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Nvidia Aktie: Rubin-Produktion auf 1,5 Millionen gekürzt

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 16:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KeyBanc warnt vor Kürzung der Rubin-GPU-Produktion auf 1,5 Mio. Einheiten. Nvidia investiert 1,5 Mrd. Dollar in US-Fertigung mit Amkor.

Nvidia: Produktionskürzung bei Rubin-GPUs und Milliardendeal mit Amkor
Abstrakte Darstellung einer modernen Mikrochip-Produktion in einem High-Tech-Reinraum mit bläulicher Beleuchtung Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nvidia steht nach einem turbulenten Handelstag an der Wall Street im Fokus einer neuen Analystenwarnung. KeyBanc-Analyst John Vhin (in einigen Meldungen als John Vinh genannt) rechnet damit, dass der Chipkonzern die Produktion seiner kommenden Rubin-GPUs im Jahr 2026 auf 1,5 Millionen Einheiten kürzen könnte – ein Viertel weniger als das ursprüngliche Ziel von zwei Millionen. Grund seien Lieferengpässe bei High-Bandwidth-Memory, die SK Hynix und Micron nicht schnell genug bereitstellen könnten. Trotz dieser Einschätzung bekräftigt KeyBanc sein Overweight-Rating mit einem Kursziel von 275 US-Dollar.

Die Warnung fällt in eine Phase, in der Nvidia-Chef Jensen Huang gleichzeitig Fortschritte vermeldet. Die neue Vera-Rubin-Serie laufe bereits in Vollproduktion, der Marktstart sei für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Laut Huang soll die Plattform 3,3-mal schneller arbeiten als die aktuelle Blackwell-Ultra-Generation. Nvidia hält nach eigenen Angaben rund 90 Prozent der Ausgaben für KI-Beschleuniger und etwa 85 Prozent des gesamten KI-Chipmarktes – eine Dominanz, die die Lieferkettenproblematik umso brisanter macht.

Milliardendeal mit Amkor und Expansion in Arizona

Parallel zu den Produktionssorgen hat Nvidia seine Fertigungskapazitäten in den USA abgesichert. Der Konzern zahlt Amkor Technology 1,5 Milliarden US-Dollar als Vorauszahlung für den Ausbau von Advanced-Packaging- und Testkapazitäten in Arizona, wo Amkor bereits eine Anlage im Wert von zwei Milliarden Dollar in Peoria errichtet. Amkor-Aktien schossen nachbörslich um rund 17 Prozent nach oben. Amkor-Chef Kevin Engel betonte die wachsende Bedeutung von Advanced Packaging für das KI-Zeitalter. Zusätzlich baut Nvidia seine internationale Präsenz aus: Gemeinsam mit der südkoreanischen Elite-Universität KAIST entsteht ein neues Forschungslabor für agentische KI, finanziert mit 300 Millionen US-Dollar über fünf Jahre. In Fort Worth, Texas, hat zudem die Wistron-Fabrik als erster US-Standort mit der Serienproduktion der GB300-Grace-Blackwell-Ultra-Superchips begonnen.

Auf einem KI-Gipfel äußerte sich Huang zudem grundsätzlich zur Branche: Die KI-Industrie müsse sich in den kommenden zehn Jahren um das Fünf- bis Zehnfache vergrößern. Chinesische Modelle wie DeepSeek und Kimi nützten laut Huang der gesamten Nachfrage nach Rechenleistung, auch wenn Nvidias eigene Verkäufe in China nahezu bei null liegen.

Kursreaktion und Wettbewerbsdruck durch AMD

Die Nvidia-Aktie notiert aktuell bei 183,14 Euro und damit 0,25 Prozent leichter als am Vortag – ein moderater Rücksetzer inmitten eines deutlich schärferen Ausverkaufs bei den großen Technologiewerten. Alphabet und Tesla hatten mit enttäuschenden Quartalsdaten und steigenden Investitionsausgaben einen Kurssturz bei den "Magnificent Seven" ausgelöst, der mehrere hundert Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung vernichtete. Nvidia blieb von den größten Verlusten verschont, notiert aber weiterhin rund 9,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Verschärft wird der Wettbewerbsdruck durch AMD. Der Rivale brachte sein Helios-Rack-System in die Vollproduktion und sicherte sich milliardenschwere Verträge mit Anthropic und Microsoft Azure. Zusammen mit Cerebras präsentierte AMD zudem ein System mit disaggregierter Inferenz, das nach eigenen Angaben 30 Prozent mehr Inferenz-Token pro Dollar liefere als Nvidias Vera Rubin NVL72. Nvidia kontert unterdessen mit einer neuen Vera-CPU mit 88 Olympus-Kernen, die laut Unternehmensangaben deutlich mehr Leistung bietet als vergleichbare AMD-Epyc-Prozessoren.

Trotz eines Rekordumsatzes von 81,6 Milliarden US-Dollar im zweiten Fiskalquartal – ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr – hinkt die Nvidia-Aktie der breiten Marktentwicklung im laufenden Jahr nur knapp hinterher. Finanzchefin Colette Kress sieht die Investitionen in KI-Infrastruktur bis zum Ende des Jahrzehnts auf einem Pfad zu jährlich drei bis vier Billionen US-Dollar. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 26. August 2026 angesetzt, für das laufende Quartal wird ein Umsatz von 91 Milliarden Dollar erwartet.

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