Novartis, Aktie

Novartis Aktie: 3,26 Milliarden Gewinn

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 10:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Novartis steigert Umsatz dank Krebsmedikamenten, investiert in KI-Forschung und schließt Standort Wehr.

Novartis Quartalszahlen: KI-Offensive und starke Onkologie-Umsätze
Moderne Forschungs- und Laborumgebung in der Pharmaindustrie bei Tagesanbruch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat am heutigen Montag seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und gleichzeitig eine tiefgreifende technologische Neuausrichtung in der Forschung und Entwicklung angekündigt. Während das Unternehmen bei wichtigen Medikamenten zweistellige Zuwachsraten verzeichnete, blieb das Gesamtergebnis durch Sondereffekte und Wertminderungen belastet.

Wachstumstreiber in der Onkologie

Im abgelaufenen Jahresviertel konnte Novartis den Nettoumsatz auf rund 14,41 Milliarden US-Dollar steigern, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Zuwachs von etwa 2,5 Prozent entspricht. Maßgeblich für diese Entwicklung waren vor allem zwei Präparate aus dem Onkologie-Portfolio: Das Brustkrebsmedikament Kisqali verzeichnete ein Umsatzplus von 43 Prozent, während das Leukämie-Mittel Scemblix seine Erlöse um 89 Prozent steigern konnte.

Trotz des operativen Wachstums sank der Nettogewinn im zweiten Quartal auf rund 3,26 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch 4,04 Milliarden US-Dollar erzielt worden waren. Dieser Rückgang um rund 19 Prozent resultiert unter anderem aus immateriellen Wertminderungen in Höhe von 199 Millionen US-Dollar, die das Ergebnis belasteten.

KI-Offensive in der Wirkstoffforschung

Parallel zu den Finanzdaten kündigte die Konzernführung eine verstärkte Integration künstlicher Intelligenz (KI) in den Bereich Forschung und Entwicklung an. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, will Novartis die Technologie tiefgreifender in die Wirkstoffsuche („Drug Discovery“) einbinden. Ziel dieser Strategie ist es, die derzeit oft langwierigen Entwicklungszyklen neuer Medikamente signifikant zu verkürzen und gleichzeitig die Erfolgsraten klinischer Studien zu erhöhen.

Durch den Einsatz von KI-Modellen sollen potenzielle Wirkstoffkandidaten bereits in einem frühen Stadium präziser evaluiert werden. Dies könnte langfristig die hohen Kosten in der frühen Forschungsphase senken und die Effizienz der gesamten Pipeline verbessern. Für Anleger ist dieser Schritt von Bedeutung, da die Produktivität der Forschungslabore in der Branche als wesentlicher Faktor für die langfristige Bewertung gilt.

Ausblick und Standortbereinigungen

Für das Gesamtjahr 2026 hält Novartis an seiner Prognose fest und erwartet weiterhin ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Beim operativen Kernergebnis rechnet das Management hingegen mit einem leichten Rückgang. Neben der globalen Strategie wurden am gestrigen Sonntag auch Details zu strukturellen Anpassungen bekannt: Der Standort im badischen Wehr soll bis zum Jahr 2028 geschlossen werden. Betroffen von dieser Maßnahme sind rund 220 Mitarbeiter. Das entsprechende Areal wurde bereits an die ESW Immo GmbH veräußert.

An der Börse wird die Entwicklung des Konzerns derzeit mit einem gewissen Optimismus begleitet. Die Aktie notiert aktuell bei 137,42 € und hat seit Jahresbeginn bereits um 16,28 Prozent an Wert gewonnen. Damit bewegt sich das Papier derzeit etwa 4,8 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende Februar markiert wurde. Während die Marktstimmung im SMI insgesamt leicht eingetrübt war, zeigten sich Pharmawerte zuletzt mit einer relativen Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt. Zudem profitiert die Branche von neuen Zulassungen in Nischenbereichen, wie etwa der jüngsten FDA-Freigabe für die Stammzelltherapie Ryoncil bei Kindern, die in Kooperation mit Partnern vertrieben wird.

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