Neue QualitĂ€tspyramide fĂŒr deutsche Weine
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 10:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Die neue QualitĂ€tseinteilung wurde bereits im Jahr 2021 im Rahmen einer WeinrechtsĂ€nderung beschlossen, bis zum 2025er-Jahrgang galt jedoch noch eine Ăbergangsfrist", sagt der Sprecher des Deutschen Weininstituts (DWI), Ernst BĂŒscher. Was sich jetzt Ă€ndert:
Was g.g.A. und g.U. bedeutet
Die neue QualitĂ€tspyramide basiert auf dem gleichen Prinzip wie in romanischen LĂ€ndern. FĂŒr die QualitĂ€t ist die Herkunft der Trauben entscheidend. "Dabei gilt der Grundsatz: Je enger die Herkunft, desto höher die zu erwartende QualitĂ€t", erlĂ€utert BĂŒscher.
Die Herkunft bezieht sich einmal auf die 26 gesetzlich definierten Landweingebiete. Sie gelten als "Region mit geschĂŒtzten geografischen Angaben" (g.g.A.).
Zum anderen geht es um die QualitĂ€tswein-Anbaugebiete. Sie haben den qualitativ höheren Status g.U. fĂŒr "geschĂŒtzte Ursprungsbezeichnung". Sie mĂŒssen zu 100 Prozent aus einem der 13 deutschen Weinanbaugebiete kommen.
Vierstufige Pyramide
Innerhalb der g.U.-Weine gibt es eine vierstufige Pyramide. Auch dabei geht es um die Herkunft.
* Die Basis bilden Weine, deren Trauben aus dem gesamten Anbaugebiet stammen können.
* Auf der nĂ€chsten Stufe stehen die "Regionenweine", etwa aus einem definierten Bereich eines Anbaugebiets wie dem Kaiserstuhl oder aus einer frĂŒheren GroĂlage.
* Stufe drei umfasst die sogenannten Ortsweine, deren Trauben nur noch aus einer einzigen Gemeinde oder einem Ortsteil stammen dĂŒrfen.
* An der Spitze stehen die Lagenweine. "Sie bringen die bodenspezifischen und mikroklimatischen Besonderheiten der jeweiligen Einzellage in besonderer Weise zum Ausdruck", sagt BĂŒscher.
Spitzenweine
Um die Spitze deutscher Weine zu stĂ€rken, wird es auch die Möglichkeit geben, die Begriffe "GroĂes GewĂ€chs" und "Erstes GewĂ€chs" zu verwenden. Sie waren bisher weitestgehend den Mitgliedsbetrieben des Verbands der PrĂ€dikatsweingĂŒter (VDP) vorbehalten. Die Kriterien dafĂŒr werden aber noch erarbeitet - vom VDP und dem Deutschen Weinbauverband.
PrÀdikatsweine bleiben
PrĂ€dikate wie Kabinett, SpĂ€tlese oder Auslese bleiben bestehen, werden aber in die Herkunftspyramide integriert. Damit kann es auf den verschiedenen Ebenen sowohl einen trockenen Tropfen als auch eine sĂŒĂe Auslese geben.
"Die bisherige alleinige QualitĂ€tseinteilung nach PrĂ€dikatsstufen, die auf den Zuckergehalten in den Trauben basiert, stammt aus der Zeit vor dem Klimawandel", erlĂ€uterte BĂŒscher. Die Mostgewichte in der QualitĂ€t von SpĂ€tlese und Auslese seien jedoch inzwischen NormalitĂ€t. FĂŒr die trockenen Weine, die mehr als die HĂ€lfte aller qualitĂ€tsgeprĂŒften Weine ausmachten, sei die PrĂ€dikatspyramide nicht so gut geeignet.
