Nokia Aktie: Ex-Tag am 28. Juli
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 10:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nokia zahlt seine Dividende wie geplant aus. Der Aktienkurs dagegen befindet sich im freien Fall. Am Montag notiert das Papier erstmals ohne Anspruch auf die nächste Ausschüttung — mitten in einer der heftigsten Korrekturen der vergangenen Monate.
Der finnische Netzwerkausrüster schloss die Vorwoche bei 8,06 Euro. Das entspricht einem Tagesverlust von 6,32 Prozent und einem Wochenminus von 9,03 Prozent. Der Ex-Dividenden-Tag fällt damit in eine Phase, in der die Aktie binnen 30 Tagen fast ein Drittel ihres Wertes verloren hat.
Die Ausschüttung im Detail
Der Nokia-Vorstand hatte am 23. Juli beschlossen, 0,04 Euro je Aktie auszuschütten. Der Stichtag ist der 28. Juli, die Auszahlung erfolgt am 6. August. Es handelt sich um die zweite von vier geplanten Quartalsraten für das Geschäftsjahr 2025.
Die Hauptversammlung hatte dem Vorstand am 9. April die Befugnis erteilt, insgesamt maximal 0,14 Euro je Aktie in vier Tranchen auszuzahlen. Nach der Juli-Rate verbleiben davon noch 0,06 Euro. Die vorherige Tranche über ebenfalls 0,04 Euro hatte der Vorstand bereits am 23. April beschlossen, ausgezahlt wurde sie am 7. Mai.
Kursrutsch nach den Quartalszahlen
Der eigentliche Grund für die Nervosität liegt woanders. Nokia hatte im Frühsommer ein Rekordhoch von 14,97 Euro markiert, erreicht am 3. Juni. Seither hat die Aktie 46,16 Prozent ihres Wertes eingebüßt.
Der Auslöser lag in den Quartalszahlen. Nokia übertraf die Gewinnerwartungen und meldete eine beschleunigte Nachfrage aus dem KI- und Cloud-Geschäft. Der Markt reagierte trotzdem negativ. Engpässe bei Speicherchips, ein schwaches klassisches Telekomgeschäft und Zweifel an der Umsetzung der Transformationsstrategie überschatteten die guten Nachrichten.
Technisch gilt die Aktie inzwischen als überverkauft. Der 14-Tage-RSI liegt bei 29,5 und damit deutlich unter der neutralen Marke von 50. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 11,64 Euro klafft eine Lücke von 30,76 Prozent — ein Zeichen dafür, wie schnell die Stimmung nach der Sommer-Rally gekippt ist.
Trotz des Absturzes bleibt die Bilanz der letzten zwölf Monate beeindruckend. Die Aktie steht seit Jahresbeginn mit 44,19 Prozent im Plus, binnen eines Jahres hat sie sich mit einem Zuwachs von 118,96 Prozent mehr als verdoppelt.
Analysten bleiben vorsichtig
Die Reaktionen der Banken fallen gemischt aus. UBS senkte laut einem Bericht von MarketScreener vom 24. Juli das Kursziel für Nokia auf 9,65 Euro und bestätigte gleichzeitig die neutrale Einstufung. Andere Häuser hatten sich im Frühsommer noch konstruktiver zur Aktie geäußert.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 66,88 Prozent zeigt, wie unruhig der Handel seit dem Juni-Hoch geworden ist. Vor diesem Hintergrund wirkt der Ex-Dividenden-Tag fast wie eine Randnotiz. Die eigentliche Geschichte spielt sich im Zusammenspiel aus starkem KI-Ausblick und kurzfristiger Verunsicherung nach den Zahlen ab.
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