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AKTIE IM FOKUS 4: Nvidia wieder auf Rekordjagd dank KI-Chips fĂŒr China

15.07.2025 - 22:28:46

NEW YORK - Dank positiver Nachrichten zum China-GeschÀft haben die Aktien des wertvollsten Unternehmens der Welt ihre Rekordjagd fortgesetzt.

(neu: Schlusskurse)

NEW YORK (dpa-AFX) - Dank positiver Nachrichten zum China-GeschĂ€ft haben die Aktien des wertvollsten Unternehmens der Welt ihre Rekordjagd fortgesetzt. Die Papiere des Chipherstellers Nvidia US67066G1040 kletterten am Dienstag bis auf 172,40 US-Dollar. Zum Handelsende behaupteten sie ein Plus von 4 Prozent auf 177,70 Dollar. Damit setzte sich Nvidia weiter von der jĂŒngst geknackten Marke von mehr als vier Billionen Dollar beim Börsenwert ab. Auf Platz zwei liegt der Software-Hersteller Microsoft US5949181045 mit knapp 3,8 Billionen Dollar, gefolgt von dem Computerkonzern Apple US0378331005 mit 3,1 Billionen Dollar.

Nach monatelangen ExportbeschrĂ€nkungen darf Nvidia seine fĂŒr China konzipierten KI-Chips wieder in der Volksrepublik verkaufen. "Ich kĂŒndige an, dass uns die US-Regierung Genehmigungen erteilt hat, Lizenzen fĂŒr die Auslieferung von H20 zu beantragen", sagte Nvidia-Chef Jensen Huang. Nvidia werde also wieder anfangen, H20-Chips auf dem chinesischen Markt zu verkaufen. Die Entscheidung folgt auf eine Einigung im andauernden Handelsstreit zwischen China und den USA, gegenseitige BeschrĂ€nkungen zu mindern. Dass Wettbewerber AMD US0079031078 ebenfalls die Wiederaufnahme der Lieferungen seiner MI308-Chips nach China plant, nachdem die USA ihre Zustimmung zu den VerkĂ€ufen erteilt hatten, bescherte auch diesem krĂ€ftige Kursgewinne von letztlich 6,4 Prozent.

Die wichtigste Erkenntnis der Mitteilung von Nvidia ist Beobachtern zufolge, dass es eine enorme Nachfrage nach diesen H20-Chips gibt. Dies wiederum deute darauf hin, dass das Wachstum fĂŒr Unternehmen, die in der KI-Infrastruktur tĂ€tig seien, "lĂ€ngerfristig höher sein wird". Entsprechend wird damit gerechnet, dass Analysten nun ihre GewinnschĂ€tzungen fĂŒr den Chiphersteller nach oben anpassen.

So geht Timothy Arcuri von der schweizerischen Großbank UBS davon aus, dass sich seine SchĂ€tzungen fĂŒr das GeschĂ€ft mit KI-Chips in China als sehr konservativ erweisen könnten. Zuversichtlich Ă€ußerte sich Daniel Niles, GrĂŒnder von Niles Investment Management. Nvidia sollte in der Lage sein, den Umsatz in den nĂ€chsten Jahren um etwa 20 Prozent zu erhöhen. Angesichts der Wachstumsrate des Chipherstellers seien dessen Aktien "nicht so verrĂŒckt bewertet".

Ein gĂ€ngiges Bewertungsmaß ist das Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis (KGV). Dieses misst das VerhĂ€ltnis zwischen Aktienkurs und erwartetem Gewinn je Aktie. Nvidia weist ein KGV von knapp 53 auf. Dies ist zwar ein recht hoher Wert, aber im Technologie-Index Nasdaq 100 US6311011026 gibt es ein knappes Dutzend Unternehmen mit einem dreistelligen Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis.

Die Nachricht von Nvidia stĂŒtzte auch die europĂ€ische Technologiebranche. "Dass Nvidia den Verkauf von H20-Chips nach China wieder aufnimmt, ist natĂŒrlich positiv", sagte Vey-Sern Ling, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Privatbank Union Bancaire Privee. Und zwar nicht nur fĂŒr Nvidia selber, sondern auch fĂŒr die KI-Halbleiter-Lieferkette sowie fĂŒr chinesische Technologieplattformen, die FĂ€higkeiten rund um KĂŒnstliche Intelligenz aufbauten. Dies sei auch eine gute Entwicklung fĂŒr die Beziehungen zwischen den USA und China.

Insofern zÀhlten am Dienstag europaweit Aktien aus dem Technologie-Sektor zu den besten Branchen. Im Stoxx Europe 600 Technology EU0009658921 zogen ASML NL0010273215 um 2,7 Prozent an. Damit hatten sie im schwÀchelnden Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 die Nase vorn. Im Dax gewannen Infineon DE0006231004 0,8 Prozent.

Nvidia-Aktien liegen nach einem zwischenzeitlichen Einbruch im April in diesem Jahr mit gut 27 Prozent im Plus. Damals hatte US-PrĂ€sident Donald Trump mit seinen ZollplĂ€nen fĂŒr eine heftige Korrektur gesorgt.

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