Polizisten entschuldigen sich nach Gewalt auf G-20-Gipfel
30.06.2026 - 15:42:39 | dpa.deDas Verfahren am Amtsgericht Hamburg ist laut Staatsanwaltschaft das erste dieser Art; alle weiteren gegen Beamte wurden demnach eingestellt.
Angeklagt sind drei Polizeibeamte, denen die Staatsanwaltschaft vorwirft, einen Mann auf dem Bismarck-Denkmal der Hansestadt mit Schlagstöcken und FÀusten geschlagen und verletzt zu haben. Es bestehe der Verdacht der gemeinschaftlichen gefÀhrlichen Körperverletzung im Amt. Der Mann trug Prellungen und HÀmatome davon.
Opfer nimmt Entschuldigungen an
Zwei der drei Angeklagten rÀumten ein, dass ihr Vorgehen aus heutiger Sicht nicht gerechtfertigt gewesen sei. Beide entschuldigten sich beim anwesenden Opfer und boten jeweils 500 Euro Schmerzensgeld an.
Das Opfer nahm die Entschuldigungen an und erklĂ€rte vor Gericht, diese bedeuteten ihm mehr als das Geld. Einer der Angeklagten ĂŒbergab die angebotenen 500 Euro Schmerzensgeld noch im Gerichtssaal.
Lange Aufarbeitung der G20-Ausschreitungen
Zur Anklage kam es laut Staatsanwaltschaft, weil die Generalstaatsanwaltschaft wĂ€hrend der PrĂŒfung der eingestellten Verfahren zu der EinschĂ€tzung kam, dass die Polizisten mutmaĂlich nicht gerechtfertigt gehandelt hĂ€tten.
WÀhrend des G20-Gipfels im Juli 2017 in Hamburg eskalierten Proteste im Schanzenviertel und in Altona gegen die Veranstaltung. Autos wurden beschÀdigt, GeschÀfte zerstört. Eine Bankfiliale brannte aus.
Die Innenbehörde schĂ€tzte den entstandenen Sachschaden auf mehr als zwölf Millionen Euro. Nach Ă€lteren Behördenangaben wurden 797 Polizeibeamte bei dem Einsatz verletzt. Die Sicherheitskosten fĂŒr den Gipfel beliefen sich nach Senatsangaben auf 64,7 Millionen Euro.
