Aktien, Europa

Aktien Europa Schluss: Deutliche Verluste nach Trumps neuen Zolldrohungen

19.01.2026 - 17:53:41

Neue Zolldrohungen von US-PrĂ€sident Donald Trump haben an Europas wichtigsten AktienmĂ€rkten zum Wochenbeginn fĂŒr einen Fehlstart gesorgt.

In der vergangenen Woche noch klar ĂŒber 6.000 Punkten, rutschte der EuroStoxx 50 EU0009658145 am Montag deutlich unter die runde Marke und beendete den Handel mit einem Abschlag von 1,72 Prozent auf 5.925,82 Punkte.

Außerhalb der Eurozone sank der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 um 0,39 Prozent auf 10.195,35 ZĂ€hler. FĂŒr den schweizerischen SMI CH0009980894 ging es um 1,02 Prozent auf 13.277,04 Punkte nach unten.

Trump hatte am Wochenende wegen des Grönland-Streits angekĂŒndigt, dass fĂŒr acht LĂ€nder aus Europa ab dem 1. Februar Strafzölle von 10 Prozent gelten sollen, ab dem 1. Juni dann sogar Zölle von 25 Prozent. Dies solle gelten, bis ein Abkommen ĂŒber den Kauf Grönlands durch die USA erzielt werde. Betroffen von den Zöllen sind acht europĂ€ische Nato-LĂ€nder, darunter auch Deutschland.

Ende der Woche solle es nun einen Sondergipfel geben, kĂŒndigte EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa am Sonntagabend in BrĂŒssel an. Schon jetzt wird fieberhaft ĂŒber Handlungsoptionen beraten, denn es gilt eine gefĂ€hrliche Gratwanderung zu bewĂ€ltigen. Einerseits mĂŒssen die EuropĂ€er Trump zeigen, dass sie sich ein solches Vorgehen nicht gefallen lassen. Auf der anderen Seite gilt es, eine Eskalation zu vermeiden, denn die EuropĂ€er sind in Verteidigungs- und Technologiefragen extrem abhĂ€ngig von den Vereinigten Staaten.

Der "Deal Maker" im Weißen Haus schwinge erneut die Zoll-Keule und treffe Europa damit an einem empfindlichen Nerv, kommentierte das Research-Team von Activtrades. "In einer Zeit, in der der Kontinent durch den anhaltenden Ukraine-Krieg ohnehin wirtschaftlich massiv unter Druck steht, sorgt die AnkĂŒndigung neuer US-Handelsbarrieren fĂŒr Schockwellen."

Etwas gelassener gaben sich die Experten vom Börsenmagazin Index Radar. Trump brauche vor Beginn der heißen Wahlkampfphase bis zu den Midterms im November einen stabilen Aktienmarkt, damit seine WĂ€hler keine Verluste spĂŒrten, schrieben sie. Erfahrungen des vergangenen Jahres zeigten außerdem, dass Trump Drohungen hĂ€ufig zurĂŒckziehe.

@ dpa.de