Nierenfunktion, Alzheimer-Bluttests

Nierenfunktion verfÀlscht Alzheimer-Bluttests

26.01.2026 - 09:09:12

Eine neue Studie zeigt: Die Nierenfunktion beeinflusst die Genauigkeit moderner Alzheimer-Bluttests. Forscher warnen vor möglichen Fehldiagnosen.

Im Fokus stehen Bluttests, die spezifische Alzheimer-Proteine wie Beta-Amyloid und Tau nachweisen. Besonders das phosphorylierte Tau-Protein p-Tau217 gilt als präziser Indikator für die Krankheit. Doch eine Langzeitstudie des Karolinska-Instituts in Schweden deckt nun einen Störfaktor auf: die Nieren.

Personen mit einer Nierenschwäche wiesen signifikant höhere Werte von Alzheimer-Biomarkern im Blut auf. Der Grund? Geschwächte Nieren filtern Abbauprodukte schlechter aus dem Blut. So können sich auch Alzheimer-Proteine anreichern – und die Testergebnisse verfälschen.

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Chronische Nierenerkrankung als Diagnose-Hürde

Die Verbindung ist heikel: Chronische Nierenerkrankungen (CKD) sind im Alter häufig und erhöhen zugleich das Risiko für Demenz. Die neue Forschung zeigt, dass CKD auch die p-Tau-Konzentration im Plasma in die Höhe treiben kann.

Das stellt die vielgepriesenen Bluttests vor ein Problem. Sie sollen die Diagnose einfacher und kostengünstiger machen als aufwändige Verfahren wie die Liquorpunktion oder PET-Scans. Doch wenn eine häufige Begleiterkrankung die Werte verzerrt, drohen Fehlinterpretationen. Wie lassen sich diese vermeiden?

Ein Verhältnis bringt Klarheit

Wissenschaftler setzen auf einen ausgeklügelteren Ansatz: Statt einzelner Biomarker messen sie nun Verhältnisse. Ein vielversprechender Test ist „PrecivityAD2“. Er analysiert das Verhältnis von p-Tau217 zu nicht-phosphoryliertem Tau217 – und liefert laut Studien auch bei Nierenpatienten verlässlichere Ergebnisse.

Diese Methode scheint robuster gegen Störfaktoren. Sie ist ein Schritt hin zu komplexeren Analysen, die den gesamten Gesundheitszustand eines Patienten einbeziehen.

Ganzheitlicher Blick wird zum Standard

Die Erkenntnis unterstreicht eine alte medizinische Weisheit: Im Körper hängt alles zusammen. Frühere Studien fanden bereits heraus, dass nach einer akuten Nierenschädigung das Alzheimer-Risiko um 31 Prozent steigt.

Für die Praxis bedeutet das: Ärzte müssen bei der Bewertung von Alzheimer-Bluttests künftig immer auch die Nierenwerte ihrer Patienten checken. Nur dieser ganzheitliche Blick gewährleistet eine präzise Diagnose. Die Integration der Nierenfunktion in diagnostische Algorithmen wird damit zum nächsten, entscheidenden Schritt.

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