Nomad Foods Aktie: Schulden-Umbau vor Zahlen
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nomad Foods bringt an einem einzigen Vormittag gleich zwei Nachrichten unter die Anleger: eine milliardenschwere Anleihe-Refinanzierung und vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal, die besser ausfallen als zuletzt in Aussicht gestellt. Der Frozen-Food-Konzern hinter Marken wie Birds Eye, iglo und Findus nutzt das aktuelle Marktumfeld, um seine Finanzierungsstruktur neu aufzustellen.
Neue Anleihe ersetzt altes Papier
Über die Tochtergesellschaft Nomad Foods Bondco will das Unternehmen besicherte Anleihen im Volumen von 800 Millionen Euro mit Fälligkeit 2033 platzieren. Der Erlös soll komplett in die Ablösung einer bestehenden Anleihe über ebenfalls 800 Millionen Euro fließen, die 2028 fällig gewesen wäre. Parallel plant Nomad Foods, seine revolvierende Kreditlinie um 105 Millionen Euro aufzustocken — künftig stünden damit bis zu 280 Millionen Euro zur Verfügung.
Finanzvorstand Ruben Baldew begründete den Schritt mit einer robusten Cashflow-Lage und einer soliden Bilanz. Der Zeitpunkt sei bewusst gewählt, um die Verschuldung proaktiv neu zu ordnen. Zwar dürfte die Refinanzierung die Zinslast zunächst erhöhen, das Management will diesen Effekt aber über Jahre durch einen Abbau der Nettoverschuldung ausgleichen. Wie genau sich das auf die Gewinn-je-Aktie-Prognose für 2026 auswirkt, prüft der Konzern noch — eine überarbeitete Jahresprognose für das Ergebnis je Aktie steht noch aus.
Vorläufige Zahlen übertreffen eigene Erwartungen
Für das zweite Quartal rechnet Nomad Foods mit einem Rückgang von Umsatz und organischem Umsatz zwischen 2,5 und 3,5 Prozent. Das bereinigte EBITDA soll in einer Spanne von 120 bis 126 Millionen Euro liegen, die Barmittel zum Quartalsende bei rund 273 Millionen Euro.
CEO Dominic Brisby verwies darauf, dass diese Werte über den zuletzt kommunizierten Erwartungen liegen. Bereits umgesetzte Preiserhöhungen hätten die Bruttomarge im Jahresvergleich gestützt, das Marktwachstum in der Kategorie bleibe robust. Die vollständigen Quartalszahlen will das Unternehmen im August vorlegen.
An der Jahresprognose ändert sich nichts: Nomad Foods rechnet weiterhin mit einem organischen Umsatzrückgang zwischen 2 und 5 Prozent, einem Rückgang des bereinigten EBITDA um 5 bis 10 Prozent sowie einer Free-Cashflow-Konversionsrate von mindestens 90 Prozent. Der Konzern selbst bezeichnet 2026 als Übergangsjahr für den Konzernumbau — die laufende Refinanzierung soll dafür das finanzielle Fundament absichern.
Ob die neue Anleihe zu günstigeren Konditionen als das 2028er-Papier platziert werden kann, entscheidet sich erst mit Abschluss des Angebots. Die vollständigen Zahlen zum zweiten Quartal folgen im August und dürften zeigen, ob sich der positive Trend bei der Bruttomarge fortsetzt.
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