Aktien, Europa

Aktien Europa: Deutliche Verluste - Trumps neue Zolldrohungen belasten

19.01.2026 - 11:21:35

Neue Zolldrohungen von US-PrÀsident Donald Trump haben Europas wichtigsten AktienmÀrkten einen Fehlstart in die neue Börsenwoche eingebrockt.

Der EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor am spÀten Vormittag 1,6 Prozent auf 5.933 Punkte.

Außerhalb der Eurozone fielen der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 um 0,5 Prozent auf 10.184 ZĂ€hler und der Schweizer SMI CH0009980894 um 1,1 Prozent auf 13.271 Punkte.

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte am Wochenende wegen des Grönland-Streits angekĂŒndigt, dass fĂŒr acht LĂ€nder aus Europa ab dem 1. Februar Strafzölle von 10 Prozent gelten sollen, ab dem 1. Juni dann sogar Zölle von 25 Prozent. Dies solle gelten, bis ein Abkommen ĂŒber den Kauf Grönlands durch die USA erzielt werde. Betroffen von den Zöllen sind acht europĂ€ische Nato-LĂ€nder, darunter auch Deutschland.

Ende der Woche solle es nun einen Sondergipfel geben, kĂŒndigte EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa am Sonntagabend in BrĂŒssel an. Schon jetzt wird fieberhaft ĂŒber Handlungsoptionen beraten, denn es gilt eine gefĂ€hrliche Gratwanderung zu bewĂ€ltigen. Einerseits mĂŒssen die EuropĂ€er Trump zeigen, dass sie sich ein solches Vorgehen nicht gefallen lassen. Auf der anderen Seite gilt es, eine Eskalation zu vermeiden, denn die EuropĂ€er sind in Verteidigungs- und Technologiefragen extrem abhĂ€ngig von den Vereinigten Staaten.

Der "Deal Maker" im Weißen Haus schwinge erneut die Zoll-Keule und treffe Europa damit an einem empfindlichen Nerv, kommentierte das Research-Team von ActivTrades. "In einer Zeit, in der der Kontinent durch den anhaltenden Ukraine-Krieg ohnehin wirtschaftlich massiv unter Druck steht, sorgt die AnkĂŒndigung neuer US-Handelsbarrieren fĂŒr Schockwellen."

Die Zollrisiken machten sich stark im Automobilsektor bemerkbar und dabei vor allem bei den deutschen Autowerten. Der europĂ€ische Sektorindex EU0009658681 fiel auf seinen niedrigsten Stand seit Oktober gefallen und bĂŒĂŸte zuletzt 2,6 Prozent ein. Die Aktien von Stellantis NL00150001Q9 und Renault FR0000131906 fielen um 1,6 beziehungsweise 2,2 Prozent.

Auch LuxusgĂŒterwerte wurden ĂŒberdurchschnittlich vom neuen Zollstreit belastet. So verbuchten die Aktien von Kering FR0000121485, Richemont CH0210483332, Hermes FR0000052292 und LVMH FR0000121014 Einbußen zwischen 2,6 und 4,3 Prozent. Bei LVMH kam als zusĂ€tzlicher negativer Einflussfaktor noch hinzu, dass Morgan Stanley die Aktien von "Overweight" auf "Equal-Weight" abgestuft hatte.

Gegen den Trend leicht im Plus tendierte der europĂ€ische Telekomsektor. Ausschlaggebend dafĂŒr waren Übernahmespekulationen. Wie die Zeitung "El Confidencial" unter Berufung auf ungenannte Quelle berichtet, hat die spanische Telefonica ES0178430E18 die Investmentbank Morgan Stanley beauftragt, den Telekomkonzern bei seinem wiederbelebten Plan zur Übernahme von Vodafone Espana zu unterstĂŒtzen. Morgan Stanley wĂŒrde bei einer möglichen Kapitalerhöhung helfen, die der spanische Telekomkonzern möglicherweise dafĂŒr benötige. Die Aktien von Vodafone GB00BH4HKS39 stiegen in London zuletzt um 0,9 Prozent, wĂ€hrend die Telefonica-Papiere kaum verĂ€ndert notierten.

@ dpa.de