Nokia, Aktie

Nokia Aktie: 446 Millionen AI-Umsatz verdoppelt

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 14:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nokia übertrifft Gewinn- und Umsatzerwartungen, der Aktienkurs bricht dennoch ein. Analysten sehen trotz des Ausverkaufs weiteres Aufwärtspotenzial.

Nokia-Aktie: Starke Quartalszahlen, aber Kurs stürzt ab
Abstrakte Darstellung digitaler Netzwerke und künstlicher Intelligenz in einem technologischen Kontext. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nokia hat am Freitag Quartalszahlen vorgelegt, die sowohl beim Gewinn als auch bei den Aufträgen die Erwartungen übertrafen. Die Reaktion der Anleger fiel dennoch negativ aus: Die Aktie brach deutlich ein und markierte auf US-Kursbasis den niedrigsten Stand seit April.

Zahlen übertreffen Erwartungen

Im zweiten Quartal 2026 lag der Gewinn je Aktie bei 0,08 US-Dollar und damit über dem Konsens von 0,07 US-Dollar. Der Umsatz kletterte auf 5,50 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf vergleichbarer Basis wuchs der Nettoumsatz um 9 Prozent, die Bruttomarge verbesserte sich um 70 Basispunkte auf 46 Prozent.

Der eigentliche Wachstumstreiber bleibt das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz. Die Sparte AI & Cloud verdoppelte ihren Umsatz auf 446 Millionen Euro, der gesamte Auftragseingang erreichte 2,8 Milliarden Euro. Etwa die Hälfte davon soll sich nach Unternehmensangaben binnen zwölf Monaten in Umsatz umwandeln. Nokia brachte zudem die erste kommerzielle AI-RAN-Plattform an den Start: Ein Pilotprojekt ist für Ende 2026 vorgesehen, die kommerzielle Vermarktung soll 2027 folgen. Bis 2028 strebt der Konzern Effizienzgewinne von mehr als 100 Prozent im genutzten Funkspektrum an.

Weniger überzeugend fiel der freie Cashflow aus. Mit minus 732 Millionen Euro verbuchte Nokia das schwächste Quartal in dieser Kennzahl seit Langem, bei einem weiterhin soliden Netto-Cash-Bestand von 2,8 Milliarden Euro.

Kurs bricht trotz guter Zahlen ein

Die Aktie schloss am Freitag bei 8,06 Euro, ein Minus von 6,32 Prozent auf Tagesbasis. Der Relative-Stärke-Index von 29,5 signalisiert eine technisch überverkaufte Situation – ein Niveau, das üblicherweise auf eine überzogene Verkaufswelle statt auf fundamentale Probleme hindeutet. Zusammen mit dem starken Rücksetzer der vergangenen Wochen zeigt sich ein Muster, das Anleger bereits von früheren Nokia-Reaktionen auf Quartalszahlen kennen: starke operative Fortschritte treffen auf einen nervösen Gesamtmarkt für Technologiewerte.

Analysten bleiben trotz Ausverkaufs optimistisch

Mehrere Analysehäuser sehen trotz der Kursschwäche weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial. Die Bank of America hob ihr Kursziel auf 18,50 US-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung, während SEB Equities die Aktie auf „Buy“ hochstufte und ein Kursziel von 12 Euro ausgab. Insgesamt votieren 13 Analysten für Kaufen, drei für Halten und zwei für Verkaufen; im Mittel liegt das Kursziel bei 12,57 US-Dollar. Ein Discounted-Cashflow-Modell von Simply Wall St beziffert den fairen Wert auf 12,34 US-Dollar, ein Aufschlag von 26 Prozent gegenüber dem damaligen Kurs.

Die Bewertung bleibt dabei zweigeteilt. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 65,6 liegt Nokia deutlich über dem Branchendurchschnitt von 32,2, gleichzeitig aber unter dem Durchschnitt vergleichbarer Wettbewerber von 82,1. Die Eigenkapitalrendite von 3,3 Prozent bleibt vergleichsweise moderat und dämpft die Euphorie um die KI-Story etwas.

Institutionelle Investoren uneins

Sei Investments reduzierte seine Nokia-Position im ersten Quartal 2026 um 6,8 Prozent auf 6.177.671 Aktien, einen Wert von 49,67 Millionen US-Dollar. Andere institutionelle Anleger bauten ihre Positionen dagegen aus: Kathmere Capital Management erhöhte seinen Bestand um 14 Prozent, Xponance um 13 Prozent, Assetmark um gut 12 Prozent. Insgesamt halten institutionelle Investoren rund 5,28 Prozent des Unternehmens. Die gegenläufigen Bewegungen zeigen, dass professionelle Anleger die jüngste Schwäche unterschiedlich einordnen – als Kaufgelegenheit für die einen, als Anlass zur Vorsicht für die anderen.

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