Nvidia, Earth-2

Nvidia Earth-2: KI revolutioniert die globale Wettervorhersage

29.01.2026 - 08:00:12

Nvidia stellt mit seiner neuen KI-Plattform Earth-2 die globale Wettervorhersage auf den Kopf. Die vollständig quelloffenen Modelle versprechen Vorhersagen, die bis zu tausendmal schneller sind als herkömmliche Methoden – und machen Hochleistungs-Prognosen damit erstmals für alle zugänglich.

Der Chip-Riese präsentierte die bahnbrechende Software-Suite diese Woche auf der Jahrestagung der Amerikanischen Meteorologischen Gesellschaft. Das Ziel: Den Zugang zu hochpräzisen Wetter- und Klimadaten zu demokratisieren. Bisher waren solche Prognosen die Domäne teurer Supercomputer, die physikbasierte Simulationen berechnen. Nvidias KI-gestützter Ansatz reduziert Rechenzeit und Kosten drastisch. Die Modelle laufen auf handelsüblichen Grafikprozessoren (GPUs) und ermöglichen es Nationen, Forschern und Unternehmen, eigene ausgefeilte Prognosesysteme zu entwickeln.

Das Herzstück der Ankündigung ist ein Trio neuer KI-Modelle, die den gesamten Vorhersage-Prozess abdecken.

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Das Earth-2 Medium Range-Modell liefert 15-Tage-Vorhersagen für den gesamten Globus. Es sagt über 70 verschiedene Wettervariablen voraus – von Temperatur über Windgeschwindigkeit bis hin zu Luftdruck. Nvidia behauptet, dass dieses Modell auf wichtigen Branchen-Benchmarks andere führende offene Modelle, wie Googles GenCast, übertrumpft.

Für unmittelbare Gefahren wurde Earth-2 Nowcasting entwickelt. Es nutzt ein generatives KI-Modell namens ‚StormScope‘, um gefährliche Wetterphänomene wie lokale Stürme im kritischen Zeitfenster von null bis sechs Stunden vorherzusagen – und das auf Kilometer-Genauigkeit. Diese Fähigkeit ist lebenswichtig für Rettungsdienste und Branchen wie Luftfahrt und Energie, wo schnelle Updates über Sicherheit und Betriebsabläufe entscheiden.

Den Abschluss bildet das Earth-2 Global Data Assimilation-Modell. Dieses Werkzeug erzeugt die präzisen Ausgangsbedingungen der Atmosphäre – eine Momentaufnahme von Temperatur, Druck und Wind des Planeten –, die für genaue Vorhersagen essenziell sind. Auf GPUs erledigt es diese Aufgabe in Sekunden, für die Supercomputer bisher Stunden benötigten.

Vom Supercomputer zur „Souveränen KI“

Der Start markiert einen Paradigmenwechsel. Seit Jahrzehnten stützt sich die numerische Wettervorhersage (NWP) auf physikbasierte Modelle, die auf nationaler Supercomputer-Infrastruktur laufen – ein Prozess, der für viele Länder zu zeitaufwendig und kostspielig ist. Nvidias quelloffener, KI-getriebener Ansatz will dieses Gefälle einebnen.

Indem das Unternehmen die Earth-2-Modelle und -Frameworks frei verfügbar macht, ermöglicht es jeder Organisation mit GPU-Hardware, eigene „souveräne KI“-Prognosesysteme aufzubauen. Diese Verschiebung senkt nicht nur die Kosten, sondern erlaubt auch eine größere Anpassung an regionale Wetterphänomene. Der Israelische Wetterdienst, ein früher Nutzer, berichtet von einer 90-prozentigen Reduzierung der Rechenzeit für seine hochauflösenden Vorhersagen durch Earth-2.

Frühe Nutzer und ein neuer Wettbewerb

Das Potenzial von Earth-2 zieht bereits frühe Nutzer aus dem öffentlichen und privaten Sektor an. Nationale Wetterdienste, darunter die Zentralanstalt für Meteorologie Taiwans, nutzen die Technologie zur Verbesserung der Taifun-Vorhersage. In den USA evaluieren The Weather Company und der National Weather Service die neuen Modelle für ihre operationellen Abläufe.

Auch Energie- und Finanzsektor zeigen Interesse. Unternehmen wie TotalEnergies und Southwest Powerpool nutzen die Modelle für ein besseres Risikobewusstsein im Energiemanagement. Firmen wie AXA und S&P Global prüfen den Einsatz für Finanzrisiko-Analysen. Der Start positioniert Nvidia in direkter Konkurrenz zu anderen Tech-Giganten, die in KI für die Meteorologie investieren – vor allem Google DeepMind mit seinem GenCast-Modell.

Der Weg zum digitalen Zwilling der Erde

Die Bedeutung der Earth-2-Plattform reicht weit über die tägliche Wettervorhersage hinaus. Diese Werkzeuge sind Teil von Nvidias größerem Ehrgeiz, einen vollständigen digitalen Zwilling des Planeten zu erschaffen – eine umfassende Simulation, die Wissenschaftlern helfen soll, die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels besser vorherzusagen, zu verstehen und abzumildern.

Indem Nvidia die Einstiegshürde für fortschrittliche Wettervorhersage dramatisch senkt, fördert es ein globales Ökosystem der Innovation. Die Zugänglichkeit dieser leistungsstarken KI-Modelle könnte einen „Linux-Moment“ für die Klimawissenschaft auslösen, in dem offene Zusammenarbeit Durchbrüche bei unserer Fähigkeit beschleunigt, auf extremes Wetter und ein sich wandelndes Klima zu reagieren.

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