AKTIE IM FOKUS 3: Tesla erholt - Musk bedauert einige BeitrÀge in Trump-Streit
11.06.2025 - 17:15:29(neu: Kurse und Details)
NEW YORK (dpa-AFX) - Nach einer teilweisen Entschuldigung von Tesla-Chef Elon Musk bei US-PrĂ€sident Donald Trump im ZerwĂŒrfnis der beiden sind die Aktien von Tesla US88160R1014 am Mittwoch auf Erholungskurs geblieben. An der Technologiebörse Nasdaq stiegen die Papiere des Elektroauto-Herstellers um bis zu 2,9 Prozent auf 335,50 US-Dollar. Mit zuletzt gezahlten 332 Dollar schmolz das Plus aber wieder etwas auf 1,8 Prozent.
Durch die Gewinne am Mittwoch haben sich die Tesla-Aktien nun bereits um bis zu 23 Prozent von ihrem Vorwochentief erholt. Den Kursrutsch vom vergangenen Donnerstag wegen des zugespitzten Streits haben sie inzwischen wieder ausgeglichen. Widerstand leistete am Mittwoch jedoch die 21-Tage-Linie, die bei 336 Dollar verlĂ€uft. Sie ist unter Anlegern ein beliebter Indikator fĂŒr den kurzfristigen Trend der Aktie.
"Ich bedauere einige meiner BeitrĂ€ge ĂŒber PrĂ€sident @realDonaldTrump vergangene Woche. Sie sind zu weit gegangen", schrieb Musk auf der Plattform X. Musks sanftere Töne folgen wenige Tage, nachdem Trump ihm im Falle einer UnterstĂŒtzung der Demokraten "sehr schwerwiegende Folgen" angedroht hatte: "Wenn er das tut, dann muss er den Preis dafĂŒr bezahlen." Konkrete Konsequenzen nannte Trump allerdings nicht.
Auslöser des jĂŒngsten Tesla-Kursrutsches waren heftige VorwĂŒrfe von Musk in Richtung des US-PrĂ€sidenten via Sozialer Medien. AufhĂ€nger war ursprĂŒnglich Trumps Ausgaben- und Steuergesetz, doch Musks Attacken zogen dann immer weitere Kreise. Unter anderem sagte er, Trump hĂ€tte die PrĂ€sidentenwahl nie ohne seine UnterstĂŒtzung gewonnen. Er hatte dessen Wahlkampf mit mehr als 250 Millionen US-Dollar finanziert und war zu einem Vertrauten des Republikaners geworden.
Trump schrieb daraufhin, der Tesla-Chef sei "verrĂŒckt geworden" und stellte Streichungen von AuftrĂ€gen und Subventionen fĂŒr Musks Firmen wie Tesla und SpaceX in Aussicht, um Milliarden einzusparen. Im Gegenzug kĂŒndigte Musk an, seine Raumfahrtfirma SpaceX werde sofort damit anfangen, die Weltraumkapsel Dragon auĂer Betrieb zu nehmen. SpĂ€ter schien er dies zwar mit einem weiteren Post auf X wieder zurĂŒckzunehmen - allerdings war nicht klar zu erkennen, wie ernst es Musk damit meinte. Zudem behauptete er, Trumps Name finde sich in Unterlagen zum berĂŒchtigten SexualstraftĂ€ter Jeffrey Epstein, die deshalb nicht veröffentlicht worden seien.
Das politische Engagement des Privatmannes Musk und sein VerhĂ€ltnis zu Trump spielen auch eine groĂe Rolle fĂŒr den Elektroautobauer. So hatten Medien berichtet, dass der verĂ€rgerte Trump seinen roten Tesla wieder abstoĂen wolle, den er erst im MĂ€rz als Zeichen der UnterstĂŒtzung gekauft hatte. Just als der Tesla-Absatz wegen Musks Arbeit fĂŒr Trump gelitten hatte.
Nachdem der Börsenwert von Tesla im Zuge des Trump-Streits bis auf rund 900 Milliarden Dollar gesunken war, erholte er sich bis Mittwoch wieder auf etwas mehr als eine Billion. Dennoch gehört der Autobauer damit rein formal nicht mehr zu den sieben wertvollsten US-Unternehmen oder "Glorreichen Sieben". Mittlerweile hat sich der Halbleiterkonzern Broadcom US11135F1012 mit einer Marktkapitalisierung von 1,18 Billionen Dollar an Tesla vorbei auf den siebten Rang geschoben.
Der Kurs der Tesla-Aktie war nach der US-PrÀsidentenwahl im November zunÀchst steil gestiegen. Investoren spekulierten darauf, dass Tesla von Musks NÀhe zu Trump profitieren werde. Doch in den Tagen vor Weihnachten kam Gegenwind auf. Unter anderem steht Tesla seit Jahren im Visier mehrerer Untersuchungen der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Zugleich schreckten Musks rechte politische Ansichten einige potenzielle Tesla-KÀufer ab. Es gab immer wieder Proteste gegen den Tech-MilliardÀr.
In den Wochen nach der Wahl hat sich der Kurs auf fast 500 Dollar knapp verdoppelt. Ab Mitte Dezember ging es dann nach unten, auch weil sich Anleger sorgten, dass Musk wegen seiner TĂ€tigkeit als Berater von US-PrĂ€sident Donald Trump und dessen Kostensenker, seine Aufgaben bei Tesla vernachlĂ€ssigt. Die Talfahrt der Tesla-Aktie hatte im FrĂŒhjahr dann erst bei 214,25 Dollar gestoppt.

