Neue TARIC-Codes: EU-Unternehmen müssen PEM-Handel anpassen
28.01.2026 - 02:15:12Seit Jahresbeginn müssen Unternehmen für den Präferenzhandel mit 25 Partnerländern neue Zollcodes verwenden. Die Umstellung beendet eine mehrjährige Übergangsphase und soll den Warenverkehr vereinfachen.
Was sich für Importeure und Exporteure ändert
Bis Ende 2025 konnten Unternehmen in der Pan-Europa-Mittelmeer-Zone (PEM) zwischen alten und neuen Ursprungsregeln wählen. Diese Flexibilität ist seit dem 1. Januar 2026 beendet. Jetzt ist für jede Einfuhranmeldung ein spezifischer TARIC-Code verpflichtend, der den angewendeten Ursprungsstatus klar deklariert.
Die neuen Codes signalisieren den Zollbehörden, dass die Präferenz nach den modernisierten PEM-Regeln ermittelt wurde. Eine falsche Angabe kann zum Verlust der Zollvorteile und zu Verzögerungen führen. Unternehmen müssen ihre Stammdaten in ERP- und Zollsystemen daher dringend aktualisieren.
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Hintergrund: Modernisierung komplexer Handelsregeln
Die neue Codierungspflicht ist die logische Konsequenz einer langjährigen Reform. Das PEM-Übereinkommen wurde modernisiert, um die oft als zu komplex kritisierten Ursprungsregeln zu vereinfachen. Die revidierten Regeln ermöglichen nun flexiblere Listenregeln und eine vollständige Kumulation von Vormaterialien.
Während der Übergangsphase hatten nicht alle Partnerländer die neuen Regeln national umgesetzt. Daher existierten zeitweise zwei parallele Regelwerke. Seit Anfang dieses Jahres gilt nun in der Regel nur noch ein einheitliches System – und damit die Notwendigkeit einer eindeutigen Kennzeichnung via TARIC.
Praktische Herausforderungen: Kumulation wird komplexer
Die Umstellung hat direkte Auswirkungen auf die Lieferkettenlogistik. Besondere Aufmerksamkeit erfordert das Thema diagonale Kumulation. Hierbei werden Vormaterialien aus verschiedenen PEM-Ländern angerechnet.
Mit dem Ende der Übergangsphase haben sich faktisch zwei Kumulationszonen gebildet. Eine diagonale Anrechnung ist nur noch zwischen Ländern möglich, die dasselbe Regelwerk anwenden. Materialien, die nach alten Regeln qualifiziert sind, können nicht mehr mit solchen nach neuen Regeln gemischt werden.
Die EU-Kommission stellt eine Matrix bereit, die zeigt, welche Regeln zwischen welchen Ländern gelten. Während die EU mit den meisten Partnern wie der Türkei oder Tunesien die neuen Regeln anwendet, gelten für Algerien und den Libanon vorerst noch die alten Protokolle.
Analyse: Mehr Aufwand heute für weniger Komplexität morgen
Branchenkenner sehen die Vereinheitlichung als notwendigen Schritt. Zwar bedeutet die Umstellung kurzfristig administrativen Mehraufwand. Langfristig überwiegen die Vorteile: widerstandsfähigere Lieferketten und effizientere Prozesse.
Die klare Deklarationspflicht schafft mehr Transparenz und Rechtssicherheit. Sie reduziert das Risiko von Streitigkeiten mit dem Zoll und kann die Grenzabfertigung beschleunigen. Die Maßnahme ist Teil des globalen Trends zur Digitalisierung der Zollabwicklung.
Ausblick auf eine neue Handelsära
Mit der abgeschlossenen Implementierung beginnt eine neue Phase für den Handel in der wichtigen PEM-Region. Die vereinfachten Regeln könnten dazu führen, dass bestehende Freihandelsabkommen intensiver genutzt werden.
Unternehmen, die ihre Prozesse jetzt korrekt anpassen, sichern sich Wettbewerbsvorteile. Zollbehörden raten, die Entwicklungen weiter aufmerksam zu verfolgen, da verbleibende Partnerstaaten schrittweise nachziehen werden. Die regelmäßige Überprüfung der Präferenzkalkulationen bleibt eine Daueraufgabe.
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