bleibt die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 401, die Arbeitgeber zur Gefährdungsbeurteilung und einem Hautschutzplan verpflichtet.
Die aktualisierte S2k-Leitlinie liefert nun verbesserte Kriterien für die dort geforderten Maßnahmen. Sie hilft bei der fundierten Auswahl von Produkten und stellt sicher, dass die Mittel im Hautschutzplan nicht nur gesetzeskonform, sondern auch nachweislich wirksam sind. Experten betonen: Gerade weil Hautschutzmittel als Kosmetika keiner strengen klinischen Prüfung unterliegen, ist diese evidenzbasierte Orientierung entscheidend.
Digitale Tools sollen Compliance im Alltag stärken
Parallel zu den medizinischen Leitlinien gewinnen digitale Lösungen an Bedeutung, um den Hautschutz im Betriebsalltag durchzusetzen. Informationsportale von Berufsgenossenschaften, etwa der BG ETEM, helfen bei der Auswahl passender Schutzhandschuhe und -mittel basierend auf der konkreten Tätigkeit.
Die Digitalisierung ermöglicht zudem eine effizientere Unterweisung. Moderne E‑Learning‑Konzepte klären ortsunabhängig über Risiken und korrekte Anwendung auf. Denn die beste Leitlinie nutzt wenig, wenn sie von den Mitarbeitern nicht konsequent umgesetzt wird.
Warum die neue Leitlinie so wichtig ist
Die Anhebung auf S2k‑Niveau ist mehr als eine Formalie. Sie spiegelt den wachsenden wissenschaftlichen Erkenntnisstand wider. Berufliche Hauterkrankungen sind oft langwierig und können im schlimmsten Fall zur Aufgabe des Berufs zwingen.
Die neue Leitlinie stärkt die primäre Prävention – sie setzt an, bevor Schäden überhaupt entstehen. Indem sie klarere Empfehlungen für die Produktauswahl gibt, adressiert sie eine entscheidende Schwachstelle. Für Unternehmen bedeutet das mehr Sicherheit bei der Erfüllung ihrer Fürsorgepflicht und die Chance, krankheitsbedingte Kosten langfristig zu senken.
Ausblick: Integrierter Hautschutz am Arbeitsplatz
Die Veröffentlichung markiert einen wichtigen Schritt. Der Erfolg hängt nun von der Umsetzung in der Praxis ab. Entscheidend wird sein, die neuen Erkenntnisse durch Schulungen an Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte zu vermitteln.
Langfristig könnte dies zu einer Neubewertung der eingesetzten Produkte und einer stärkeren Nachfrage nach evidenzbasierten Lösungen führen. Der Trend geht zu einem immer integrierteren und personalisierteren Hautschutzkonzept. Die Kombination aus verbesserter Leitlinie, konsequenter Anwendung der TRGS 401 und digitalen Tools bildet die Grundlage für eine neue Generation der Prävention.
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