Nike, Aktie

Nike Aktie: 986-Millionen-Zoll-Effekt

Veröffentlicht am: 01.07.2026 um 07:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nike profitiert von einer Milliarden-Zollrückerstattung, kämpft aber mit massiven Umsatzeinbußen in China und einer schwachen Prognose.

Nike Aktie: Zoll-Rückzahlung überdeckt tiefgreifende China-Krise
Abstrakte Darstellung des globalen Handels und wirtschaftlicher Auswirkungen, mit gestapelten geometrischen Formen, die finanzielle Werte und Zölle symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein massiver Sondererlös rettet das Quartalsergebnis von Nike. Unter der Oberfläche kämpft der Sportartikelriese jedoch mit wegbrechenden Umsätzen in China. Die Prognose für das kommende Geschäftsjahr drückt die Aktie Richtung Jahrestief.

Der Zoll-Effekt in der Bilanz

Nike meldet für das vierte Quartal einen Gewinn je Aktie von 0,72 US-Dollar. Dieser Wert ist stark verzerrt. Eine Zollrückerstattung von 986 Millionen US-Dollar trieb das Ergebnis nach oben. Ohne diesen Effekt läge der bereinigte Gewinn bei 0,20 US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit 0,13 US-Dollar gerechnet.

Die Bruttomarge kletterte durch die Rückzahlung auf 49,2 Prozent. Bereinigt um diesen Einmaleffekt blieb die Marge jedoch unter Druck. Ein verstärktes Aktionsgeschäft belastete die Profitabilität im operativen Geschäft.

Schwäche im China-Geschäft

Der Umsatz sank im gleichen Zeitraum um ein Prozent auf 11,0 Milliarden US-Dollar. Besonders das Geschäft in China bereitet Sorgen. Dort brachen die Erlöse währungsbereinigt um 17 Prozent ein. Das Nordamerika-Geschäft konnte diesen Rückgang mit einem Plus von drei Prozent nicht kompensieren.

Im gleichen Schritt schwächelt die Tochtermarke Converse. Deren Umsatz stürzte um 32 Prozent auf 244 Millionen US-Dollar ab. Auch die Strategie im Direktvertrieb zeigt Risse. Während die Verkäufe über Großhändler leicht stiegen, fielen die digitalen Erlöse um zwölf Prozent.

Umbau und Personalwechsel

Für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2027 rechnet das Management mit sinkenden Umsätzen. CEO Elliott Hill bezeichnete den Fortschritt beim Konzernumbau als ungleichmäßig. Während Performance-Produkte gefragt sind, schwächelt der Bereich Lifestyle und Sportswear.

Im August übernimmt David Denton den Posten des Finanzchefs. Er folgt auf Matthew Friend und soll die finanzielle Stabilität des Konzerns sichern. Nike verfügt aktuell über liquide Mittel von 9,0 Milliarden US-Dollar.

Die Aktie notiert mit 35,96 Euro nur knapp über ihrem Jahrestief. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits ein Drittel an Wert verloren. Anleger warten nun auf den August, wenn der neue Finanzchef Denton seine Strategie für die kommenden Quartale konkretisiert.

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