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Nvidia Aktie: Milliardenwette auf Korea

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 08:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia beteiligt sich mit einer Milliarde Dollar an Naver, um den Bau eines KI-Rechenzentrums in Südkorea zu finanzieren.

Nvidia investiert Milliarde in südkoreanischen Internetriesen Naver
Abstraktes, futuristisches Bild einer modernen Halbleiter-Fertigungsanlage mit leuchtenden Lichtspuren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Prozent Kursverlust bei Naver hätte sich nach Nvidias Ankündigung eigentlich niemand erwartet — stattdessen schoss die Aktie des südkoreanischen Internetkonzerns am Montag um fast acht Prozent nach oben und markierte den höchsten Stand seit Ende Juni. Der Grund: Nvidia steigt mit einer Milliarde Dollar bei Naver ein, um den Bau eines KI-Rechenzentrums zu finanzieren.

Naver-Deal als Startschuss für Koreas KI-Infrastruktur

Laut einer Pflichtmitteilung von Naver wird Nvidia neu ausgegebene Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar erwerben. Das Geld fließt in ein Rechenzentrum, das gemeinsam mit dem Investmentmanager Brookfield entsteht und künftig komplett auf Nvidia-Hardware läuft. Die frische Finanzierung erlaubt es Naver, die geplante Kapazität der Anlage mehr als zu verdreifachen.

Der Einstieg ist Teil einer größeren Süd­korea-Offensive, die Nvidia vergangene Woche angestoßen hat. Parallel dazu baut das Unternehmen seine Allianz mit dem Industriekonzern SK Group aus — geplant sind mehr als zwei Gigawatt an KI-Rechenzentrumskapazität im ganzen Land. Aus diesem Vorhaben sollen nach Unternehmensangaben Geschäfte im Volumen von über 500 Milliarden Dollar entstehen, größtenteils durch den Verkauf von Speicherchips und KI-Supercomputern.

Die Ankündigungen fallen zeitlich mit dem Besuch von Südkoreas Präsident Lee Jae-myung im Silicon Valley zusammen. Nvidia-Chef Jensen Huang verfolgt damit sein erklärtes Ziel, Länder beim Aufbau eigener, souveräner KI-Kapazitäten zu unterstützen — statt sich allein auf eine Handvoll großer Cloud-Anbieter zu verlassen.

Software-Ausbau ergänzt die Hardware-Strategie

Neben den milliardenschweren Investitionen treibt Nvidia auch die eigene Softwareplattform voran. Das Unternehmen hat sein Agent Toolkit um die PhysicsNeMo- und CUDA-X-Bibliotheken erweitert. Damit sollen Entwickler autonome KI-Systeme bauen können, die physikalische Simulationen, Chip-Verifikation und quantenchemische Berechnungen selbstständig durchführen — ein Baustein, der die Hardware-Investitionen langfristig mit Nachfrage nach Nvidias Rechenleistung verknüpft.

Die Korea-Offensive reiht sich damit in eine Serie von Kapitalspritzen ein, mit denen Nvidia in den vergangenen Monaten gezielt Zugang zu Chip-Zulieferern, KI-Startups und Rechenzentrumsprojekten gesichert hat. Für Naver bedeutet der Einstieg konkret: Der Baustart des erweiterten Rechenzentrums rückt näher, sobald die Kapitalerhöhung formal abgeschlossen ist.

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