Novo, Nordisk

Novo Nordisk: Alzheimer-Studie scheitert – Aktie bricht ein

24.11.2025 - 17:30:12

Novo Nordisk stoppt seine Alzheimer-Studien mit Semaglutid. Der Wirkstoff zeigte keine Wirkung gegen die Krankheit. Die Aktie des dänischen Pharmakonzerns stürzte um 12 Prozent ab.

Der Hoffnungsträger ist gescheitert. Nach einer enttäuschenden Phase-III-Studie beendet Novo Nordisk die Entwicklung von Semaglutid zur Alzheimer-Behandlung. Der Wirkstoff, der als Ozempic und Wegovy bereits Milliarden im Diabetes- und Abnehmmarkt einspielt, konnte den geistigen Verfall bei Alzheimer-Patienten nicht aufhalten.

Die Börse reagierte prompt: Die Aktie des Konzerns verlor rund 12 Prozent an Wert. Ein herber Rückschlag für die Strategie, bewährte Diabetes-Medikamente für neue Indikationen zu nutzen. Und ein weiterer Name auf der langen Liste gescheiterter Alzheimer-Therapien.

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Die Phase-III-Studien EVOKE und EVOKE+ sollten klären, ob orales Semaglutid den kognitiven Abbau bei früher Alzheimer-Krankheit bremsen kann. Das Ergebnis war eindeutig negativ. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe zeigte sich keine statistisch signifikante Verlangsamung des Krankheitsfortschritts.

Novo Nordisk zieht die Konsequenzen: Die geplante einjährige Verlängerungsphase beider Studien wird eingestellt. Die vollständigen Daten will das Unternehmen im Dezember auf der Konferenz “Clinical Trials on Alzheimer’s Disease” präsentieren.

Der Ansatz klang vielversprechend. GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid regulieren Stoffwechsel und Entzündungen im Körper. Könnte dieser Mechanismus auch gegen neurodegenerative Prozesse im Gehirn helfen? Die Antwort lautet nun: offenbar nicht.

Analysten sehen Strategiewechsel

Der Fehlschlag trifft Novo Nordisk hart. Analysten bewerten den Misserfolg als signifikanten Rückschlag für die Pipeline des Unternehmens. Die Hoffnung, Semaglutid über Diabetes und Gewichtsmanagement hinaus zu etablieren, ist vorerst gescheitert.

Auch die Konkurrenz spürt die Auswirkungen. Während Biogen-Aktien nach der Meldung zulegten, verlor Eli Lilly 5 Prozent. Investoren beurteilen die Erfolgsaussichten von GLP-1-Medikamenten bei neurodegenerativen Erkrankungen nun deutlich skeptischer.

Das Scheitern wirft Fragen auf: War der Ansatz grundsätzlich falsch? Oder scheiterte nur die Umsetzung? Die Antworten müssen die detaillierten Studiendaten im Dezember liefern.

Friedhof der Alzheimer-Medikamente wächst

Novo Nordisk steht nicht allein. Die Liste gescheiterter Alzheimer-Therapien wird immer länger:

  • Cassava Sciences musste Anfang 2025 die Entwicklung von Simufilam nach negativen Phase-3-Ergebnissen einstellen
  • Roche scheiterte mit Gantenerumab in entscheidenden Studien
  • Dutzende weitere Kandidaten verschwanden in den vergangenen Jahren in der Versenkung

Diese Misserfolge unterstreichen die immense Komplexität der Alzheimer-Krankheit. Jahrzehntelang konzentrierte sich die Forschung auf Beta-Amyloid-Plaques im Gehirn. Der stoffwechselbasierte Ansatz von Novo Nordisk sollte eine Alternative bieten. Sein Scheitern schränkt die therapeutischen Optionen weiter ein.

Doch was bedeutet das für die Patienten? Aktuell zugelassene Wirkstoffe wie Lecanemab und Donanemab verlangsamen den Krankheitsverlauf nur minimal. Nebenwirkungen schränken ihre Anwendung ein. Eine heilende Therapie bleibt in weiter Ferne.

Was kommt nach dem Scheitern?

Novo Nordisk wird sich neu ausrichten müssen. Der Fokus dürfte wieder stärker auf dem hochprofitablen Kerngeschäft mit Diabetes- und Adipositas-Medikamenten liegen. Dort ist der Konzern Marktführer und erzielt Milliardenumsätze.

Für die Alzheimer-Forschung bedeutet der Fehlschlag einen Rückschritt. Investoren könnten zögern, alternative Therapieansätze zu finanzieren. Die Gelder dürften wieder verstärkt in die Optimierung von Anti-Amyloid-Therapien fließen – trotz deren begrenzter Erfolge.

Die wissenschaftliche Gemeinschaft wird nun die Semaglutid-Daten analysieren. Jedes Scheitern liefert Erkenntnisse, die zukünftige Entwicklungen informieren können. Doch für die Millionen von Alzheimer-Patienten weltweit ist die Nachricht eine weitere schmerzhafte Enttäuschung.

Die Suche nach einem wirksamen Mittel gegen das Vergessen geht weiter. Der Weg bleibt steinig.

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