Norddeutsche CDU-Fraktionen warnen vor Stopp wichtiger Autobahnprojekte
22.09.2025 - 17:06:28"Die Entscheidung der Bundesregierung, sĂ€mtliche Neubauprojekte im Bereich der StraĂeninfrastruktur in Norddeutschland zu streichen, ist fĂŒr uns inakzeptabel", erklĂ€rten die CDU-Fraktionsvorsitzenden Wiebke Winter (Bremen), Dennis Thering (Hamburg), Daniel Peters (Mecklenburg-Vorpommern) und Tobias Koch (Schleswig-Holstein). Sie widerspreche nicht nur politischen Zusagen, sondern konterkariere auch die Ziele einer wachstumsorientierten Wirtschaftspolitik.
Fehlentwicklung umgehend korrigieren
"Wir fordern die Bundesregierung daher mit Nachdruck auf, diese Fehlentwicklung umgehend zu korrigieren." Infrastruktur sei kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung fĂŒr wirtschaftliches Wachstum, regionale Entwicklung und soziale Teilhabe. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Bundeshaushalt Rekordausgaben verzeichne, gleichzeitig aber bei zentralen Zukunftsinvestitionen in die Verkehrsinfrastruktur gekĂŒrzt werde.
"Besonders gravierend ist, dass selbst Projekte mit rechtskrĂ€ftigen Baugenehmigungen oder mit einem geplanten Baubeginn bis spĂ€testens 2029 betroffen sind." Das untergrabe auch das Vertrauen in die VerlĂ€sslichkeit staatlicher Entscheidungen. Nach CDU-Angaben stehen im Norden unter anderem die A26 in Hamburg, die A20 in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, die A39 zwischen LĂŒneburg und Wolfsburg sowie der Ausbau der A21 bei Kiel auf der Kippe.
Bund: Es fehlen 5,5 Milliarden Euro bis 2029
Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums gibt es bis 2029 einen zusĂ€tzlichen Bedarf von 5,5 Milliarden Euro. Neue Freigaben zum Bau von Projekten aus dem Bedarfsplan fĂŒr die BundesfernstraĂen seien vor diesem Hintergrund aktuell nicht möglich. Weiter sagte eine Sprecherin, die Finanzierbarkeit sei abhĂ€ngig vom Bundeshaushalt 2026 - dieser befinde sich aber noch im parlamentarischen Verfahren.
Hintergrund ist ein neuer "Finanzierungs- und Realisierungsplan" 2025-2029 der Autobahn GmbH des Bundes. Die Kernaussage in dem Papier: Baufreigaben fĂŒr bundesweit insgesamt 74 Projekte, fĂŒr die bis 2029 "bestandskrĂ€ftiges Baurecht" erwartet wird, seien nur möglich, wenn das Budget der kommenden Jahre erhöht werde. Konkret bedeutet das: Selbst wenn ein Projekt genehmigt ist, sollen die Bagger nicht rollen - weil laut Ministerium Geld fehlt. Der Bundeshaushalt 2026 wird derzeti im Bundestag beraten und soll Ende November beschlossen werden.

