Nvidia, Sammelklage

Nvidia muss sich Sammelklage wegen versteckter Krypto-Millionen stellen

27.03.2026 - 06:30:55 | boerse-global.de

Ein US-Gericht hat eine Sammelklage gegen Nvidia zugelassen. Investoren werfen dem Konzern vor, über eine Milliarde Dollar Umsatz aus dem Kryptomining nicht ausreichend offengelegt zu haben.

Nvidia muss sich Sammelklage wegen versteckter Krypto-Millionen stellen - Foto: über boerse-global.de
Nvidia muss sich Sammelklage wegen versteckter Krypto-Millionen stellen - Foto: über boerse-global.de

Ein US-Bundesrichter hat den Weg für eine milliardenschwere Sammelklage gegen den Grafikchip-Riesen Nvidia freigemacht. Investoren werfen dem Unternehmen vor, über eine Milliarde Dollar Umsatz aus dem Kryptomining verschleiert und so ein falsches Bild von der Stabilität seines Gaming-Geschäfts gezeichnet zu haben.

Das Herz des Vorwurfs: Versteckte Mining-Millionen

Der Kern der Klage ist brisant: Nvidia soll Einnahmen aus dem Verkauf von Grafikkarten an Krypto-Miner systematisch seinem Gaming-Segment zugerechnet haben. Während das Unternehmen öffentlich betonte, das Mining spiele nur eine kleine Rolle, sollen in Wahrheit mehr als 65 Prozent der kryptobedingten Nachfrage im Klagezeitraum von Nvidia-Gaming-GPUs gestammt haben. Laut Gerichtsunterlagen könnte es sich um bis zu 1,13 Milliarden Dollar nicht ausreichend offengelegter Umsätze handeln.

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Für Anleger schuf dies eine trügerische Illusion: Das Kerngeschäft mit Gaming-Chips schien stabil und wachstumsstark, obwohl ein erheblicher Teil der Nachfrage von der extrem volatilen Kryptobranche ausging. Als diese Blase platzte, traf es die Aktionäre unvorbereitet.

Alte Vorwürfe, neue Eskalationsstufe

Die aktuelle Sammelklage ist nicht der erste regulatorische Konflikt Nvidias zu diesem Thema. Bereits 2022 zahlte das Unternehmen 5,5 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC, um Vorwürfe unzureichender Offenlegung beizulegen – ohne Schuld einzuräumen. Die SEC hatte damals festgestellt, dass das Mining ein „signifikanter Faktor“ für das Umsatzwachstum gewesen sei.

Der juristische Streit schwelt seit 2018. Nach einer zwischenzeitlichen Abweisung wurde die Klage wiederbelebt, und im Dezember 2024 scheiterte Nvidia mit einem Berufungsantrag beim Obersten Gerichtshof. Die nun erfolgte Zertifizierung als Sammelklage durch Richter Haywood S. Gilliam Jr. ist ein entscheidender Schritt. Sie ermöglicht es tausenden betroffenen Anlegern, ihre Ansprüche gebündelt vor Gericht zu bringen.

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Kursstürze und die Frage der Kausalität

Die Kläger führen die heftigen Kurseinbrüche der Nvidia-Aktie im Herbst 2018 direkt auf die späteren Enthüllungen zurück. Nach einer Gewinnwarnung am 15. November 2018 brach die Aktie innerhalb von zwei Tagen um etwa 28,5 Prozent ein. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Nvidia nicht nachweisen konnte, seine Aussagen zum Mining-Umsatz hätten keinen Einfluss auf den Aktienkurs gehabt. Diese Kausalität war ein Schlüsselfaktor für die Zulassung der Sammelklasse.

Ausblick auf ein Milliarden-Risiko

Das Verfahren tritt nun in eine neue, für Nvidia gefährliche Phase. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zwar weiterhin zurück und kündigt an, sich zu verteidigen. Doch das finanzielle Risiko ist immens: Experten schätzen, dass Entschädigungszahlungen an Anleger in die Hunderte von Millionen oder sogar Milliarden Dollar gehen könnten – und damit die bereits gezahlte SEC-Strafe bei weitem übersteigen.

Am 21. April 2026 soll eine Anhörung den weiteren Prozessverlauf klären. Der Ausgang des Falls wird genau beobachtet. Er könnte Maßstäbe dafür setzen, wie Technologiekonzerne künftig Umsätze aus hochvolatilen neuen Märkten offenlegen müssen. Für Investoren ist es eine Lehrstunde in Transparenz – oder deren Fehlen.

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