Nokia Aktie: FastMile-Sparte an Inseego verkauft
Veröffentlicht am: 10.05.2026 um 16:31 Uhr | Redaktion boerse-global.deNokia rĂ€umt auf. Der finnische NetzwerkausrĂŒster trennt sich von seinem GeschĂ€ft mit festen drahtlosen BreitbandzugĂ€ngen (FWA). Der Verkauf der sogenannten FastMile-Sparte an das US-Unternehmen Inseego markiert einen klaren strategischen Schnitt. Das Management richtet den Fokus nun voll auf die lukrative KI-Infrastruktur.
Anteile statt Barreserven
Finanziell fĂ€llt die Transaktion fĂŒr den Konzern kaum ins Gewicht. Interessant ist jedoch die Struktur des Deals, der im vierten Quartal abschlieĂen soll. Anstelle eines reinen Barverkaufs sichert sich Nokia eine Beteiligung von rund elf Prozent an Inseego. Ein Teil der Aktien flieĂt als direkte Gegenleistung fĂŒr die Sparte, weiteres Kapital schieĂen die Finnen beim Abschluss bar nach. Inseego will durch die Ăbernahme seinen Umsatz in etwa verdoppeln. Parallel dazu planen beide Unternehmen gemeinsame Entwicklungen im 6G-Bereich.
Hohe Erwartungen treiben den Kurs
An der Börse kommt der strategische Fokus hervorragend an. Mit einem Schlusskurs von 10,87 Euro am Freitag notiert die Aktie nur knapp unter ihrem Jahreshoch. Seit Januar steht ein massives Plus von ĂŒber 95 Prozent auf der Anzeigetafel. Diese Rallye hat allerdings ihren Preis. Ein Kurs-Umsatz-VerhĂ€ltnis von ĂŒber drei signalisiert, dass Investoren bereits viel zukĂŒnftiges Wachstum einpreisen. Jeder operative Fehltritt könnte den Kurs nun empfindlich treffen.
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KI-Boom fĂŒllt die AuftragsbĂŒcher
Operativ liefert Nokia derzeit die passenden Argumente fĂŒr den Optimismus. Im ersten Quartal kletterten die VerkĂ€ufe bei optischen Netzwerken um ein FĂŒnftel nach oben. Allein aus dem Cloud- und KI-Sektor sammelte das Unternehmen Bestellungen in Milliardenhöhe ein. FĂŒr das Gesamtjahr hĂ€lt der Vorstand an seinem Ziel fest und peilt einen operativen Gewinn von ĂŒber zwei Milliarden Euro an. Das Wachstum der Netzwerkinfrastruktur soll dabei zweistellig ausfallen.
Der Gegenwind aus der Branche bleibt indes bestehen. Schwankende Investitionsbudgets der Telekommunikationsanbieter und der harte Wettbewerb mit Ericsson erfordern eine fehlerfreie AusfĂŒhrung. Am 23. Juli prĂ€sentiert Nokia die Zahlen fĂŒr das abgelaufene Jahresviertel. Dann muss das Management belegen, ob das prognostizierte Umsatzplus von bis zu neun Prozent gegenĂŒber dem Vorquartal tatsĂ€chlich realisiert wurde.
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