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AKTIEN IM FOKUS 2: GeschÀftsausblick von Nike schockt Anleger - Adidas legen zu

28.06.2024 - 17:16:09

NEW YORK/FRANKFURT/LONDON - Durchwachsene Zahlen und vor allem ein enttÀuschender Ausblick von Nike US6541061031 haben am Freitag die Aktien des US-Sportwarenherstellers auf Talfahrt geschickt.

(neu: aktuelle Kurse)

NEW YORK/FRANKFURT/LONDON (dpa-AFX) - Durchwachsene Zahlen und vor allem ein enttĂ€uschender Ausblick von Nike US6541061031 haben am Freitag die Aktien des US-Sportwarenherstellers auf Talfahrt geschickt. Die Papiere rutschten als klares Schlusslicht im Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 um 19,3 Prozent auf 76 US-Dollar ab und erreichten damit den tiefsten Stand seit MĂ€rz 2020. Ähnlich herbe Verluste hatten die Anleger zuletzt 2001 einstecken mĂŒssen.

Seit Jahresbeginn gerechnet haben die Anteilscheine von Nike nun 30 Prozent eingebĂŒĂŸt. Damit gehören sie im Dow zu den grĂ¶ĂŸten Verlierern.

Im Sog von Nike notierten die Titel des Konkurrenten Under Armour US9043111072 1,5 Prozent tiefer. Anleger von Adidas DE000A1EWWW0 blendeten die schlechten Nachrichten von Nike zuletzt eher aus. Die Papiere legten im spÀten Handel sogar etwas zu. Hier hoffen Anleger offenbar, dass die Deutschen dem Konkurrenten Nike Marktanteile abnehmen können.

Dagegen zĂ€hlte Puma mit einem KursrĂŒckgang um fast zwei Prozent zu den grĂ¶ĂŸten Verlierern im MDax DE0008467416 der mittelgroßen Werte. FĂŒr die in London gelisteten Titel von JD Sports GB00BM8Q5M07 ging es um 4,6 Prozent bergab.

Nike hatte im Schlussquartal des abgelaufenen GeschĂ€ftsjahres ein zweiprozentiges Umsatzminus verzeichnet. FĂŒr 2024/25 geht Nike zudem von einem weiteren RĂŒckgang der Erlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Im ersten Halbjahr werde der Umsatz im hohen einstelligen Prozentbereich und im ersten GeschĂ€ftsquartal um zehn Prozent sinken. Bereits Ende MĂ€rz hatte das Unternehmen vor einem schwachen Start in das GeschĂ€ftsjahr gewarnt, aber noch ein Umsatzplus angepeilt.

Die US-Banken JPMorgan und Morgan Stanley strichen ihre bislang positiven Voten fĂŒr die Nike-Aktien und senkten die Kursziele. Der Bruttogewinn im vergangenen Quartal habe die Erwartungen trotz gĂŒnstiger Umsatztrends in Nordamerika und im chinesischen Raum verfehlt, monierte JPMorgan-Analyst Matthew Boss. Dazu liege der Ausblick deutlich unter den KonsensschĂ€tzungen. Morgan-Stanley-Expertin Alex Straton verabschiedete sich vom zuvor erwarteten Wachstum als wichtigstem Argument ihrer bisherigen Empfehlung.

Laut Brooke Roach von der US-Investmentbank Goldman Sachs waren zwar die Erwartungen der Anleger sowohl an den Zwischenbericht als auch an den Ausblick verhalten. Mit so negativen Aussagen hĂ€tten diese aber nicht gerechnet, betonte die Expertin. Der neue Ausblick falle erheblich schlechter als erwartet aus, meint auch Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC. Die KonsensschĂ€tzungen fĂŒr Nike dĂŒrften deutlich sinken - nicht nur fĂŒr den Umsatz, sondern auch fĂŒr das Brutto- sowie insbesondere das operative Ergebnis.

Mit Blick auf Adidas und Puma betonte ein HĂ€ndler, dass zumindest Puma von Nike in Mitleidenschaft gezogen werde. Einige Probleme der Amerikaner seien aber hausgemacht.

Bei Adidas setzt UBS-Analystin Zuzanna Pusz darauf, dass die anstehenden Quartalszahlen Zweifel des Marktes bezĂŒglich der Fortschritte bei der Trendwende ausrĂ€umen. Sie erwartet eine deutliche Beschleunigung des um die Yeezy-BestĂ€nde bereinigten Umsatzwachstums. Olivia Townsend von JPMorgan traut Adidas sogar die deutlichsten Verbesserungen in einem Umfeld wieder verbesserter Nachfragetrends zu.

Jefferies-Analyst James Grzinic ergĂ€nzte, dass die Kursentwicklung von Adidas und Puma auch nicht mehr so an die des grĂ¶ĂŸeren US-Konkurrenten gekoppelt sei wie in der Vergangenheit. Adidas sollte weiterhin schneller wachsen als Nike, lautet die Prognose von Warburg-Experte Jörg Frey.

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