Niksen: Warum bewusstes Nichtstun jetzt zum Trend wird
06.02.2026 - 02:46:12In einer Welt voller Produktivitätsdruck setzt sich ein radikaler Gegentrend durch: das bewusste Nichtstun. Unter dem niederländischen Begriff Niksen gewinnt diese Praxis als Werkzeug zur mentalen Regeneration an Bedeutung. Es geht darum, sich absichtlich Zeit zu nehmen, um ohne Ziel einfach nur zu sein. Experten sehen darin keine Faulheit, sondern eine Notwendigkeit, um chronischem Stress und Burnout entgegenzuwirken.
Das Gehirn im Leerlauf-Modus
Wenn wir bewusst nichts tun, ist unser Gehirn keineswegs inaktiv. Neurowissenschaftler beobachten dann die Aktivierung des Default Mode Network (Ruhenetzwerk). Dieses Netzwerk verarbeitet Erlebtes, ermöglicht Selbstreflexion und festigt Erinnerungen. In diesem Zustand des freien Assoziierens entstehen oft die besten Ideen – nicht durch angestrengtes Nachdenken, sondern in Momenten der Entspannung.
Was ist Niksen eigentlich?
Niksen bedeutet wörtlich, etwas ohne Nutzen zu tun. Der Trend stellt einen Kontrast zu geleiteten Praktiken wie Meditation dar. Beim Niksen geht es um ein ungerichtetes, absichtsloses Sein. Man schaut aus dem Fenster, sitzt auf einer Parkbank oder liegt einfach da. Die Aktivität ist nebensächlich, solange sie keinem Ziel dient. Es ist die direkte Antwort auf den gesellschaftlichen Druck, jede Minute produktiv zu nutzen.
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Die messbaren Vorteile für die Gesundheit
Regelmäßige Pausen des Nichtstuns haben konkrete positive Effekte:
* Sie können den Blutdruck senken und das Immunsystem stärken.
* Sie helfen, den Stresspegel zu regulieren und die Konzentrationsfähigkeit zu erhalten.
* Chronischer Stress ohne Erholung erhöht das Risiko für Erschöpfung, Depressionen und Angstzustände.
Bereits kurze Momente des Innehaltens im Alltag entfalten eine regenerative Wirkung und laden die mentalen Akkus wieder auf.
Widerstand gegen die Optimierungslogik
Die wachsende Popularität des Niksens spiegelt einen gesellschaftlichen Wandel wider. Der alte Leitsatz „Müßiggang ist aller Laster Anfang“ wird von der Erkenntnis abgelöst, dass Pausen essenziell für nachhaltige Leistungsfähigkeit sind. In einer Arbeitswelt mit ständiger Erreichbarkeit verschwimmen die Grenzen zwischen Job und Freizeit. Bewusstes Nichtstun wird so zu einer Form des Widerstands gegen das Diktat der Effizienz – und zunehmend als intelligent gelebte Selbstfürsorge anerkannt.
Wie man Nichtstun wieder lernt
Die größte Herausforderung für viele ist es, das Nichtstun ohne schlechtes Gewissen in den Alltag zu integrieren. Experten raten, klein anzufangen. Blocken Sie bewusst feste Zeiten für absichtsloses Nichtstun in Ihrem Kalender. Anfangs kann dies ungewohnt sein und sogar Langeweile auslösen. Langfristig führt die Fähigkeit, einfach nur zu sein, jedoch zu mehr innerer Ruhe und Kreativität. Es ist zu erwarten, dass Unternehmen die Bedeutung mentaler Regeneration stärker anerkennen und Kulturen fördern, in denen Pausen aktiv gefördert werden.


